Archive für Rezension

Buch- oder Filmbesprechung

OHA

M. Steingass —  1.9.13 — 16 Kommentare

Diesen Sommer, auf einer Passhöhe im Apenin, die ganze Nacht durchgefarhn, voll auf Modafinil und die ganze Zeit Ulysses (Hörbuch). Wir waren an der Stelle in der Bibliothek wo Stephan Dedalus seine Theorie über Hamlet zum besten gibt. Dann legten wir zur Abwechslung Käptn Peng ein. Kannten ihn nicht bisher. Verfielen prompt in einen Begeisterungstaumel. Ich hatte Mühe das Fahrzeug auf der Strasse zu halten. Mit diesem Groove plötzlich im Leib und diesen Gedanken im Kopp vom Meister Peng. Der hat was verstanden was dem X-Buddhismus auf ewig verschlossen bleibt.

Nachdem ich Käptn Peng kennen lernen durfte, sehe ich, daß eine ganz andere Spiritualität möglich ist. Eine jenseits dessen was wir von der Generation der Babyboomer her kennen. Es gibt Humor, und Nachdenken, und Intelligenz, und Gesang, und Musik, und Tanz – und alles ohne Erlaubnis! Kann man sich sowas vorstellen? Wagen wir einen ungeheuerlichen Gedanken: Es gibt Erleuchtung ohne Erlaubnis. Es wird eine Generation kommen die sich ohne Erlaubnis erleuchten wird. Und das in einer Weise in der wir von dem was wir heute als Spiritualität kennen, nichts mehr wieder finden werden. Käptn Peng gibt einen Vorgeschmack auf das was da möglich wird – im Land namens OHA.

Das tazlab 2013: Was ist das, was hat das mit Buddhismus zu tun, um was geht es in diesem Text und was soll man lesen?

Was das tazlab ist, darüber informiert => hier ein kurzer Text: „Ein politisch-kulturelles Forum gegen das Anything goes.

Was das mit Buddhismus zu tun hat? In gewissem Sinne gar nichts: Buddhismus heute ist im deutschsprachigen Raum und vermutlich im ganzen ‚Westen‘ zu allermeist eine apolitische und in Bezug auf einen notwendigen gesellschaftlichen Wandel irrelevante Erscheinung. Noch schlimmer, Buddhismus heute verstärkt und fördert mit seinem Innerlichkeitskult und seinem Narzissmus eine Haltung in der eine sich anbahnende Katastrophe durch beständiges meditatives Wegsehen gefördert wird. Diese Form des Buddhismus nennen wir X-Buddhismus. Das ist eine Haltung, die glaubt durch eine politische oder philosophische Entscheidung eine endgültige Lösung, eine Art Endlösung, die uns Deutschen ja immer besonders am Herzen liegt, zu finden. Mit dieser Entscheidung wird immer schon die Antworten mit geliefert – die berühmt berüchtigte Patentlösung (Euro-Rettungsschirm, Erleuchtung, Merkel, Dalai Lama). Wie wir aber sehen werden, ist unser Problem heute, daß wir uns in einer Situation befinden in der es nur ein sehr grosses Fragezeichen gibt. Sonst nichts. Non-Buddhismus akzeptiert das Fragezeichen und wird, da hinter dem Fragezeichen etwas Neues lauert, verschwinden sobald dieses sichtbar wird. Dazu und was das tazlab bzw. die drei im folgenden angesprochenen Autoren mit Non-Buddhismus zu tun haben könnten, in einem später Beitrag mehr.

