Christof Spitz: Der Zensurhansel des Deutschen Buddhismus?

M. Steingass —  15.5.13

[Anmerkung 25.8.14: Laut Statistik verirrt sich immer mal wieder jemand auf diese Seite mit dem Titel Christof Spitz: Der Zensurhansel des Deutschen Buddhismus. Besonders in den letzten Tagen (ab 23.8.14) sind stark gestiegene Zugriffsraten zu verzeichnen. Vermutlich hat das zwei Gründe. Erstens erscheint bei der Suchanfrage „Christof Spitz“ auf Google, Spitz in Zusammenhang mit Texten auf Der Unbuddhist in den ersten Ergebnissen. Zweitens besucht der Dalai Lama gerade Hamburg und Spitz ist in die Veranstaltung involviert, so dass viele seinen Namen abfragen und schnell hier landen.  

Aus der Statistik ist auch zu entnehmen, dass sich kaum jemand die Mühe macht, die Aufklärung der Frage, ob Spitz Zensur betreibt, zu lesen. Es sei daher an dieser Stelle folgendes festgestellt:

Christof Spitz gehört zu den raren Ausnahmen im institutionellen deutschsprachigen Buddhismus, die zu einem (selbst)kritischen Denken in der Lage sind. Wenn es im so genanten X-Buddhismus zuhauf Denkverbote gibt, dann gehört Spitz gerade zu denen, mit denen man eine zutiefst naive, blinde und taube Inkulturation des Buddhismus im Westen doch diskutieren könnte.

Die Kontroverse, von der dieser Beitrag ein Teil war, entzündete sich an einem a-buddhistischen Karmabegriff, der ausnahmslos dem Opfer die Schuld für das zuweist, was ihm zustößt. Dies gipfelt bei X-Buddhisten sogar in  der mehr oder weniger offen geäusserten Aussage, die Juden seien für das was ihnen im Dritten Reich zustieß selber schuld.

Während selbst Lehrer des Tibetischen Zentrums Hamburg sich um eine eindeutig ablehnende Stellungnahme zu dieser Perversion herumdrückten, bezog Spitz als einziger prominenter Buddhist hier eindeutig Stellung.

Die ganze Sache kann man auf diesem Blog unter dem Stichwort Karma-Skandal nachlesen. Man findet dann auch die Links zu den entsprechenden Diskussionen im Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg. Eine Zusammenfassung der Positionen von Spitz habe ich hier versucht:  Christof Spitz sagt merkwürdige Sachen.]

So einfach ist das

tibetforum 15.5.13

Ohne weitere Angabe von Gründen wurde mir heute der Zugang zum Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg gesperrt. Wie kommt es dazu? Ich hatte Einwände gegen eine in dem Forum vertretene groteske Karmatheorie vorgebracht, die das Opfer für die an ihm vergangenen Verbrechen verantwortlich macht. Ich hatte zusätzlich belegt, daß sich diese Theorie auch aus Texten von Gelugpa-Gelehrten herleiten lässt (siehe Text Glosse #04). Das hat für erheblichen Unmut gesorgt und führte vermutlich zu meiner Sperrung.

Zur Dokumentation hier meine Beiträge im Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg und die Erwiderungen von Christof Spitz.

Zur Erinnerung: Christof Spitz ist ehemaliger Leiter des Tibetischen Zentrums Hamburg und er ist Tibetisch-Deutsch-Übersetzter des Dalai Lama. Er ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum die den Buddhismus vertritt. Die Zensurmassnahme ist also nicht etwa nur deshalb problematisch, weil sie sich, meiner Ansicht nach, schwerlich aus meinen Beiträgen herleiten lässt, sondern weil sie ein, gelinde gesagt, problematisches Verhältnis einer exponierten Persönlichkeit im Deutschen Buddhismus zu einer demokratischen Debattenkultur belegt.

1. Der Unbuddhist. (Eröffnungstext des Threads der das Thema skizziert und  auf den Text der Glosse #04 und die darin behandelte Problemtik hinweist.)

