DIE GLOSSE #01

M. Steingass —  1.2.13

Und über allem dräut der Dharma

Buddhismus aktuell 1/2013 und der Buddha im 21. Jahrhundert

Nur keine falsche Bescheidenheit! Das gilt generell für den Buddhismus im Westen. Daher geht es im aktuellen Heft der Deutschen Buddhistischen Union auch nicht um Buddha Heute, Buddhismus – eine Bestandsaufnahme oder ganz einfach um Buddhismus aktuell, so wie schließlich das Heft heisst, nein, es geht vielmehr um nichts weniger als um den Buddha im 21. Jahrhundert. Man nimmt sich also einiges vor. In ein Jahrhundert passt so einiges hinein und da kann einem schnell mal schwindlig werden, wenn man versucht diese Zeitspanne zu erfassen. Allein schon die technischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre und ihre sozialen Auswirkungen, dürften den meisten Buddhisten nur unzureichend bewusst sein. Schließlich gehört das Studium von Themen jenseits eines ominösen Dharma nicht gerade zu den Disziplinen, die einemhhdl5 Buddhisten nahe gelegt werden. Noch weniger Bewusstsein dürfte darüber bestehen, was seit den 60er und 70er Jahren an sozialen Veränderungen statt gefunden hat. Sicher, man weiss daß es da eine Frauenbewegung gibt, daß es Die Grünen nun schon mal bundesweit regiert haben, daß die Strassen früher alle leerer waren, daß das Benzin auch schon billiger war und das sowas wie einen Klimawandel droht. Aber wie sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem Zeitraum verändert haben, dürfte den meisten Buddhisten völlig verschlossen bleiben. Der Grund ist einfach: Sie leben alle ganz entspannt im Hier und Jetzt. Die damit einhergehende Referenzlosigkeit verunmöglicht jeglichen Vergleich mit anderen Epochen, und sei es auch nur mit der der vorhergehenden Generation. Das Diktat des Hier und Jetzt kann sich stets auf den Dharma als grundlegende kosmische Norm berufen, jenseits derer nichts von Belang existiert. Wer den Dharma lebt, lebt in ultimativer Wahrhaftigkeit. Es gibt kein Gesetz jenseits des umfassenden Dharma. Wer sich auf diesen kosmischen Masterplan beziehen kann, braucht nichts sonst und muss sich nicht in falscher Bescheidenheit bezüglich seiner Einsichten in das Zeitgeschehen üben, weil immer alles von höchster Warte gesehen wird.

Einen Buddhisten – dies zur Erinnerung – der den Dharma lebt, diese übermenschliche kosmische Moralmaschine, nennen wir einen X-Buddhisten. Ob nun Zen-, i- oder Ökobuddhismus, immer droht im Hintergrund das überweltliche Gesetzt des Dharma das angeblich ein Mann in Es-war-einmal entdeckt haben soll. Sieht man sich die Sprache an, die X-Buddhisten gebrauchen, sieht man leicht welchen Ausdruck dieser jenseitige, esoterisch-mystische Dharma findet. Blättert man ein Heft wie Buddhismus aktuell durch, findet man überall diese typischen salbungsvollen und bedeutungsschwangeren aber nichtsdestotrotz völlig nichts sagenden Klischees. Die authentische Überlieferung, die wahrhaft Übenden, das harmonische Miteinander, das transformieren negativer Geisteszustände, die Entfaltung der eigenen Wesensnatur, das Tiefgründige, die rechte Sichtweise, die meditative Versenkung und die vollkommene Weisheit, die Soheit, die reine Sicht, der Buddha in unserem Geist, das Glück, ach – immer wieder das Glück, weshalb wir uns den Quellen des Wortes des Buddhas zuwenden, um die zeitlose Relevanz des Buddha-Dharma zu erfassen, um zum Kern des Dharma vorzudringen, und zum Kern der eigenen spirituellen Praxis, tiefgründig, unschätzbar, achtsam und immer wieder zeitlos, zeitlos, zeitlos – das und vieles mehr sind die Versatzstücke einer Sprache hinter der sich der ominöse Dharma verschanzt. Das ist die Sprache, an der man den X-Buddhisten erkennt. Buddhismus aktuell ist das offizielle deutsche Organ dieses Buddhismus und will man dieses Sprache kennen lernen, braucht man nur ein wenig in diesem Heft zu blättern.

hhdl1Diese Sprache wurde hier schon vor einem Jahr in Konfickte des Buddhismus behandelt. Damals schon, beim Thema Sexualität, hat sich gezeigt, daß Buddhismus aktuell nichts weniger ist als fortschrittlich. Die miefige  Sexualmoral die da gepredigt wird, ist keine Antwort auf die Probleme unserer Zeit mit Sexualität. Dieses Heft jetzt, über den Buddha im 21. Jahrhundert ist genauso wenig wegweisend. Auch hier zeigt sich wieder, daß dieser Buddhismus in hanebüchenere Selbstüberschätzung glaubt „ein spannendes, zukunftsfähiges Projekt mit offenem Ausgang“ (55) zu sein. Tatsächlich jedoch kann er die Zeichen der Zeit nicht lesen und hinkt wichtigen Themen einfach nur hinterher.