Hauptsächlich geht es jetzt um drei Veranstaltungen des tazlab 2013 :

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Und über allem dräut der Dharma

Buddhismus aktuell 1/2013 und der Buddha im 21. Jahrhundert

Nur keine falsche Bescheidenheit! Das gilt generell für den Buddhismus im Westen. Daher geht es im aktuellen Heft der Deutschen Buddhistischen Union auch nicht um Buddha Heute, Buddhismus – eine Bestandsaufnahme oder ganz einfach um Buddhismus aktuell, so wie schließlich das Heft heisst, nein, es geht vielmehr um nichts weniger als um den Buddha im 21. Jahrhundert. Man nimmt sich also einiges vor. In ein Jahrhundert passt so einiges hinein und da kann einem schnell mal schwindlig werden, wenn man versucht diese Zeitspanne zu erfassen. Allein schon die technischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre und ihre sozialen Auswirkungen, dürften den meisten Buddhisten nur unzureichend bewusst sein. Schließlich gehört das Studium von Themen jenseits eines ominösen Dharma nicht gerade zu den Disziplinen, die einemhhdl5 Buddhisten nahe gelegt werden. Noch weniger Bewusstsein dürfte darüber bestehen, was seit den 60er und 70er Jahren an sozialen Veränderungen statt gefunden hat. Sicher, man weiss daß es da eine Frauenbewegung gibt, daß es Die Grünen nun schon mal bundesweit regiert haben, daß die Strassen früher alle leerer waren, daß das Benzin auch schon billiger war und das sowas wie einen Klimawandel droht. Aber wie sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem Zeitraum verändert haben, dürfte den meisten Buddhisten völlig verschlossen bleiben. Der Grund ist einfach: Sie leben alle ganz entspannt im Hier und Jetzt. Die damit einhergehende Referenzlosigkeit verunmöglicht jeglichen Vergleich mit anderen Epochen, und sei es auch nur mit der der vorhergehenden Generation. Das Diktat des Hier und Jetzt kann sich stets auf den Dharma als grundlegende kosmische Norm berufen, jenseits derer nichts von Belang existiert. Wer den Dharma lebt, lebt in ultimativer Wahrhaftigkeit. Es gibt kein Gesetz jenseits des umfassenden Dharma. Wer sich auf diesen kosmischen Masterplan beziehen kann, braucht nichts sonst und muss sich nicht in falscher Bescheidenheit bezüglich seiner Einsichten in das Zeitgeschehen üben, weil immer alles von höchster Warte gesehen wird.

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non + x

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non + x ist ein englisch sprachiges e-Magazin, das sich, angeregt durch François Laruelles Philosophie der radikalen Immanenz, mit zeitgenössischen Themen auseinander setzt.

Die aktuelle Ausgabe versammelt eine Reihe Texte die sich kritisch mit Buddhismus befassen. Hier einige kurze ins deutsche übersetzte Auszüge.

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Bhutan und Buddhismus aktuell

Lubob, Autor der Zen-Lampebespricht in seinem Blog einen weiteren Artikel  aus  Buddhismus aktuell, Ausgabe 1/2012 (vgl. auch unten: Konfickte des Buddhismus). Er nimmt sich der Problematik bhutanesischer Glückskekse an – d.h des so genannten Bruttoglücksproduktes. Lubob fragt: Ist Bhutan so glücklich wie es der offizielle deutsche Buddhismus haben will? Ich habe dazu noch ein paar ergänzende Erwägungen beigesteuert. Abgerundet wird das ganze mit einigen sehr spezifischen und hochwirksamen Meditationsempfehlungen.

To my english speaking readers

This is another take on a recent number of Buddhismus aktuell, a german mainstream buddhist magazine. In the article Konfickte des Buddhismus (see below) I analyze their relation to sexuality. The strong impression is: Main stream german buddhism, as represented in this magazine, is in reverse gear. Back to catholic Hypocrisy, Repression, Inhibition, Stagnation – staring absent minded into a broken mirror. Black silk ornamenting a fading dream of bliss. A sad story with no happy end.

In addition to this Lubob, author of the new german blog Zen-Lampe, writes about an article describing Bhutan. Bhutan seems to be more and more the latest fad for western Buddhists which want to see ‚original‘ Tibetan Buddhism. Bhutan is described as a country in which people shine with „a natural bliss from within“. At least that seems the fantasie of the author of the Bhutan-article in Buddhism aktuell. Lubob finds some reason to doubt this shiny picture. Additionally he also gives some very specific meditation advice. He reminds us that there have been quite some boddhisattvas around in the U.S. Hearing their mantric healings might help if the cushion doesn’t.

Remember the The Dead Kennedys?

California Über Alles!