Der Fall Genpo D.: Die Hakuin Zen-Gemeinschaft Deutschland e.V. soll sich äussern

M. Steingass —  6.7.17

Wer schweigt ist auf der Seite der Täter.

Wer als Mitwisser oder sonstig Beteiligter nicht Opfer ist aber über das Vorgefallene weiss und trotzdem Vergewaltigung, sexuellen Übergriff, sexistische Belästigung etc. pp.  verschweigt, klein redet, verniedlicht oder gar die Opfer zu Tätern machen will, wird selbst Täter. Durch das Verschweigen wird es den Tätern leicht gemacht, sich im Recht zu fühlen und den Opfern wird es erschwert oder verunmöglicht, das Vorgefallene zu bewältigen.

Die Hakuin Zen-Gemeinschaft Deutschland e.V., deren Gründer und jahrzehntelanges Oberhaupt Genpo D. alias Herr Döring war, tilgt seinen Namen von ihrer Website und will sich zum Vorgefallenen nicht äussern. Bei aller nötigen Überlegung, wie man sich zu so etwas äussern soll, wenn es in der eigenen Familie geschehen ist und der Täter das eigene Familienoberhaupt war, die Hakuin Zen-Gemeinschaft hatte genügend Zeit darüber nachzudenken.

Das Schweigen – das Totschweigen – ist ein altbekanntes Verfahren in diesen Fällen. Es zeugt von hochgradiger Unreife, es ist ein absolutes Armutszeugnis, es disqualifiziert spirituelle Gemeinschaften total. Darüber hinaus lässt es all jene in einem schlechten Licht erscheinen die dem Namen nach – nicht aber in einem Geiste, der gezielten Missbrauch möglich macht – Gleiches praktizieren. Zu Recht fordern daher Zen-Praktizierende inzwischen in offenen Briefen, dass sich die Hakuin Zen-Gemeinschaft Deutschland äussere.

Christopher Hammacher hier => Offener Brief an die Hakuin Zen-Gemeinschaft Deutschland e.V.

Die Zen-Mühle aus Mühlheim an der Ruhr hier => Offener Brief an die Mitglieder der Hakuin Zen-Gemeinschaft in Dinkelscherben