2. Der Unbuddhist

3. Der Unbuddhist

4. Christof Spitz

5. Der Unbuddhist

6. Der Unbuddhist

7. Der Unbuddhist (nochmals Aufforderung an Christof Spitz, zur Problematik Stellung zu nehmen)

8. Der Unbuddhist (Hinweis, daß man den Täter und eine Reaktion auf das was ihn zur Tat führt, ausklammert)

9. Christof Spitz

10. Der Unbuddhist

11. Der Unbuddhist (mein letzter Beitrag, danach Sperrung)

In etlichen Beiträgen die nicht aufgelistet sind, wurden mehr oder weniger verklausulierte Forderungen nach Sperrung und Zensur geäussert. In wie fern diese Forderungen aus meinen Beiträgen selbst herleitbar sind, bleibt der Beurteilung des Betrachters überlassen.

Meiner Meinung nach zeigt sich hier jedoch in eklatanter Weise, daß das Tibetische Zentrum Hamburg und seine Leitfigur Christof Spitz unfähig sind, mit bestimmten Problemen der Buddhismusrezeption im Westen umzugehen. Dies ist um so problematischer, da es sich bei Christof Spitz nicht um irgendwen handelt. Es zeigt, daß es nicht nur die naiven Vertreter eines massenhaft auftretenden Esoterik-Buddhismus sind, die diese philosophische Tradition pervertieren. Es zeigt, wo das Problem eigentlich sitzt: Bei denen, die Verantwortung tragen und in den entsprechenden Institutionen die Fäden in den Händen halten.

Eines dieser Rezeptions-Probleme ist, wie gesagt, eine krotesk verzerrte Karmatheorie die völlig fixiert ist auf die angebliche Verantwortung des Opfers für die an ihm begangenen Verbrechen – bei gleichzeitiger völliger Ausklammerung der Verantwortung des Täters.

Mit der Zensurmassnahme die Christof Spitz als „Global Moderator“ des Forums zu verantworten hat, zeigt sich, daß er eine Diskussion über diese groteske Karmatheorie nicht zulässt, daß er eine Klärung nicht will, daß er diese perverse ‚Theorie‘ sogar implizit sanktioniert und so in letzter Konsequenz gutheisst: Das Opfer ist selbst schuld.

Christof Spitz: Ein Armutszeugnis!

———————

Edit 16.5., einige falsch gesetzte Links in der Liste korrigiert.

31 Antworten zu Christof Spitz: Der Zensurhansel des Deutschen Buddhismus?

  1. 

    Diese Reaktion war eigentlich zu erwarten.

    Der westliche Buddhismus ähnelt systemtheoretisch den evangelikalen Kirchen. Dort wird versammeln sich in ähnlicher Weise diskriminierende Denkweisen und demokratie- und menschenfeindliche Weltbilder. Wer in evangelikalen Kirchen anders denkt, wird rausgeschmissen und seiner sozialen Kontakte (durch Verbote an Mitglieder) beraubt.

    Wer Andersdenkende ausgrenzt, zeigt deutlich, dass er etwas zu verbergen hat und seine Position als schwach ansieht. Diese schwache Position ist dann nur durch die Entfernung des störenden Elements zu stabilisieren.

  2. 
    Brigitte Fölkel-Kopp 15.5.13 um 10:39 UTC

    Ja, so ist es !
    auch ich wurde als Andersdenkende aus der evangelischen Kirche
    ausgegrenzt.
    Weiterhin wollen die Kirchen an einigen ihrer verblendeten Dogmen
    festhalten; wir Hinterfragenden und Anzweifelnden, müssen aus-
    gemerzt werden, denn Ihnen, den Kirchen würde die Macht abge-
    graben, uns weiterhin für dumm zu verkaufen.

  3. 

    Nur ein kleiner Hinweis:
    Evangelikal ist nicht evangelisch! ;)

    Und zweitens erlebe ich die theologischen Diskussionen — da, wo sie fachlich geführt werden — durchaus als sachlich und auch pluralistisch.
    Die evangelische Kirche hat nicht das Problem einer ein- für allemal gültigen Lehrmeinung.
    Die Protestanten haben den Papst abgeschüttelt… und das ist gut so.

    Allerdings erlebe ich viele theologische Diskussionen als Second-Hand-Ware und nicht gedeckt von eigener Einsicht, aber das ist ein übliches Problem vieler Religionen.

