Archive für Notes

Short notes. Kurzer Hinweise.

Putting Nothing in Boxes and Selling It / Teures Nichts in Tüten

Die erste Ausgabe unseres neuen, englischsprachigen E-Journals ist erschienen. Die Adresse ist www.nonplusx.com

For the english version of this introduction please visite this site => speculative non-buddhism!

non+x ist kritische Auseinandersetzung mit Buddhismus und anderen kulturellen Erscheinungen. Wir sind an dem Punkt interessiert in dem Worte, Bilder, Aktionen sich in unvorhersehbarer Weise zu neuen ideologischen Formen kristallisieren.

non+x mischt auf. Die Tradition wird zerschnitten und mit dem Auge der Gegenwart verschmolzen. Der un-dogmatische Freigeist erlaubt sich unverschämte neue Perspektiven auf jegliches Material. Wir ermutigen und laden dazu ein die neuen konzeptuellen Räume zu erkunden, die sich aus der kreativen Konfrontation ergeben.

non+x ist das was passiert, wenn man beginnt die Situation zu erkunden. In spiritu ludi. Tu was du willst. Liebe deine Ideen.

Das Blog Speculative Non-Buddhism wird gemeinsam mit non+x weiter bestehen. Es wird der Platz für Diskussionen und Kommentare über Texte auf non+x sein. Englischsprache Interessierte sind herzlich dazu eingeladen an den Diskussionen teilzunehmen oder Material beizusteuern.

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Tom Pepper

Naturalzing Buddhism Without Being Reductive – a radical, and ridiculously arrogant, reinvention of Buddhist thought

Buddhismus  Nicht-Reduktionistisch Naturalisieren – eine radikale und lächerlich arrogante Neuerfindung des Buddhistischen Gedankens

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Buddhismus akzeptieren heisst Widersprüche akzeptieren. Mit dieser Feststellung beginnt Tom Pepper seinen jüngsten (englischsprachigen) Aufsatz im Blog Speculative Non-Buddhism. Sein Vorhaben  formuliert er folgendermaßen (1): „Ich versuche eine  kohärente und heute anwendbare Interpretation buddhistischer Konzepte.“ Das Ergebnis ist „Buddhismus als eine ideologische Theorie und Praxis“ mit dem Pepper einige wesentliche Begriffe des buddhistischen Kanons verbindet und reininterpretiert. Namentlich sind das: Samsara, Karma, Punabbhava (Wiedergeburt), Bodhi (Erwachen, Erleuchtung) und sunyata (Offenheit), anatman (Nicht-Selbst), und pratitiasamutpada (Bedingtes Entstehen).

Auf dem Weg zu dieser Reinterpretation beleuchtet Pepper, erstens, den in der Diskussion im Non-Buddhismus-Blog wichtigen Begriff der Ideologie nach Louis Althusser und, zweitens, die Theorie des Subjekts nach Alain Badiou bzw. dessen Begriff der Welt. In beiden Fällen gibt Pepper eine konzise und gut verständliche Einführung in diese komplexen Begriffe. Schließlich beleuchtet Pepper die Problematik des Badiou‘schen Begriffs des Wahrheitsprozesses – der Problematik, wie Wahrheit entsteht und wie innerhalb einer Ideologie, die den Menschen zutiefst ausmacht, erkannt werden kann, daß man Ideologie ist.

Der Ideologiebegriff wird dabei zu einem Synonym der samsarischen Mechanik. Ideologie ist derjenige von Alhusser geprägte marxistische Begriff der „diejenige Menge an Praktiken beschreibt, die unser Verhältnis zu den Verhältnissen der (Re)Produktion bestimmen.“ Die (unbewusste) Reproduktion der Verhältnisse, u.a. dadurch, daß sie als selbst-verständlich erachtet werden, wird dabei zum Samsara „das in einer endlosen Wiederholung des Immergleichen immer erfordert, daß man sich dem Neuen verschließt, sich von der Wahrheit  abwendet und so zur Quelle des Leids des Subjekts wird.“

Schließlich beleuchtet Pepper die entscheidende Frage, wie Veränderung möglich ist. Diese Frage ist nicht trivial, da das Individuum in der Ideologie sich stets als in der besten aller Welten lebend empfindet. Die Lösung liegt nicht in einer Weltflucht wie sie der X-Buddhismus anbietet, sondern in der Anerkenntnis, daß der Mensch grundsätzlich ein ideologisches Wesen ist und so genau innerhalb dieser Qualität in einer tatsächlichen materiellen Praxis Lösungen finden kann, sich einen Abstand verschaffen kann – was ihm eine Reflexion der die eigenen Ideologie ermöglicht. Wie schon gelegentlich in so mancher Fassung des Buddhismus betont, kann so Samsara in Nirvana umschlagen.

(1) Übersetzungen von mir.

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Literatur

Reinhard Heil, Subjekt und Ideologie – Althusser–Lacan–Žižek, Magisterarbeit TU Darmstadt, 2003; eine kurze und prägnante Einführung zu u.a. Althussers Denken. Im Internet frei erhältlich.

Louis Althusser, Ideologie und ideologische Staatsapparate, VSA, 2010; rechtzeitig zur Ersten Unbuddhistischen Internationalen frisch aufgelegt.

Alain Badiou, Zweites Manifest für die Philosophie, Turia, 2010; eine kurze und das Denken fordernde Einführung in das Denken des Franzosen.


Bhutan und Buddhismus aktuell

Lubob, Autor der Zen-Lampebespricht in seinem Blog einen weiteren Artikel  aus  Buddhismus aktuell, Ausgabe 1/2012 (vgl. auch unten: Konfickte des Buddhismus). Er nimmt sich der Problematik bhutanesischer Glückskekse an – d.h des so genannten Bruttoglücksproduktes. Lubob fragt: Ist Bhutan so glücklich wie es der offizielle deutsche Buddhismus haben will? Ich habe dazu noch ein paar ergänzende Erwägungen beigesteuert. Abgerundet wird das ganze mit einigen sehr spezifischen und hochwirksamen Meditationsempfehlungen.

To my english speaking readers

This is another take on a recent number of Buddhismus aktuell, a german mainstream buddhist magazine. In the article Konfickte des Buddhismus (see below) I analyze their relation to sexuality. The strong impression is: Main stream german buddhism, as represented in this magazine, is in reverse gear. Back to catholic Hypocrisy, Repression, Inhibition, Stagnation – staring absent minded into a broken mirror. Black silk ornamenting a fading dream of bliss. A sad story with no happy end.

In addition to this Lubob, author of the new german blog Zen-Lampe, writes about an article describing Bhutan. Bhutan seems to be more and more the latest fad for western Buddhists which want to see ‚original‘ Tibetan Buddhism. Bhutan is described as a country in which people shine with „a natural bliss from within“. At least that seems the fantasie of the author of the Bhutan-article in Buddhism aktuell. Lubob finds some reason to doubt this shiny picture. Additionally he also gives some very specific meditation advice. He reminds us that there have been quite some boddhisattvas around in the U.S. Hearing their mantric healings might help if the cushion doesn’t.

Remember the The Dead Kennedys?

California Über Alles!