Ja, es geht z.B. um Rechte der Frauen. In einem Artikel von Ajahn Brahm etwa, Ordination von Nonnen: längst überfällig und nicht mehr zu stoppen (31 f).  Und ja, es geht um einen differenzierten Einblick in ein Kapitel der Geschichte des Buddhismus, den Franz-Johannes Litsch in Der Theravāda lehrt nicht Hīnayāna liefert (42 ff).  Beides Artikel die sich wohltuend sachlich abheben von dem sonst vorherrschenden süßlich-nebulösen Dharmagesülze (inklusive all der penetranten Reklame für Dharmaprodukte). Ist das etwa der unbewusster Ausdruck eines Mangels, wenn man nicht wirklich etwas zu sagen hat, wird buddhistisches Süßholz geraspelt? Wie auch immer. Es werden hier wichtige Themen behandelt. Buddhistisches soziales Engagement in Gefängnissen (20 ff), buddhistischer Religionsunterricht an Schulen (24 f), prima. Wer sollte was dagegen sagen? Aber das ist einfach schlichte Gegenwart, zukunftweisend aber, wie das Titelthema suggeriert, ist das nicht.

Der Buddha im 21. Jahrhundert hat derweil erst noch mit ganz anderen Problem zu kämpfen. Auf der gleichnamigen Konferenz ist einmal mehr Thomas Metzinger vertreten und spult sein Program über Spirituelle und intellektuelle Redlichkeit ab (52), denn das müssen die deutschen Buddhisten erst noch lernen, was das ist, intellektuelle Redlichkeit!

Darauf bildet man sich im deutschen aktuellen Buddhismus dann aber auch tatsächlich was ein, daß man allen Ernstes darüber spricht, Reinkarnation, Karma oder sonstiger Aberglaube entsprächen – vielleicht – nicht ganz dem was man heute wissen könnte. So weit ist man schon. Gratulation. Das ist sicher eine dieser berühmt-berüchtigten „zeitgemäßen“ und „authentischen“ Antworten die der Buddhismus gibt.

Immerhin: Frauenrechte, Geschichtsschreibung, religiöse Dogmen – alles wichtige Fragen. Nur halt nichts was den X-Buddhismus als besonders fortschrittlich ausweisen würde. Das was da die „Konturen eines Buddha des 21. Jahrhunderts“ ausmachen soll, ist lediglich eine Wichtigtuerei, die nun Fragen, die jeder halbwegs moderene Mensch schon längst bedenkt, endlich auch entdeckt hat und die sich damit als wichtige gesellschaftliche Kraft legitimieren will. Das aber kann der X-Buddhismus wahrhaftig nicht sein. Sein grundsätzlicher Fehler besteht darin, daß er alles nur immer im Kontext eines  ominösen „Wort des Buddha“ sehen kann. Das ist gewissermaßen seine Zwangsneurose. Der ständige Verweis auf das Wort des Vaters.

Auf das bezieht sich z.B. Stephan Batchelor in seiner „Vision: Buddhismus 2.0“ (53f), mit der er sich, man sieht es leicht an dieser forciert jugendlichen Bezeichnung, gerne an eine moderne, netzaffine Generation anbiedern möchte. Die „Hinwendung zu den Quellen, den Worten des Buddha“ allerdings zeigt sogleich wie sehr von gestern diese Vision ist. Sie ist nicht in der Lage, das hermeneutische Paradox eines solchen ursprünglichen Wortes zu erfassen. Jacques Derrida hat diesen Wunderglauben an eine originales Wort vor 50 Jahrenhhdl2 analysiert, als Logozentrismus bezeichnet und seine Unmöglichkeit gezeigt. Logozentrismus, der Glaube an das eine originale, ursprüngliche, reine Wort, dessen Bedeutung zeitlos fest steht, das da im Anfang war, egal ob Johannes 1.1 oder Buddha unter’m Bodhibaum  – nichts anderes ist der Dharma auf den sich der X-Buddhismus bezieht. Auch hier also, wie beim Thema Sexualität, eine völlig naive Ahnungslosigkeit.  Für den gläubigen X-Buddhisten eines „zeitlos gültigen“ Dharmas besteht weder Anlass philosophische Entwicklungen des letzten Jahrhunderts zur Kenntnis zu nehmen, noch sich über die weit reichenden Konsequenzen eines Denkens das bedingtes Entstehen ernst nimmt, Rechenschaft abzulegen. Wie also soll er da über das nächste Jahrhundert sagen können?