  4. 
    Birgit Stratmann 15.5.13 um 13:01 UTC

    Guten Tag,

    ich kenne kein buddhistisches Zentrum in Deutschland, in dem so viel und auch kontrovers diskutiert wird wie im Tibetischen Zentrum, insbesondere im Rahmen des Buddhismus-Studiums – und ich kenne einige Zentren. Aus diesem Grund hatte ich (Redakteurin der Zeitschrift „Tibet und Buddhismus“) eine Diskussion eröffnet zu einem in der buddh. Tradition streitbaren Artikel von Prof. Karl-Heinz Brodbeck darüber, welche Widersprüche die traditionelle Karma-Lehre aufwirft.

    Im Forum ist daraus eine lange Auseinandersetzung entstanden, in dem sich Dogmatiker, Nicht-Dogmatiker und andere teilweise regelrechte Wortschlachten geliefert haben. Das Problem an dieser „Debatte“, die übrigens früher in diesem Forum schon intensiv geführt wurde, ist: Am Anfang steht schon fest, was hinterher herauskommt. Nach meiner Beobachtung war es keine Diskussion, die von einem tieferen Erkenntnisinteresse, von Offenheit und dem Wunsch, etwas Neues zu lernen, geleitet ist. Und aus diesem Grund fand ich sie auch nicht fruchtbar – was natürlich nicht heißt, dass man sie unterbindet. Es steht ja jedem frei zu diskutieren, worüber er möchte.

    Ich ziehe Diskussionen, bei denen man sich direkt gegenübersitzt, dem anderen zuhören und auf ihn eingehen kann, vor. Wir haben zum Beispiel kommenden Samstag einen Vortrag von Professor Jay Garfield über Ethik. (Er steht übrigens nicht im Verdacht, ein Traditionalist zu sein.) Das wäre eine gute Gelegenheit, einmal direkt, von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren. Aber vermutlich ist diese Offenheit bei vielen nicht da. Man streitet sich lieber unpersönlich in einem Forum. Somit bleibt die Welt in alter Ordnung und man kann die eigenen Vorstellungen immer schön weiter zementieren.

    Birgit Stratmann

  5. 

    Matthias, das Gesetz ist ja nicht so kompliziert, dass es nur Erleuchtete verstehen könnten! Arbeite an deinem Geisteskontinuum!

    (tolles Forum. Unglaublich)

  6. 

    Bei den evangelikalen Kirchen denke ich da z. B. an die Interpretation von Krankheit, die bei diesen Kirchen in der Regel einen Beweis für die Ungnade von Gott und das Resultat für eigene Verfehlungen darstellt. Im Gegenzug wird Wohlstand als das Resultat der Gnade Gottes betrachtet (vergleiche Wohlstandsevangelium).

    Das ähnelt in frappierender Weise dem Karmaverständnis westlicher Buddhisten.

    Ole Nydal lehrt z. B. dass durch die Befolgung der buddhistischen Ethik Wohlstand als Karmaresultat erreicht werden kann. Dazu kommt bei Gruppierungen um Ole Nydal z. B. noch die Feindschaft und Hetze gegenüber Minderheiten (Homosexuelle) und Ausländer.

  7. 

    Hallo Matthias,
    nicht Christof hat Dich gesprerrt sondern ich. Ich hatte Dich gebeten zu einer freundlichen Umgangsform zurückzukehren und da Du weiter Falschheiten behauptest, auch nachdem Christof Dir geantwortet hat und diese richtig gestellt hat, blieb mir nicht mehr anderes übrig.

    Wenn Du wieder im Forum des Tibetischen Zentrums diskutieren möchtest, dann entschuldige Dich bitte bei Christof.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Axel

  8. 

    Hallo Birgit, danke dafür daß du dich in die Höhle des Unbudddisten wagst. Es ist so verdammt einsam, wenn man immer nur Recht hat.

    Aber mal im Ernst. Ich habe versucht einen Punkt herauszukristallisieren:

    Ich beziehe mich auf einen ganz bestimmten Aspekt dieser Debatte: Es gibt eine Karmatheorie, die sich ausschliesslich mit der Verantwortung des Opfers befasst. Das habe ich in der Glosse #04 versucht herauszustellen. Zusätzliches Problem (für die ‚wahren Gläubigen‘) ist, daß ich auch noch zwei Texte Tibetischer Gelehrter heran ziehe, aus denen sich diese absolute Verantwortung des Opfers herleiten lässt. Zugegeben, daß ist eine Zuspitzung. Aber es ist eine Haltung die viele Buddhisten sich als Ersatz für Nachdenklichkeit und Engagement zu eigen machen. Es ist also ein Problem. Man könnte das zusätzlich in einen Kontext setzen in dem ‚Buddhismus‘ und ‚Meditation‘ als Mittel der Entpolitisierung funktionieren…. was aber jetzt zu weit führt. So oder so aber müssen Leute, die mit Buddhismus ernsthaft was am Hut haben, zu diesen merkwürdigen Deutungen Stellung nehmen. Das ist mein Punkt.

