Archive für 30.11.99

Wie Es Ist

msteingass —  18.8.14

Auf der anderen Seite des Tales / In der Schlucht sind jetzt die Aasfresser / Schwarze Vögel zerren im Menschenfleisch / Hunde aus den zerstörten Gehöften zögern /  Das war mein Herr, das mein Gefährte / Gewimmel der Insekten und Hitze

Den Verbrannten lässt man in Ruhe / Nichts nähert sich ihm / Mitten in der Bewegung erstarrt / Versuchte noch aus dem brennenden Fahrzeug zu klettern / Regen hat ein Rinnsal aus Asche hinterlassen / Den sandigen Weg hinunter / Vertrocknete Tinte aus Tod / Schreibt vergeblich noch irgendwas auf

Ein Politiker besieht sich alles und sagt, er möchte Frieden

Soheit

msteingass —  15.8.14

Auf der anderen Seite des Tales ein Feld / Aus dem frisch gepflügten Acker quillt in dicken Tropfen Blut / Es leuchtet in der Morgensonne / Etwas unterhalb in einer Schlucht liegt ein Mann / Mit zerfetzten Beinen und eine Junge mit zerschossenen Augen / Einer anderer konnte noch ein Stück weit fliehen / Sein bis auf die Knochen verkohltes Gesicht bleckt die Zähne / Es riecht nach Verwesung und Scheisse / Über allem das Schweigen des August

No

msteingass —  30.7.14

I am ashamed. I am embarrassed. I live in disgrace. Forced to watch what happens.

These days remind me – once again – about the fulminant lie at the heart of what happens to be me. Once when I was young it was SS 20 and Pershing impressing me with an ultimate paradox (of this life). Later, one of many instances, there was the pocket of Sarajevo (and Tschechnia, and Ruanda, and) when you would shoot randomly mortars from the surrounding mountains. Today it was a market in Shejaiya, in Gaza. Killed 17, buying food, hearing the screeching sound of the incoming bomb. And the thump of thy voice of death: […]. A second later the screaming of the living.

I don’t believe. The horror of Treblinka is. It is all there is. The righteous tell me otherwise, but I don’t believe. You are a lie. And we live in disgrace. You – the G20, the WEF, the Capital, you fuckards, all the determining institutions  – tell me otherwise, but the Real is: we all live in disgrace!

And therefore I must burn my self. Sitting in silence burning this me you constructed. Becoming a heap of smoldering ashes. Praying nothing will remain of this errant pile of shit you are.

W.I.E.H.

HR-Giger_GebaermaschineAlien, das war 1979. Der Androide an Bord der Nostromo sorgt dafür, dass die fremde Lebensform geborgen wird und aus ihrem temporärem Habitat der Stasis entkommen kann. Im Laufe der Handlung wird klar, dass die Company für die das Raumschiff Nostromo unterwegs ist, großes Interesse an der fremden Lebensform hat. Order im Schiffskomputer besagt, derartige Lebensformen, so man sie antrifft, zu bergen und an Bord zu nehmen um sie der Company zuzuführen.

Alien ist wie viele andere Filme Hollywoods eine Metapher unseres Irrsinns: Anstatt vorsichtig tastend auf dem Planetoiden vorzugehen von dem das Signal des Alien ausgesendet wird (das, wie sich herausstellt, kein Hilferuf ist sondern eine Warnung), eskalieren die Ereignisse sofort –: der Befehl der im System des Schiffes Nostromo alle anderen überschreibt, ist der, unter allen Umständen des potentiell maximierenden Elements, der fremden nuklearen Kraft, habhaft zu werden. Ash, der Androide an Bord der Nostromo, ist der, der tatsächlich die Befehlsgewalt stellvertretend für die Company ausübt und selbst da wo er zerfetzt und zerrissen und in einem See aus weißem Androidenblut liegend seine finalen Worte spricht, kann das sich entfaltende Drama nicht mehr aufgehalten werden. Es ist die Eigendynamik der Ereignisse. Die Dynamik eines Geschehens, das über einen Kipppunkt hinaus geht und dann irreversibel wird.

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Neulich auf dem Schulhof. Eine Lehrerin kommt mit einer ihrer Schülerinnen ins Gespräch. Die junge Frau ist auf dem Gymnasialzweig einer deutschen Gesamtschule. Sie kommt aus sozial ‚angespannten‘ Verhältnissen. So genannter Migrationshintergrund. Geschiedene Eltern, kein Kontakt zum Vater – „zuviel Stress“ –, wenig Geld. Das soziale Umfeld voller Versuchungen und Nötigungen. In einer kleinen deutschen Stadt mit hohem Anteil an Migranten. Schulklassen in denen fünf oder zehn Nationen, Kulturen, Sprachen aufeinander treffen. Überforderte und resignierte Lehrer, großartige Bildungsmöglichkeiten für quasi umsonst. Eltern die ihre Töchter mit 16 aus der Schule nehmen um sie an einen Cousin zu verheiraten. Andere Eltern die sich alles vom Mund absparen, um ihren Kindern eine guten Schulabschluss zu ermöglichen. Schwimmunterricht im Burkini oder im DSDS-Bikini. 5 € pro Schüler für den Einkauf eines halben Schuljahres Kochunterricht. Kinder die in Designerklamotten zum Unterricht kommen. Andere deren Kleidung offensichtlich zum ixten Mal aufgetragen wird. Kinder mit iPhone, Kinder mit Neid. 12-jährige deren kriminelle Karrieren vorgezeichnet sind. Andere die das Wissen geradezu saufen. Der ganz normale Wahnsinn an einer deutschen Gesamtschule.

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