Entsprechend dünn ist auch der Aufsatz zum Titelthema von Joachim Wetzky Occupy Samsara – Klimawandel, Globalisierung und der mittlere Weg (7 ff). Die Ahnungslosigkeit eines aktuellen Buddhismus past hervorragend zu Wetzkys so genantem „postmodernen Buddhismus“. Man muss dazu wissen, daß die Grablegung des Logozentrismus durch Derrida mit zu dem führte, was man etwa seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Postmoderne nennt. Ein Begriff der von Anfang an abschätzig gemeint war, da er ein vermeintliches, aus dem Tod des Logozentrismus resultierendes Anything-Goes beschrieb. Genau ein solches Anything-Goes ist Wetzkys postmoderner iBuddhismus. Alles darf hier eine Platz haben, alles ist irgendwie wahr und alles was einem, aus welchem Grund auch immer, wichtig erscheint, kann irgendwie integriert werden. „Integral“ ist entsprechend auch das Stichwort, welches, von HH Ken Wilber geprägt, für Integrität bürgen soll.

Leider ist es mit der aber nicht weit her denn es wird kritiklos alles ineinander gerührt was postmoderne Esoterik hergibt. Kritik im Sinne von Differenzierung + ontologischer Sparsamkeit kommt hier nicht vor. Alles wird irgendwie gleich, und in dem Versuch hierarchisches Denken zu transzendieren darf jeder alles denken – egal wie bescheuert es ist. So finden wir im iBuddhismus, vertreten passender Weise hauptsächlich auf Facebook, das mit seinem Like-Button auch nichts anderes mehr zulässt als ein kritikloses Ich-fress‘-alles, ein kunterbuntes Durcheinander das von A wie Astrologie bis Z wie Zen alles in einem großen Eintopf zusammen kocht.

Oberstes Gesetzt ist dabei der Konsens. Alles muss sich in den Konsens fügen. Disput, Kritik, Auseinandersetzung, das Andere, Dialektik gar, sind diesem Like-Button-Buddhismus verboten. Hier sind die einfachen Lösungen gefragt, und das heisst: eindampfen!

Das geht folgendermaßen. Wir nehmen eine Portion „traditionelle Buddhisten“, die „für die präzise und authentische Überlieferung des Dharma sorgen.“ Dann nehmen wir noch eine Portion „säkulare Buddhisten, die sich dafür einsetzen, die Essenz der buddhistischen Lehre in einer zeitgemäßen und aufgeklärten Form in unsere Gesellschaft zu bringen.“ Das rühren wir dann (unter mäßiger Hitze bitte, keinesfalls zum kochen bringen!!!), erschütterungsfrei und unter Beigabe etlicher Prisen integralen Bewusstseins zu einem „postmodernen Buddhismus“ zusammen, „der als eine Synthese von traditionellem und säkularem Buddhismus verstanden werden kann“ (vgl. 7 f). So einfach ist das.

Es ehrt den Autor, daß er versucht auf diese Art zu einer „gemeinsamen Buddhistischen Stimme“ zu kommen. Das Problem dabei ist allerdings, daß alle Beteiligten – die Traditionellen, die Säkularen und die Postmodernen – in der einen oder anderen Form von einem essenziellen Dharma ausgehen, von einer hhdl3transzendentalen Supernorm: zeitlos, authentisch, göttlich. Das ist nichts anderes als Logozentrismus. Damit ist klar, erstens, daß dieses Projekt nicht „postmodern“ ist. Es handelt sich um einen Etikettenschwindel. Wenn man den Begriff positiv wenden wollte, hiesse  „postmodern“, verstehen zu lernen, was Logozentrismus ist und welche Konsequenzen sich ergeben wenn man ihn hinter sich lässt. Zweitens – und das ist wichtiger als irgendwelche verpackungstechnischen Begriffsfragen – der ständige Rückgriff auf die logozentrische kosmische Moralmaschine Dharma und ihre „authentische Überlieferung“ als „Essenz der buddhistischen Lehre“, ist nichts anderes als der Bezug auf ein jenseitiges, esoterisch-metaphysisches Konstrukt, das sich nicht von anderen Glaubensformen unterscheidet. Damit verliert der Buddhismus jenes Merkmal, das ihn in der Geschichte der Weltreligionen einzigartig macht, den Verzicht auf metaphysische, ontologische Spekulation. Damit wird er zum X-Buddhismus.

Wer unter dem Markenzeichen dieses pseudopostmodernen Buddhismus trotzdem alten logozentrischen Wein in neuen Schläuchen verkaufen will, übt strukturelle Gewalt aus. Bezeichnender Weise unterlässt es Wetzky, diesen Begriff einzuführen, obwohl er ausführlich aus einem Interview zitiert in dem dieser Begriff von großer Wichtigkeit ist. Sulak Sivaraksa, Professor der Sozialwissenschaften und buddhistischer Sozialaktivist, erläutert, was unter struktureller Gewalt zu verstehen ist:

Wir müssen aber heutzutage gar nicht mehr persönlich töten. Das erledigt heute das ganze Wirtschaftssystem für uns. Die Marktwirtschaft tötet für Dich. Die Staaten töten für Dich. Die Armeen töten für Dich. Genauso ist es mit dem Stehlen. Die Weltbank, der IWF (Internationaler Währungsfond) stiehlt für Dich.