    Ich kann es auch anders ausdrücken: Der Buddhismus bietet großartige Aspekte. Derartige naive Deutungen aber machen in lächerlich. Man muss dagegen opponieren.

    Warum macht ihr nicht mal einen Artikel zu dieser Problematik? Wie wäre es mit ein paar Stichworten oder Fragen? Kann eine Karmatheorie mit moderenen Erklärungen für die Entstehung von Gesellschaft, von Interaktion, von Problemen wie Sexismus, Rassismus, Kolonialismus etc. Schritt halten? Kann eine Karmatheorie irgend einen Beitrag zu Politik leisten – in dem Sinne, daß Politik heisst, sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, wie es zu einer Situation kommt in der ma sich befindet und wie man dann handeln soll? Kann Karma, auf der individuellen Ebene Entwicklungspsychologie ersetzten oder etwas zu ihr beitragen? Kann Karma etwas zur Erklärung der Entstehung des modernen Ichs überhaupt beitragen? Siehe Freud und was er began über das Ich zu sagen… das müsste einen Buddhisten ja eigentlich wahnsinnig interessieren. Oder auf der gesellschaftlichen Ebene: Wie entsteht das Ich vor dem Hintergrund des Wissens, das mit Marx begann zu entstehen?: Das Ich ist bestimmt durch die Reproduktionsprozesse die ihm aufgezwungen werden… und und und

    Aber die Diskussion, wenn es zu solchen merkwürdigen Theorien kommt, ist immer nur innerbuddhistsich orientiert. Man geht nie raus und fragt was es da noch an Wissen gibt. Wir haben dafür den Begriff the principle of sufficient Buddhism geprägt – das Prinzip des Totalen Buddhismus, das so viel besagt wie: gehe nie raus, schauen dich nicht um, frage nicht nach modernem Wissen, schauen nur auf die alten Texte!

    Also wenn es bei euch Auseinandersetzungen gab/gibt, die sich z.B. mit einer übersimplifizierten Sicht auf die Welt kritisch auseinander setzen, sehe ich mir das gerne an und bin für Hinweise dankbar.

    Hamburg am Samstag geht leider nicht. 200 € und 8 Stunden Bahn für 1,5 Stunden Garfield sind leider nicht drinn – obwohl ich ihn gerne hören würde. Er ist nämlich tatsächlich einer der mehr zu bieten hat. Tief versteckt in seinen Empty Words z.B. eine profunden Kritik der Gelugpa-Auffassung von der Wiedergeburt (suche ich bei Bedarf gern raus).

    Aber warum nicht bei der nächsten Konferenz, einem Podiumsgespräch o.ä.? Wie wäre es mit einer Konferenz, bei der Buddhisten mal nicht unter sich sind, sondern mit Soziologie, Psychologen, Historikern u.ä. zusammensitzen?

    ——

    Hallo Julia, ich werd’s versuchen. Aber ich habe (auch) Trollkarma. Macht das alles etwas spannender.

    ——–

    Axel, danke, aber das ist Quatsch. Bitte lass uns nicht auf dem Niveau debatieren, wer wessen Sandburg zuerst kaputt gehauen hat. Das wird dann allmählich mühsam.

  9. 

    Wenn Du wieder im Forum des Tibetischen Zentrums diskutieren möchtest, dann entschuldige Dich bitte bei Christof.

    Mann, Mann, Mann…

    Dazu gibt es eigentlich nichts zu sagen.

  10. 

    Mein erster Satz war natürlich ein Zitat einer meiner Vorposter. Das Template nimmt leider kein „b-quote“.

  11. 

    Ja, das Template nimmt in den Kommentaren kein „b-quote“. Bitte Zitate kursiv – „em“ und „/em“ – setzten oder einfach in die guten alten Anführungszeichen nehmen.

