Archive für Made in Dresden

BuddhaZufluchtAuch der Buddhist sucht zur Feier des Christkindes ein Geschenk.

Bei Asiatides finden wir dieses sehr schöne Buddhismus-Accessoire aus Porzellan, das auch dem gehobenen Anspruch an Erleuchtung im Wohnzimmer gerecht wird. Asiatides macht beim Erbauungsdesign keinerlei Zugeständnisse an den Zeitgeist des Kitsches, der leider immer noch den Buddhismus im Westen fest im Griff hält und der von Buddhas auf Fussmatten und Klodeckeln über Buddhagummibärchen und ähnlichen spirituelle Süßigkeiten bis zum Diplom-Lama reicht. Die Buddhafiguren von Asiatides sind in schlichtem und edlem Weiß gehalten und vermitteln, sofern sie im gediegenen Wohnambiente zu finden sind, den Eindruck eines Edelbuddhismus, der sich vom niederen Erleuchtungsgetue wohltuend abhebt. Distinktion ist hier angesagt. Ein paar auswendig gelernte Zitate von Dogen, Tsongkapa, Chandrakirti oder Nagarjuna, sind in solchem Ambiente dann das Tüpfelchen auf dem i und sorgen umgehend für angemessene Bewunderung.

Die Abbildung zeigt einen Gandhara-China-Crossover-Bodhisattva: Seine Rechte zeigt die Geste der Theorie der Leere.

Der Fall Shimano ist ein Beispiel. Sein Lehrwert für den Buddhismus liegt nicht in seiner isolierten Betrachtung, sondern in der Verbindung zu anderen Themen. Von diesen ergeben sich eine ganze Reihe. Drei werden in diesem Text kurz angesprochen. Die Idee ist, Parallelen und Verbindungen zu zeigen. Vielleicht findet der Eine oder die Andere etwas, um damit in entsprechende Richtungen weiter zu denken.

Eine wichtiges Merkmal was den Fall Shimano und seine Parallelen im allgemeinen X-Buddhismus angeht ist die Geschlossenheit. Das System Shimano ist wie jeder andere X-Buddhismus dadurch charakterisiert, dass es das Wissen und die Welt dualisiert oder aufspaltet. Auf der einen Seite dieser Spaltung steht der X-Buddhismus bzw. der Dharma als letzte Instanz umfassender Bewertung, auf der anderen Seite der Rest, der sich bewerten lassen muss. Die Seite des X-Buddhismus ist in sich geschlossen und lässt keinen äusseren Einfluss zu. Dies äussert sich in der Rede vom so genannten zeitlosen Dharma, Schriftgläubigkeit, Glauben an einen historischen Buddha, dessen unveränderliche und ewige Botschaften usw. Von dieser hohen Warte aus formt und bestimmt der X-Buddhismus jeglichen Diskurs – vor allem über den Menschen und sein Bewusstsein, aber natürlich auch über die Künste, die Wissenschaften und die Philosophie. [vgl. Cruel Theorie | Sublime Practice (CT|SP), S. 96]

Ziel der folgenden jeweils nur kurz angesprochenen drei Beispiele ist es anzudeuten, dass diese Geschlossenheit sich als künstlich und unhaltbar erweist sobald man vom Menschen aus auf den X-Buddhismus zugeht. Die Frage, um die es dabei schlussendlich geht ist, was bleibt vom X-Buddhismus nach dieser Dezimierung? Bleibt überhaupt etwas für die Welt? Verpufft er rückstandslos? Oder kann man in seinen dampfenden Ruinen brauchbare Reste finden?

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Immerhin hat die Deutsche Buddhistische Union (DBU) jetzt, im Zuge des Skandals um den flachgelegten Buddha vom Münchner Viktualienmarkt, die so genannte Protest-Meditation erfunden. Eine mutige Innovation in einer Zeit, in der der normierte und transparente Bürger ängstlich bestrebt ist bloss nix falsch zu machen.

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Made in Dresden

Der liegende Buddha vom Münchner Viktualienmarkt. Foto: Wolf Graebel

Vom Kulturreferat der Stadt München kommt folgende Nachricht

Das Kulturreferat lädt anlässlich der Debatte um die Kunstinstallation “Made in Dresden”, einer liegenden Buddhafigur auf dem Viktualienmarkt, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein. Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, 23. Juli, 20 Uhr, im Saal des Münchner Stadtmuseums (1. Stock), St.-Jakobs-Platz 1. Der Eintritt ist frei

Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, diskutiert über „Kunst und Religion“ mit Prof. Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, Bhikkhu Philipp Thitadhammo, Leiter des Buddhistischen Klosters Bodhi Vihara/Freising, Björn Bicker, Autor, Dramaturg und Kurator unter anderem des Projekts „Urban Prayers“ der Münchner Kammerspiele, und einem Vertreter der Deutschen Buddhistischen Union.

Das Kunstwerk „Made in Dresden“ von Han Chong am Viktualienmarkt ist Teil der von dem renommierten Künstlerduo Elmgreen & Dragset kuratierten Projektreihe „A Space Called Public | Hoffentlich Öffentlich“. International tätige Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Kulturkreisen formulieren eine Außensicht auf München, schärfen den Blick auf Bekanntes und geben Impulse für Diskussionen.“

Falls jemand davon berichten kann, auch in Form eines Artikels (der evtl. hier veröffentlicht werden könnte), bitte ich um entsprechend Hinweise oder Kommentare.

Ich stelle in aller Kürze eine These über die Deutsche Buddhistische Union (DBU) auf. Diese These müsste natürlich ausgearbeitet werden. Sie könnte aber schon mal dazu dienen, über die DBU etwas genauer nachzudenken bzw. sich anzusehen was sie wirklich macht:

Die DBU hat nichts mit Buddhismus zu tun.

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