Die strukturelle Gewalt des pseudopostmodernen Buddhismus aktuell ist dabei eine ideologische Struktur, die sich als göttliche Norm durch einen essentiellen und authentischen Dharma artikuliert, der es erlaubt alles ‚richtig‘ zu verstehen, wenn man nur ‚den Dharma‘ einmal richtig verstanden hat. Tatsächlich kann jedoch dieser als zeitlose Norm verstandene Dharma nichts anderes sein, als ein Ausdruck der gegenwärtigen materiellen Verhältnisse die das Bewusstsein prägen, das diesen Dharma denkt. Damit ist diese zeitlose Supernorm Resultat der Verhältnisse. Sie fantasiert lediglich, sie habe die ultimative Einsicht während letztere lediglich das ultimative Sedativum ist. Sie macht den Sklaven glauben, daß er frei ist und unterwirft ihn damit dem subtilsten aller Kontrollmechanismen. Die Ideologie des pseudopostmodernen Buddhismus aktuell passt sich damit nahtlos ein in die strukturelle Gewalt, die die ‚entwickelte Welt‘ ausübt um ihren Energiehunger zu befriedigen. Noch einmal Sulaki Sivaraksa, der, imhhdl4 Gegensatz zum postmodernen Konsens-Buddhismus, klipp und klar sagt was Sache ist:

Auf der nördlichen Halbkugel des Planeten leben 20 % der Weltbevölkerung und konsumieren 60 % der Ressourcen. […] Der Betrachtung dieser Tatsache muss man eine Priorität einräumen.

Es stimmt, es ist eine wichtige Einsicht wenn Joachim Wetzky feststellt, „daß wir nicht umhin kommen, uns einige kritische Fragen zu stellen, wenn wir uns mit der Frage nach einer zeitgemäßen Praxis im 21. Jahrhundert auseinandersetzen“ (vgl. 10). Es ist ein nobles Motiv, nach einer Bündelung buddhistischer Kräfte zu streben, um einer globalen, durch einen gnadenlosen Konsumterror ausgelösten Katastrophe entgegen zu wirken. Allein, eine Basis für dieses Unternehmens fehlt. Der Buddhismus aktuell kann sie sicher nicht bieten.

Merke

1. Der postmoderne Buddhismus aktuell ist eine Regression in eine vormoderne Religiosität die keine Möglichkeit hat in die atomisierenden Normierungen einzugreifen, die der Konsumkapitalismus selbst den kleinsten Lebensregungen aufzwingt.

2. Die stets geforderte Unterordnung unter diesen buddhistischen Logozentrismus, stellt ein Form struktureller Gewalt dar, die sich nahtlos in die allgemeine strukturelle Gewalt einfügt, die die so genannte entwickelte Welt („20 % der Weltbevölkerung“) auf die Bevölkerung des gesamten Planeten ausübt.

Damit ist für den Buddhismus aktuell jeder Versuch etwas zu einer grundsätzlichen Weltveränderung beizutragen, zum Scheitern verurteilt. Der stets hörbare Ruf nach „heilsamen Impulsen“ entlarvt sich damit als Zwang zum Konsens den buddhistischen Logozentrismus keinesfalls zu dekonstruieren und unter seinem kuscheligen Dach einer komplett unverstandenen Postmoderne Ruhe zu bewahren.

Indem Buddhismus aktuell versucht, sich mit einem pseudopostmodernen Buddhismus eine „zeitgemäßen“ Anstrich zu verpassen, erweist sich der Buddha im 21. Jahrhundert als Potemkinscher Popanz. Sein Wille zum sozialen Engagement ist zwar begrüßenswert, dies sollte aber, entgegen gängiger Praxis, mit größter Bescheidenheit und Zurückhaltung umgesetzt werden. Nichts ermächtigt diese Variante des X-Buddhismus dazu, sich als Vordenker aufzuspielen. Dem durch die Deutsche Buddhistische Union vertretenen aktuellen angeblich postmodernen Buddhismus fehlt zu dieser Funktion jede Einsicht in seine eigene ideologische Struktur. Damit fehlt ihm jede Möglichkeit auf grundsätzlicher Ebene etwas an den bestehenden Verhältnissen zu ändern. Entsprechend fragt Wetzky zwar, mit der üblichen buddhistischen Floskelhaftigkeit, wie man denn, „wenn man sich um das Wohlergehen aller Wesen Gedanken mache, trotzdem weiter Fleisch essen könne?“ Die Frage aber, wie denn das ökonomische System beschaffen ist, das uns als Kollektiv dazu zwingt, Fleisch in rauen Massen zu fressen, wird in diesem Kontext nie gestellt werden.

