Archive für Sogyal Lakar

Schäbigkeit

M. Steingass —  12.11.17

Das Adjektiv schäbig bedeutet eigentlich laut dem Deutschen Wörterbuch „mit der schabe (schäbe), krätze behaftet“, entwickelt sich aber schon im Mittelhochdeutschen weiter zu „von abgeschabtem schlechten aussehen, namentlich der kleider, dann von gebahren und gesinnung“.

Bei der Beobachtung der Reaktionen auf die derzeitigen Entwicklungen im westlichen Buddhismus macht sich Verwunderrung über die Hilflosigkeit der meisten Betroffenen breit. Die zumeist nur für Englischsprachige zugänglichen Berichte zeigen eine Buddhismus in dem vor allem zwei Aspekte vorzuherrschen scheinen: Eine beliebige, sehr naive Ausbeutung buddhistischer Lehren, um mit diesem Material eigene esoterische Lehren zu entwickeln und einen schamlosen Machtmissbrauch der selbsternannten Lehrmeister, der oft genug in widerlichsten sexuellen Übergriffen gipfelt.

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1.

Beim Fall Sogyal handelt es sich nicht um ein singuläres Ereignis, sondern um eines, welches aus Strukturen hervor geht, die im westlichen Buddhismus gewachsen und weit verbreiteten sind.

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Der folgende Text stammt von den Hauptlehrern der Aro-Gemeinschaft, einer Nyingma-Linie des Tibetischen Buddhismus. Der Text wurde am 8.9.17 auf Facebook von Bar-ché Dorje veröffentlicht und wird hier mit seiner freundlichen Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

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In der SZ-International erschien am 13.8. ein Artikel unter dem Titel The Tibetan Book of Living and Lying. Für diejenigen die das Buch von Sogyal aus Lakar studiert haben, um zu sehen, was er wirklich an buddhistischer Philosophie drauf hat, war schon immer schnell klar, dass es bei ihm in der Hinsicht nicht weit her ist. Das sei hier als Kurzmeldung so stehen gelassen. Im Artikel in der SZ-International wird ein holländischer Journalist zitiert, der das noch einmal klar herausstellt.

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Im Folgenden geht um eine Episode aus dem Leben des Sogyal Lakar, die von großer, wenn nicht größter, Wichtigkeit für ihn ist: Sein Entschluss, sich einem „Leben der spirituelle Praxis zu widmen“. Dieser Entschluss entspringt einer Art Epiphanie, einer Erkenntnis unter dem Eindruck einer dramatischen Erfahrung – in diesem Fall dem Tod eines erfahrenen Praktizierenden des tibetischen Buddhismus, den Sogyal Lakar, nach seiner Schilderung, aus nächster Nähe beobachtete. Sogyal Lakar schildert diese Erfahrung auf den ersten Seiten seines berühmten Buches Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben.

Ein Rätsel gibt uns die 2. Ausgabe dieses Buches auf. Diese Ausgabe erschien in Amerika im Jahre 2002 als „revised and updated version“. Vgl. dazu nebenstehenden Copyright-Vermerk in der deutschen Übersetzung, die 2004 erschien. Diese Ausgabe enthält eine Anmerkung auf Seite 467, die in der ersten Ausgabe nicht enthalten ist.

Aber gehen wir der Reihe nach vor: Auf den ersten Seiten seines Buches (S. 21 ff.), im ersten Kapitel Im Spiegel des Todes, schildert Sogyal seine Flucht vor den chinesischen Invasoren in Tibet. Diese Flucht wird für ihn als Siebenjährigen zu einer Art erster Einweihung in die Mysterien der tibetische Lehren vom Bardo. Zunächst schildert er, wie er seinen Onkel, seinen „Meister“ wie er ihn nennt, Jamyang Khyentse Chökyi Lodrö, dabei beobachtet, wie dieser einen Mönch namens Samten im Sterbeprozess begleitet. Sogyal: „Im Alter von sieben Jahren hatte ich eine ersten Vorgeschmack von der ungeheuren Kraft der Tradition erhalten, von der ich ein Teil war, und ich begann, den Sinn und Zweck spiritueller Praxis zu begreifen.“ (S. 22)

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