  12. 

    Hallo Matthias,
    ich habe Dich heute eigenmächtig gebannt. Dies war nicht im Sinne von Christof und des Tibetischen Zentrums. Ich entschuldige mich bei Dir und würde mich freuen, wenn Du wieder an den Diskussionen teilnimmst.
    Dein Bann habe ich aufgehoben. Bitte gib mir Bescheid, falls es mit dem Einloggen nicht klappt.

    Mit freundlichen Grüßen, Axel

  13. 

    Axel.

    Das ist jetzt ein wunderbares Beispiel zum Thema nicht-intentionale Ergebnisse intentionaler Handlungen. Mit anderen Worten, man weiss oft nicht was bei dem rauskommt, was man macht. Handeln bleibt riskant. Aber es passiert was. Karma eben.

    Blöd nur, daß man Texte nicht einfach löschen kann. Man kann nicht auf das Vorher zurück. Es sei denn man will sich wieder was vormachen. Schauen wir also mal, wie sich die Situation weiter entwickelt.

    Ein klitze-kleines Verständnisproblem habe ich allerdings noch: Du schreibst, du hättest mich gebannt nachdem du diesen Text hier gelesen hättest. Wie man dem im Titel abgebildeten Screenshot entnehmen kann, habe ich meine in Acht und Bannlegung heute morgen um 6 Uhr 58 empfangen, dieser Text ist aber erst um 8 Uhr 24 erschienen. Bin ich da jetzt in eine Zeitschleife geraten? Was ist Ursache was ist Wirkung? Haben wir es hier etwa mit einem echten Nichtlinearen Ablauf zu tun, einem Wurmloch voller bedingtem Entstehen?

  14. 

    Hallo Matthias!

    Nun wird es aber Zeit, Dein Statement oben zu Christof Spitz wieder zurückzunehmen, oder? Eine Entschuldigung wäre auch kein Zeichen der Schwäche, eher eines der Höflichkeit. Zudem wäre es doch auch sinnvoll nun etwas heterogener über das tibetische Zentrum zu berichten. Die Diskussionskultur dort ist es jedenfalls.

    Thorsten

  15. 

    Völlig richtig Thorsten, eine Entschuldigung ist kein Zeichen der Schwäche. Wie ich aber gerade an Axel geschrieben habe, werde ich erstmal schauen, wie sich die Sache weiter entwickelt. Eine Klarstellung meinerseits wird sicher folgen – wenn mal kar ist, was hier überhaupt abgeht (siehe Wurmloch).

    Vielleicht führt das Ganze ja auch zu etwas Nachdenklichkeit darüber, wie man sich überhaupt in solchen Onlinediskussionen verhält. Daß man z.B. die Argumente prüft, die jemand vorträgt. Ich kann das leider in der ganzen Diskussion nicht sehen (du bist eine der wenigen Ausnahmen).

  16. 

    Ich lach mich scheckig… :-)

    Axel Brintzinger nennt diesen Blogbeitrag.und dann:

    habe ich ihn von diesem Forum gebannt. Grund: […] insbesondere die o.g. Blogbeiträge zeigen, dass Matthias in keinem ausgeglichenen, ruhigen und klaren Geisteszustand ist.

    Krasse Sache auch ohne Zeitstempel. Das ist klare Zensur wegen einer geäußerten Meinung an einer völlig anderen Stelle.

    Vielleicht kann Axel Brintzinger auch ferngeistheilen? Ferndiagnostizieren kann er ja schon! ;-)

  17. 

    Übrigens,

    bevor ich hier für heute Schluss mache: Ich habe mit Bedacht den Titel mit einem Fragezeichen versehen. Im letzten Absatz steht mit Bedacht ein „impliziert“. Wenn auch Christof Spitz keine direkte Verantwortung für diese Zensurmaßnahme treffen sollte, so trägt er doch Verantwortung. Er trägt mit Verantwortung für ein Buddhismusbild in der Öffentlichkeit, das dringend korrekturbedürftig ist. Und er trägt mit Verantwortung für Leute, die als Moderatoren im Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg in unglaublicher Selbstherrlichkeit über andere urteilen. Wenn dieser Aufreger hier dazu beiträgt, in dieser Hinsicht für mehr Bewusstsein zu sorgen, dann ist es das wert gewesen.