Es geht nicht (allein) darum seinen ökologische Fußabdruck zu minimieren. Wer das tut ohne sich Klarheit über seinen ideologischen Fußabdruck zu verschaffen, betreibt lediglich greenwashing.

Fisker Karma

Fisker Karma

33 Antworten zu DIE GLOSSE #01

  1. 

    Reaktion von Joachim Wetzky => hier.

    ———–

    Addendum 20 Uhr 14. Anscheinend wurde die Diskussion auf der Facebookseite von Joachim Wetzkys iBuddhismus gelöscht.

    Er hatte dort die üblichen Vorwürfe erhoben, die man von Konsensbuddhisten immer hört. Die böse, böse Kritik die sich menschenverachtend einen Dreck um den Frostschritt schere und zu letzterem nichts, aber auch gar nichts beitragen wolle.

    Die Diskussion war interessant. Zwei andere Teilnehmer vertraten durchaus differenzierte Ansichten zu diesem Text. Ich hatte darauf heute noch mal geantwortet – vor allem mit einem weiteren Verweis auf die Substanzlosigkeit von Wetzkys Beitrag zu Buddhismus aktuell 2013/1. Das war dann wohl zu viel für ihn. Die gesamte Diskussion ist gelöscht. Schade.

    Allerdings ist das alles ein Beleg für die These, daß es in dieser Variante des X-Buddhismus um nichts als Friede-Freude-Eierkuchen geht. Konsens eben. Konsens um jeden Preis. Die ander Meinung ist nicht erwünscht. Das ist das was man „strukturelle Gewalt“ nennt. Ein besseres Beispiel als eine solche Zensurmaßnahme kann man sich kaum vorstellen.

    Ironie an der Geschichte: Wetzky warf mir vor, daß ich mich stets der Diskussion entziehe.

  2. 

    Lieber Matthias, wie so oft finde ich, dass du etwas wichtiges zu sagen hast. Du könntest der buddhistischen Szene einen ordentlichen Impuls geben, wie ich finde!

    Leider empfinde ich es so, dass deine Worte vergiftet sind, voller Wut und verletzender Absicht. Darum sind sie nicht mit meinem ethischen Verständnis vereinbar.

    Wenn deine Form heilsamer wird, beteilige ich mich sehr gerne an deiner Diskussion.
    Freundliche Grüße, Joachim Wetzky

  3. 

    Lieber Joachim – „wenn deine Form heilsamer wird“ gestehst du mir huldvoller Weise zu, dann redest du mit. Und wer bestimmt welche Form heilsam ist? Du natürlich.

    Wie das funktioniert kann man derzeit bei dir auf Facebook beobachten. Du löschst konsequent alle Beiträge, nicht nur von mir, die dir nicht passen. Dabei geht es nicht um Beiträge, in denen du persönlich angegriffen wirst. Nein, es wird gelöscht, was nicht deiner Meinung entspricht.

    Was für eine rotzfreche Anmaßung. Du bestimmst was heilsam ist und was dir nicht passt wird zensiert. Hast du sie noch alle? Du verlierst jede Glaubwürdigkeit.

    Da sieht man, wozu eine solche Konfrontation wie in dieser Glosse gut ist. Es zeigt sich ob jemand souverän argumentieren kann oder zu Zwangsmitteln greift.

    Eine solche Engstirnigkeit nimmt dann auch noch die Occupy-Bewegung für sich in Anspruch. Das ist echt ein schlechter Witz das alles.

  4. 

    Ja, lieber Matthias, ich lösche Beiträge auf Facebook wenn ich sie für unangemessen halte. Und da ich – wie schon erwähnt – deine Tonart daneben finde, gibt es dafür auf meiner Seite keinen Platz. Für dich mag das eine „rotzfreche Anmaßung“ sein, für mich ist es ein Zeichen von Gesundung, wenn man sich von Menschen distanziert, die massiv Negativität verbreiten.
    Gehab dich wohl. Joachim

  5. 

    Joachim, Ich habe mir, was die Einschätzung deines Zugangs zur Sache angeht, bisher deine Beiträge auf deiner Facebookseite und auf deinem Blog nicht sehr genau angesehen, sondern bin für die Glosse #01 nur von dem ausgegangen, was in Buddhismus aktuell 2013/1 von dir zu finden ist. Nach Durchsicht deiner jüngeren Facebookbeiträge und deines letzten Blogartikels muss ich sagen, ich hätte die Glosse noch viel stärker auf den Aspekt abstellen sollen, daß Buddhismus aktuell jemand einen Leitartikel schreiben lässt, der offensichtlich nicht die Kompetenz dazu hat. Das Niveau auf dem du ‚Buddhismus‘ betreibst, oder wie immer du es nennen willst, ist erschreckend. Dein „Gespräch mit Gott“ zeigt die ganze Naivität mit der du dich als Menschenretter aufspielen willst: Du musst nach Oberbayern reisen um die Schatten des zweiten Weltkriegs zu sehen? Und du redest mit Gott, um zu erfahren, was du tun sollst?

