Archive für Non-Buddhismus

Kritik am westlichen Buddhismus hinterlässt Spuren. So waren kürzlich im Editorial von Buddhismus aktuell 2/2015 einige nachdenkliche Sätze darüber zu lesen, dass man über „Meditation“ im westlichen Kontext neu nachdenken müsse, da sie evtl. lediglich zur Selbstoptimierung im neoliberalen Wirtschaften diene (vgl. dazu auch Tybalts Meditation). Zwar bietet das ganze Heft dann fast ausnahmslos den üblichen x-buddhistischen Mumpitz zum Thema, aber immerhin kommt man anscheinend ins Grübeln. Auch das aktuelle Heft von Buddhismus aktuell (3/2015, Thema: Gender) erscheint, zumindest vor dem Hintergrund einer erzkonservativen buddhistischen Esoterik, geradezu revolutionär. Der Schein trügt allerdings. Fast überall findet man – zumeist implizit – Aussagen über die Superiorität des X-Buddhismus. Alles was Moderne und Postmoderne an Erkenntnissen liefert, hat man ausschließlich vor dem Hintergrund x-buddhistischer Exzeptionalität zu sehen. Dies wird demnächst ausführlicher zu beleuchten sein, denn wiewohl, gemessen daran, woher der deutschsprachige Buddhismus kommt, hier ein Fortschritt zu sehen ist, muss dieser daraufhin befragt werden, ob er in Hinsicht auf die Gesellschaft in der er stattfindet, tatsächlich ein solcher ist. In dieser Hinsicht muss dieser Fortschritt sehr deutlich relativiert werden.

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Das Nein in dem Beitrag der unten verlinkt ist, ist ein Nein das demjenigen im Herzsutra entspricht – oder entsprechen kann, wenn man es nicht als esoterischen Text liest, sondern als eine praktisch-philosophische Handlungsanweisung aus einer anderen Kultur und aus einer anderen Zeit.

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An dieser Stelle wird die Publikation dreier Texte des Spekulativen Non-Buddhismus annonciert.

  1. Einführung in den Spekulativen Non-Buddhismus
  2. Anleitung zur Benutzung der Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus
  3. Die Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus

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Dieser Text ist Teil einer dreiteiligen Publikation des Spekulativen Non-Buddhismus. Die beiden anderen Texte sind die Anleitung zur Benutzung der Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus und Die Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus. Zentraler Link für alle Texte. Bibliografie hier. Fettdruck verweist auf Einträge in der Heuristik. CTSP ist die Sigle für Cruel Theory | Sublime Practice.

In Sum

Spekulativer Non-Buddhismus ist eine Versündigung an der buddhistischen Transzendenz – dem abgründigen Verlangen, sich über den Homo sapiens zu erheben und so ungeschoren einer leeren Realität zu entkommen. Der spekulative Non-Buddhismus ermöglicht Einsicht in das, was ein in sich selbst und in den Dharma verliebter buddhistischer Diskurs mit seiner Spiegelfechterei höchst effizient verbirgt. Der spekulative Non-Buddhismus ist der Tod dünkelhafter buddhistischer Eitelkeit. Er blüht über den trüben Wassern der Guten Nachricht vom Dharma und vergeht sich an allem, was die Interessen individualistischer Identität schützen, festigen oder garantieren würde. Die Blossstellung dieses transzendenten Mummenschanzes ist eine befreiende Untat, die Befreiung des zum Narziss verkommenen Menschen von sich selbst, zurück in das blinde, höllische und zügellose Wüten der solaren Fackel.

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Dieser Text ist Teil einer dreiteiligen Publikation des Spekulativen Non-Buddhismus. Die beiden anderen Texte sind die Einführung in den Spekulativen Non-Buddhismus und Die Heuristik des Spekulativen Non-BuddhismusZentraler Link für alle Texte. Bibliografie hier. Fettdruck verweist auf Einträge in der Heuristik. CTSP ist die Sigle für Cruel Theory | Sublime Practice.

Einleitung

Die Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus ist eine Stichwortliste, die Werkzeuge zur Analyse des X-Buddhismus bereitstellt. Das X in diesem Begriff steht für ein Regelsystem, welches die Struktur unseres Denkens bestimmt. Dabei geht es nicht nur um den Buddhismus, sondern grundsätzlich darum, die Fähigkeit zu entwickeln, ideologische Bestimmungen zu transzendieren. Das X genauer zu bestimmen, zu verstehen und im besten Fall hinter sich zu lassen, ist Ansatz des Projektes Spekulativer Non-Buddhismus. Die Differenz zwischen dem X und dem Non ist dem analog der entsteht, wenn man das Parallelen-Axiom aus der Euklidischen Geometrie streicht (vgl. Krümmung). Anders ausgedrückt: Es handelt sich um zwei Paradigmen, bei dem das Ältere X dem Neueren Non nur verständnislos gegenüberstehen kann.

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