    Eine ausführliche Stellungnahme folgt in den nächsten Tagen mit dem Text:

    ***Das Prinzip des totalen Buddhismus***

  18. 

    Also ich war`s nicht.
    Das mit dem Sperren.

    Ich finde aber, über Buddhismus kann man nicht diskutieren.
    Man kann ihn nur praktizieren.
    Wer diskutiert, philosophiert.

    „Lass uns Abkehr nehmen von Wut und bösen Blicken.
    Und lass uns nicht empfindlich sein, wenn andere anderer Meinung sind. Denn alle Menschen haben ein Herz, und jedes Herz ist anders.
    Ihr Gut ist unser Schlecht und andersherum.
    Wir sind nicht unsagbar weise und sie nicht unsagbar dumm. Beide sind wir nur gewöhnliche Menschen.
    Wie kann einer eine Regel festlegen, um Richtig und Falsch zu trennen. Denn wir sind alle weise und dumm, so wie ein Ring kein Ende hat.“
    17-Artikel-Verfassung, Prinz Shotuku

  19. 

    Hallo Matthias,
    für mich ist die Sache beendet. Hier und im Forum des Tibetischen Zentrums. Ich werde mich zu nichts mehr äußern.
    Alles Gute, Axel

  20. 

    Matthias, du sagst: „Der Buddhismus bietet großartige Aspekte.“ Kann ich irgendwo schon gebuendelt nachlesen, welche das deiner Meinung nach sind?

  21. 

    dooyen, nachlesen kannst du das im Motto dieses Blogs.

    Axel (Forummoderator), schon klar. Belassen wir es dabei. Alles Gute.

    Axel (der andere)… nun ja, mmh.. Mich freut auf jeden Fall dein kurzes Plädoyer für mehr die Philosophie ;-)

    Thorsten, du sagts: Zudem wäre es doch auch sinnvoll nun etwas heterogener über das tibetische Zentrum zu berichten. Die Diskussionskultur dort ist es jedenfalls.

    Ich möchte nochmals klarstellen, daß es in dieser Debatte um eine ganz bestimmte Frage ging – Karma als Schuldklotz, um es mal so auf den Punkt zu bringen. Es gab keinen Bericht über das Forum des Tibetischen Zentrums. Was es nun gibt, ist eine Selbstdarstellung des Forums des Tibetischen Zentrums Hamburg durch diese Diskussion. Diese Selbstdarstellung wurde sicher von mir mit ausgelöst, keine Frage. Das Interessante wäre, wie das für einen Aussenstehenden aussähe und wie so jemand sich dazu äussern würde.

    Ich bin ziemlich sicher, daß Leute die sich mit Rassismus, Sexismus und dergleichen in unserer Gesellschaft beschäftigen, über diese Selbstdarstellung entsetzt wären. Mein Kritikpunkt war und ist, daß dort im Forum beinahe unwidersprochen eine Karmatheorie vetreten wird, die im wesentlichen dem Opfer die Verantwortung zuschreibt für das was ihm geschieht und den Täter dabei ausblendet. Was das für Implikationen für eine immer noch mit Rassismus und Sexismus durchsetzte Gesellschaft bedeutet, führt hier zu weit, aber man sollte das mal durchbuchstabieren. Ein Buddhismus der u.a. solche ‚Theorien‘ (Karma als Schuldklotz) zulässt, kommt dabei denkbar schlecht weg.

    Heterogener über das tibetische Zentrum berichten? Ja. Schaun wir mal, wie es weiter geht.

  22. 

    „nachlesen kannst du das im Motto dieses Blogs.“

    Tja, vielleicht weiss ja sonst jemand, was er meint.

  23. 

    Vorweg, ich habe nicht alles gelesen – Entschuldige. Aber ich kenne diese Diskussionen zu Hauf. Ich will mich jetzt auch nicht zum Thema Karma verstricken, ganz einfach, weil ich – trotz das ich mich Buddhistin nenne – eine oft andere Auffassung zum westlich geprägten Buddhismus habe…
    Du kennst mich ja schon eine Weile und weißt was ich meine.