    Joachim, du hast weder von Zeitgeschichte, noch vom menschlichen Bewusstsein eine Ahnung. Diese Ahnungslosigkeit kompensierst du mit einem Blick nach innen bzw. in ein fantasiertes Jenseits. Daß du trotzdem glaubst, den Menschen „Licht bringen“ zu sollen, lässt nur den Schluss zu, daß du an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidest. Wenn du in deinem Leben zurecht kommst und die anderen mit deinem Esoteriktick in Ruhe lässt, ist daran nicht viel auszusetzen. Gefährlich ist dein Tick, den Menschen das Licht bringen zu wollen. Mit diese Jesusattitüde unterscheidest du dich nur graduell, nicht aber im Grundsatz, von einer fundamentalistischen Religiosität. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß du das Ganze mit einer von Ken Wilber entlehnten pseudomodernen Terminology verkaufst.

    Aber wie gesagt, das eigentliche Zeichen der Zeit, was den Buddhismus in Deutschland angeht, ist die Tatsache, daß ein derartiges Gewaber aus süßlich verkitschter Esoterik, Jenseitsglauben und Bastelbuddhismus es schafft, als ‚Leitartikel‘ in Buddhismus aktuell zu erscheinen. Da muss man sich dann wirklich fragen, wo die „Zukunftsfähigkeit“ dieses Buddhismus liegen soll? Zukunft als gesellschaftliche Randerscheinung, klar, hat auch keiner was dagegen, nur bitte Klappe halten (Stichwort Bescheidenheit). Zukunft als gesellschaftlich relevante Kraft, wie das der Titel des ‚Leitartikels‘ „Occupy Samsara“ suggerieren soll? Vergiss es!

  6. 

    Auch wenn ich deine Einschätzung nicht teile, lieber Matthias, wünsche ich dir für deine weitere Arbeit alles Gute! Herzlich, Joachim

  7. 

    Gut, dass wir mal darüber geredet haben, Servus.

  8. 

    ;-)

  9. 

    Kann dieses Heft am Kiosk gekauft werden? Zusammen mit einem Päckchen Karma Light?

    „Darauf bildet man sich im deutschen aktuellen Buddhismus dann aber auch tatsächlich was ein, dass man allen Ernstes darüber spricht, Reinkarnation, Karma oder sonstiger Aberglaube entsprächen – vielleicht – nicht ganz dem was man heute wissen könnte. …“ – ?? – Das würde bedeuten, dass vor 2500 Jahren (Jaspers nennt dies die Achsenzeit) in den indischen Gangestal-Kulturen „etwas“ entdeckt worden sei, das zu verstehen dem Westen bis heute nicht (mehr) möglich sei.

    Wird nun unter „intellektueller Redlichkeit“ gefordert, das dieses „etwas“ von den westlichen Buddhisten zuerst durch Worte bewiesen werden muss – oder sollten sich die westlichen Skeptiker im Sinne einer mutigen Vorleistung nicht zuerst einer spirituellen Modulation hingeben?

    Die Idee, einen Jurassic Park zu rekonstruieren, hat etwas etwas Aufregendes und wäre ohne Zweifel ein Triumph der westlichen Wissenschaft. Ebenso sehr scheinen sich hier viele Leute an der Vorstellung zu begeistern, einen Buddha-Park, nicht unbedingt mit umherwandernden Mönchsscharen, sondern mit voll-aktiven, immer lockeren Leuten-wie-ich-und-du-und-wir, wieder einzurichten. Was dabei rauskommen kann, wäre zB ein Dharma-„Imperium“ dieses tollen Wikingers.
    Da kann man nur sagen: Passt auf, wenn Romantiker ernst machen.

    Es gab in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ja diese Aussteiger-(Jugend)Kultur, buddhistische Anschauungen und Praxen passten da sehr gut rein, im hier und jetzt und open end. Ein paar Jahrzehnte hat sich ein westlicher Buddhismus entwickelt, in grosser Vielfalt, jetzt kann wieder eingestiegen werden, start-ups auf dem Sitzkissen …

    Nun, unter Buddhismus 2.0 wird verstanden, dass der Buddhismus zuerst im Lichte der indischen Soteriologie gesehen werden muss, und dass die kanonischen Texte dringend einer Kritik unterzogen werden müssen, wie das im Westen bei den christlichen (und jüdischen) Texten schon seit dem 19. Jh. der Fall ist, deren Ergebnisse zwar an den Universitäten weitestgehend unbestritten und akzeptiert sind, jedoch von der „römischen Zentrale“ unterdrückt und somit nicht auf die Kanzel und zum Kirchenvolk gelangen.*

    Auch bei Buddhismus 2.0 hofft man, dass sich „etwas“ in unsere heutige Zeit herüberretten lässt, aber man ist zumindest so nüchtern, zu zu geben, dass man nicht weiss, ob dies gelingen wird. Und der möglicherweise wertvolle Beitrag eines „engaged Buddhism“ sollte auch nicht zum vorne herein ausgeschlossen werden. Vielleicht wird auch „occupy samsara“ so verstanden.

