Archive für X-Buddhismus

Professor Dr. Werner Vogd, Universität Witten/Herdecke:

Buddhismus im Westen: eine praxistheoretisch informierte Rekonstruktion buddhistischer Schulungsinstitutionen im deutschsprachigen Raum. 

GeprisBuddha

Werner Vogd ist Autor von Welten ohne Grund, Buddhismus, Sinn und Konstruktion

Kritik am westlichen Buddhismus hinterlässt Spuren. So waren kürzlich im Editorial von Buddhismus aktuell 2/2015 einige nachdenkliche Sätze darüber zu lesen, dass man über „Meditation“ im westlichen Kontext neu nachdenken müsse, da sie evtl. lediglich zur Selbstoptimierung im neoliberalen Wirtschaften diene (vgl. dazu auch Tybalts Meditation). Zwar bietet das ganze Heft dann fast ausnahmslos den üblichen x-buddhistischen Mumpitz zum Thema, aber immerhin kommt man anscheinend ins Grübeln. Auch das aktuelle Heft von Buddhismus aktuell (3/2015, Thema: Gender) erscheint, zumindest vor dem Hintergrund einer erzkonservativen buddhistischen Esoterik, geradezu revolutionär. Der Schein trügt allerdings. Fast überall findet man – zumeist implizit – Aussagen über die Superiorität des X-Buddhismus. Alles was Moderne und Postmoderne an Erkenntnissen liefert, hat man ausschließlich vor dem Hintergrund x-buddhistischer Exzeptionalität zu sehen. Dies wird demnächst ausführlicher zu beleuchten sein, denn wiewohl, gemessen daran, woher der deutschsprachige Buddhismus kommt, hier ein Fortschritt zu sehen ist, muss dieser daraufhin befragt werden, ob er in Hinsicht auf die Gesellschaft in der er stattfindet, tatsächlich ein solcher ist. In dieser Hinsicht muss dieser Fortschritt sehr deutlich relativiert werden.

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BuddhismusPorno

M. Steingass —  25.9.14

Man glaubt, man habe schon alles gesehen. Die Dummdreistigkeit des X-Buddhismus und seine Arroganz. Und natürlich seine Feigheit die sich immer dann zeigt, wenn es um Argumente geht. Man schaltet ab und beachtet es nicht mehr. Es ist schliesslich ein Biotop dem man auch eine Daseinsberechtigung zugestehen muss. Als eine Art Zoo voller Skurrilitäten mit netten kleinen okkulten Tierchen, die an Geister glauben, eine ausgleichenden Gerechtigkeit und dergleichen mehr. Man denkt an Goethe: Vorüber ihr Schafe, vorüber.

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Störung. Die x-buddhistische Weltanschauung gleicht einem Energieversorgungsunternehmen, das Charisma durch die Leitungsnetze der ehrenwerten buddhistischen Charisma pumpt [vgl. Video unten]. Gleichgerichtet durch seine Rhetorik der Selbstdarstellung, breitet sich die Spannung in untergeordnete Sangha-Stationen und bis in den affektiv-kognitiven Entscheidungsapparat des Individuums aus. Die Heuristic des Spekulativen Non-Buddhismus ermöglicht einen Kurzschluss dieser Übertragung und damit eine Untersuchung der x-buddhistischen Maschinerie sowie eine Analyse seiner Energieträger. (1)

Nach den Texten auf unserem englischen Blog The Non-Buddhist und hier über die Frage Was ist Non-Buddhismus?nun ein Beispiel für den affektiven Aspekt der Entscheidung (englische Version dieses Textes auf The Non-Buddhist). Das englischsprachige Video, welches unten zu sehen ist, ist auch für Leute mit nur geringen entsprechenden Sprachkenntnissen zu verstehen. Schon die ersten fünf Minuten des Videos bieten einen frappierenden Einblick, wie der affektive Aspekt der x-buddhistischen Entscheidung funktioniert. Dieser fünfminütigen Einleitung folgt dann ein Propagandafilm, der über eine halbe Stunde lang eine Lobrede nach der anderen auf einen x-buddhistischen Heiligen aneinanderreit. Eine entsprechend disponierte aussenstehende Person wird hier durch emotionales Framing verführt und es wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die Handlungen und Aussagen des x-buddhistischen Zauberers in ganz bestimmter Weise werten wird. Der Zauberer selbst – Ole Nydahl – tritt in dem Film nicht auf. Ein geschicktes Mittel, welches X-Buddhisten Upaya nennen: die Leerstelle, um die die fantastische, das Übernatürliche beschwörenden Erzählung über Nydahl gruppiert wird, zwingt in eine um so größere Begierde, ihn wirklich kennen zu lernen.

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Dieser Text ist eine kurze Einführung in den Non-Buddhismus. Er behandelt einige grundlegende Punkte und soll weitere Lektüre anregen. Wir wollen zukünftig mehr solche kurzen Texte bringen, die verschiedene wichtige Punkte beleuchten. Zum Beispiel: Entscheidung, minimales Transzendental, Non-Buddhismus und Meditation, der historische Buddha, ideologische Anrufung, effektives Wissen und die Verbindung zwischen Non-Buddhismus und Kapitalismuskritik. Diese einführenden Texte werden in der Kategorie MARKER oben in der Menüleiste abrufbar sein. Die englische Version dieses Textes findet sich auf The Non-Buddhist.

Ursprünge

Non-Buddhismus hat seinen Ursprung in der Arbeit von Glenn Wallis, einem in Harvard promovierten Buddhismuskundler. Desillusioniert mit der Entwicklung des amerikanischen Buddhismus, der sich nicht für zeitgenössisches Denken interessiert und zum politischen Quietismus neigt, gründete er das Blog Speculative Non-Buddhism als Plattform für eine Kritik buddhistischer Diskurse und Praktiken. Das Blog war von Mai 2011 bis März 2014 aktiv. Über diesen Zeitraum wurden ca. 100 Texte publiziert und mehr als 5000 Kommentare geschrieben. Eine Auswahl an ausführlicheren Texten wurde im E-Journal non+x publiziert. Unter seinen Mitstreitern waren u.a. Tom Pepper und Matthias Steingass, die beide Texte beisteuerten und an den oftmals hitzigen Diskussionen teilnahmen die beinahe jedem Text folgten. Alle drei brachten 2013 gemeinsam das Buch Cruel Theory Sublime Practice bei EyeCorner Press heraus.

Das Blog war bekannt für seine vielen, umfangreiche Kommentare (die oftmals in sich selbst substantielle Textbeiträge sind) und seine oft polemischen Auseinandersetzungen. Obwohl nicht länger aktiv, ist das Blog immer noch online erreichbar und es ist die umfassendste Quelle für alle, die am Projekt Non-Buddhismus interessiert sind.

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