    Nur eines und das liegt mir persönlich am Herzen. Ich bin ein ehemaliges Opfer einer Gewalttat die von meinem 4 bis zu meinem 16 Lebensjahr andauerte und die mich fast das Leben gekostet hat. Ich glaube kein Mensch kann nachvollziehen was ein (in meinem Fall ehemaliges) Opfer körperlich wie seelisch sich erarbeiten muss, um wieder vollständig zu genesen. Natürlich gibt es Menschen die vielleicht die Kraft finden, auch irgendwann aus diesem Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt auszubrechen und natürlich gibt es Menschen die das zu ihren Lebzeiten nicht schaffen. Aber all das mit Karma zu entschuldigen oder auch zu erklären (wobei kam wirklich irgendwann eine richtige Erklärung? – ich denke nicht), macht es nicht besser, oder einfacher. Ich habe erlebt das sich der Buddhist von Heute gerne seiner Verantwortung gegenüber Mensch und Tier drückt. Oft wird ein Hilferuf mit den Worten: „Du schaffst das schon!“ abgespeist: Und immer noch gibt es genug Buddhisten die ihren Fleischverzehr damit begründen, das Buddha das Fleisch für die Bhikshu erlaubt hat – als wären alle Buddhisten bettelnde Mönche… und als hätte es zu Buddhas Zeiten bereits die Massentierhaltung gegeben.

    Der Begriff Mitgefühl, wurde für den westlich geprägten Buddhisten neu geschaffen und hat nicht viel mit dem zu tun, was es eigentlich aussagt. Nächstenliebe beschränkt sich darauf möglichst schnell das eigene ICH loszulassen. Dabei geht es hier die liebe lange Zeit nur um das eigene EGO. (der Buddhist von heute beschäftigt sich so lange mit dem ICH, bis er es geschafft sein ICH so zu globalisieren, das für anderes keine Zeit mehr bleibt) Ja mir ist bewusst, das ich mich jetzt wohl einer Reihe von Anfeindungen aussetze. Aber es tut mir leid… Buddhismus ist für mich etwas vollkommen anderes.

    Matthias mir tut es einerseits leid, das du gesperrt wurdest, andererseits war es wohl vorraus zu sehen…

    Alles liebe von Jo

  24. 

    Und noch etwas…
    Axel du schreibst;
    „Ich finde aber, über Buddhismus kann man nicht diskutieren.
    Man kann ihn nur praktizieren.
    Wer diskutiert, philosophiert.“

    Genau das ist der Grund warum Buddhismus so oft falsch interpretiert wird, weil sich Buddhisten vor einer Diskussion und eine Antwort auf eine Frage drücken.
    Buddhismus zu praktizieren heißt auch Fragen zu beantworten, sich Zweifeln und Kritiken zu stellen. Das wonach wir im Buddhismus oder auch im Palikanon suchen, finden wir nur im Alltag. Der Alltag ist das beste Praktikum überhaupt.. Alles andere ist die Flucht vor der Verantwortung die wir als Buddhisten gegenüber jedem Lebewesen haben.

    Tut mir leid Axel aber deine Antwort ist keine Antwort, sondern eine Flucht.

    Liebe Grüße von Jo

  25. 

    Ich war schon ewig nicht mehr hier… ich merke ich habe viel nachzuholen ;O).

    Deine Fragenhabe ich mal notiert… ich finde sie sehr spannend und werde mich näher damit beschäftigen:

    „Wie wäre es mit ein paar Stichworten oder Fragen? Kann eine Karmatheorie mit moderenen Erklärungen für die Entstehung von Gesellschaft, von Interaktion, von Problemen wie Sexismus, Rassismus, Kolonialismus etc. Schritt halten? Kann eine Karmatheorie irgend einen Beitrag zu Politik leisten – in dem Sinne, daß Politik heisst, sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, wie es zu einer Situation kommt in der ma sich befindet und wie man dann handeln soll? Kann Karma, auf der individuellen Ebene Entwicklungspsychologie ersetzten oder etwas zu ihr beitragen? Kann Karma etwas zur Erklärung der Entstehung des modernen Ichs überhaupt beitragen? Siehe Freud und was er began über das Ich zu sagen… das müsste einen Buddhisten ja eigentlich wahnsinnig interessieren. Oder auf der gesellschaftlichen Ebene: Wie entsteht das Ich vor dem Hintergrund des Wissens, das mit Marx begann zu entstehen?: Das Ich ist bestimmt durch die Reproduktionsprozesse die ihm aufgezwungen werden… und und und“

    … hach ich habe schon meine Gründe warum ich in keiner Sangha bin… lach…

  26. 