    * siehe http://www.radikalkritik.de/ und bezüglich Islam http://www.inarah.de/cms/

  10. 

    Zwischendurch nur schnell eine Antwort von Joachim Wetzky auf meinen Kommentar weiter oben. Ein wunderschönes kleines Beispiel wie man ad hominem spielt und trotzdem heilig tut.

    null

  11. 

    Hallo G.K.

    Bezüglich meiner Bemerkung, daß man im Buddhismus aktuell so ‚fortschrittlich‘ ist über Aberglauben wie Reinkarnation und Karma nachzudenken schreibst du, „das würde bedeuten, dass vor 2500 Jahren (Jaspers nennt dies die Achsenzeit) in den indischen Gangestal-Kulturen “etwas” entdeckt worden sei, das zu verstehen dem Westen bis heute nicht (mehr) möglich sei.

    Zum einen gilt mein Seitenhieb der Tatsache, daß beides z.T. personal (Reinkarnation) und deterministisch (Karma) gedacht wird. Ich glaub, darüber muss man nicht mehr ernsthaft diskutieren.

    Zum anderen sehe ich beides als Ausdruck seiner Zeit, als kulturspezifischen Ausdruck des menschlichen Geistes sich sich selbst zu erklären. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du die These, daß damals etwas verstanden wurde, was wir heute nicht mehr verstehen. Dabei gehst du – implizit – von der These aus, daß es eine Zeit gab in der ‚es‘ gewusst wurde und daß dieses hohe Wissen mit der Zeit vergessen wurde. Es geht dann also um eine zurück zu den Wurzeln. Unser Geschichtsverständnis heute sagt uns aber, daß es einen so gedachten Ursprung nicht gibt. Vielmehr ist dieser Ursprung eine Variation auf den Glauben an den einen großen und vor allem allwissenden Gott der alles schuf.

    Wir müssen heute von einem Geschichtsverständnis ausgehen, das sich in jedem Fall wenn es Dokumente der Vergangenheit betrachtet, darüber im Klaren ist, daß die Interpretation dieser Dokumente – die Hermeneutik – immer sofort mit beeinflusst ist von unserem Denken heute. In diesem Sinne sind Denker wie z.B. Nietzsche, Marx, Benjamin und Foucault einem naiven Buddhismus aktuell um Lichtjahre voraus. Gleichzeitig kann man sagen, daß der Gedanke des „bedingten Entstehens“ im Buddhismus, eine solches Geschichtsverständnis zwingend zur Folge hat.

    Was die „intellektuelle Redlichkeit“ angeht, geht es also darum sich ein Verständnis davon zu schaffen, wie in einer bestimmten Epoche welterklärende Begriffe entstehen. Dazu (Karma, Reinkarnation) hat z.B. Richard Gombrich viel geleistet. In einem weiteren Schritt muss man dann lernen, welche modernen Erklärungsmodelle es für, z.B., das Auftauchen des menschlichen Geistes es gibt. In dieser Hinsicht wäre etwa Thomas Metzingers „Being No-One – Eine kurze deutsche Zusammenfassung“ sehr hilfreich.

    Was den Buddhismus 2.0 angeht wird man sich den Text von Batechlor mal genau ansehen müssen. Wird er denn nun auf deutsch publiziert? Das könnte der Diskussion bedeutend helfen.

    Was „Occupy Samsara“ angeht so wird doch immer deutlicher, daß Joachim Wetzky ein Scharlatan ist. In seiner Reaktion oben wird deutlich, daß er sich wie der typische Hohepriester einer Sekte verhält. Wer ‚Schwierigkeiten‘ mit dem Begriff „Gott“ hat, wird diffamiert – als „unsicher“, „wütend“ und als Rationalitätsfetischist mit „engen Perspektiven“. Dann kommt die segnende Geste, die dem ‚Ungläubigen‘ dann doch noch eine Chance gibt, zum rechten Glauben zu gelangen. Das ist das Grundmuster eines jeden Fundamentalismus: Sich selbst überhöhen, den Ungläubigen abkanzeln. Mit „Toleranz und Wertschätzung Andersdenkenden“ gegenüber hat das nichts zu tun. Das zeigt ja auch deutlich genug seine Zensurpolitik in Diskussionen.