    Hallo Johanna, ich bin inzwischen wieder entsperrt. Und ich muss sagen, ich muss vor Christof Spitz den Hut ziehen. Er hat in der sich weiter entwickelnden Diskussion im Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg eine Position bezogen die den wahren Gläubigen dort echt zu schaffen macht. Er zeigt sich als ein moderner Denker der keineswegs einfach nachbetet, was im traditionellen tibetischen Buddhismus vorgebetet wird. Das nur in aller Kürze. Muss das möglicherweise noch mal aufgreifen in der nächsten Glosse, nach dem Motto: Und sie bewegen sich doch, die X-Buddhisten… und manche sind vielleicht gar keine.

  27. 

    cool vielleicht sollte ich mich dort mal anmelden…
    Ich bin was das betrifft zwar skeptisch aber immer noch hoffnungsvoll.
    Grüße von Jo

  28. 

    Guten Morgen Johanna, es wird allmählich wärmer, ist bei euch auf dem Hof wahrscheinlich auch nicht das schlechteste.

    Schau ruhig mal rein in dieses Forum. Generell sind diese Art von Foren problematisch, weil eine riesige Menge von Halbwissen sehr dogmatisch daher kommt. Da wird häufig Das Prinzip des Totalen Buddhismus vertreten: Alles wird aus Sicht der jeweils präferierten buddhistischen Schule vertreten.

    In dem Thread der der Ausgangspunkt dieses ganzen Disputes ist hat nun Christof Spitz einiges interessante geschrieben. Er argumentiert aus einer Perspektive die ich „begründete Skepsis“ nenne würde. Ab etwa => hier schreibt er einige interessante Texte.

    Bei den anderen Teilnehmern (z.B. Thorsten Hallscheid und Wolfgang) kann man gut beobachten wie sich allmählich deutlicher Unmut breit macht, weil da jemand gegen ihre dogmatische Weltsicht (z.B. Bewusstsein existiert unabhängig von Materie) gute Argumente bringt, bzw. zumindest gut begründet Nachdenklichkeit formuliert.

    Es wäre sicherlich lohnenswert Leute wie Christof Spitz zu unterstützen, wenn einem was daran liegt den Buddhismus aus einer unreflektierten Esoterikecke rauszuholen.

    P.S. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: erstens können solche Diskussionen sehr zeitraubend werden; zweitens sind sie oft kontraproduktiv weil sie wahnsinnig viel durcheinander schmeissen, so daß man kaum je einen Argumentationsstrang sauber durchziehen und verdeutlichen kann.

  29. 

    Ich diskutiere sehr gerne Matthias, das Problem ist nur, das ich jeder dogmatisch geführten Kontroverse aus dem Weg gehe. Damit kann und will ich nicht umgehen können. Wenn Leute ihren Standpunkt vom „perfekten Buddhismus“ beibehalten wollen, – sollen sie. Sich darüber zu streiten, was nun richtig oder falsch ist, ist müssig. Ich werde mir trotzdem mal als Gastleser die Beiträge ansehen, die du verlinkt hast…

    Bei uns ist es auch wärmer geworden, aber ich liege immer noch mit Erkältung im Bett, das hält sich momentan hartnäckig. Britta ist mit Shaya zum Ballett gefahren und ich schau mir jetzt in aller Faulheit eine DVD an. Die Hunde schlafen, die Katzen liegen neben mir…. Ich genieße das gerade…

  30. 

    Ich bin „nur“ bis Seite 13 gekommen….
    … ganz klar, ich werde mich bestimmt nicht anmelden und auch nicht weiter Gastlesen… meine Gelassenheit ist mir wichtiger und ich befürchte die könnte ich nicht wahren…

    Grüße von Jo

  31. 

    Leute ich muss ehrlich sagen ich war schockiert als ich diese Seite zufällig angeklickt hatte. Handelt es sich hier um erwachsene Personen??? So etwas kenne ich normal nur von Klatschzeitungen und das Niveu von solchen Blättern kennt man ja.
    Das finde ich sehr armseelig. Denk mal darüber nach ob das wirklich Sinn macht!