    Dein Anspielen auf Ole Nydahl verstehe ich nicht, wie meinst du die?

  12. 

    Hallo Matthias

    Meine Bemerkungen waren ein bisschen augenzwinkernd gemeint …

    Dieses ganze Erleuchtungsgequatsche mit Moralsauce, manchmal mag ich es auch nicht mehr hören. Aber eben.

    Wissen und verstehen, was da vor 2500 Jahren in den Gangestal-Kulturen los war. Und mich selber verstehen, und zwar im Sinne einer zeitgemässen Epistemologie.

    In dieser Hinsicht finde ich in Deinen Texten immer wieder wertvolle Hinweise, zB auf Th. Metzinger, resp. auf seinen Artikel über Spirituelle und intellektuelle Redlichkeit. (Sein Buch habe ich vor paar Jahren gelesen, scheint jetzt aber noch einmal fällig zu werden.)

    Ich fände es übrigens sehr hilfreich, wenn auf Deinem Blog eine Literaturliste zum Thema eingesehen werden könnte. (By the way finde ich auch die Umstellung des Schrifttypus im Blog sehr angenehm.)

    Zum Wikinger: Ich möchte jetzt nicht die Rating-Agentur für die „westliche Buddhismus-Industrie“ spielen …

    Fakt ist, dass der mit Abstand eifrigste westliche Lehrer in den letzten Jahrzehnten ein paar hundert Zentren in der ganzen Welt gegründet hat und nach wie vor ständig auf Achse ist. Diese Zentren werden von Stiftungen getragen. Aber das machen alle so, auch andere buddhistische Richtungen. Und das ist, mit Blick auf die mehr als zweitausend Jahre alte Geschichte des Buddhismus, nichts Aussergewöhnliches, spricht nur für die Anpassungsfähigkeit dieser Weltreligion. Jedenfalls ist im Falle der „Donnerkeil“-Bewegung da einiges an Vermögen und Besitz zusammengekommen. Das ist nicht verboten. Irgendwo müssen ja die „Waschmaschinen“ untergebracht und die „schmutzige Wäsche“ gewaschen werden können … (um einen Titel von Jack Kornfield zu paraphrasieren: „After the enlightment the laundry“) …

    Zum Artikel „Säkularer Buddhismus“: Die Übersetzung ist schon längst gemacht, ich warte nur noch auf die Ergänzungen / Korrekturen. Ich weiss nicht, welche Möglichkeiten das WordPress-Format hier bietet, zB zwei-spaltig, linke Spalte Text, kapitelweise, rechte Spalte Kommentar kapitelweise, und ob zB eine online Diskussion zu einer fest abgemachten Zeit mit dem Autor möglich wäre, was voraussetzen würde, dass die Leute den Text vorher gelesen haben sollten, also eine Art „Blog-Live-Schaltung“. Wir werden sehen.

    Gruss

    Guido

  13. 

    Guido

    Ja, das Augenzwinkern habe ich mitbekommen.

    Literaturliste: Ist notiert.

    Zum Wikinger: Eine „Ratingagentur“ wäre vielleicht gar nicht schlecht. Die Idee kam hier schon mal auf. Man könnte vermutlich mit relativ wenig Aufwand eine ganz rudimentäre aufbauen, wenn man sich ein paar vernünftige Kriterien überlegt nach denen man fragt. Es wäre aber eine Gruppenarbeit, um es von der Arbeit her in erträglichen Grenzen zu halten. Auf jeden Fall wäre es enorm innovativ, wenn Leute die sich für Buddhismus interessieren plötzlich selber anfangen sich Gedanken darüber zu machen, was gut und was schlecht ist. Das wäre jedenfalls ganz im Sinne des Spekulativen Non-Buddhismus.

    Die Frage wie der (ökonomische) Erfolg der Donnerkeil-Bewegung funktioniert, wäre auch eine interessante Sache? Hast du da etwas Einblick?

    Formate WordPress: Ich weiss nicht, ob es ein solches Zweispalten-Format gibt. Ich habe schon welche gesehen, in denen man zwei- oder mehrspaltig formatieren konnte. Allerdings als Fließtext. Bei dem was du willst, müsste man die Anmerkungen fest (rechst Z.B.) neben dem eigentliche Text verankern, so daß sich die Position in Relation zur kommentierten Stelle nicht verschiebt. So was habe ich auch schon gesucht aber nicht gefunden. Müsste es aber geben….

    Online Diskussion ist sicher machbar, via Chat, und möglicherweise auch in WordPress integrierbar. Ob auch sinnvoll, ist ’ne andere Frage.

    Auf jeden Fall ist diese/deine Übersetzungsarbeit enorm wichtig. Als ausschließlich deutschsprachiger ist man auf Gedeih und Verderb auf das angewiesen, was Verleger für verkaufenswert halten. Vieles sehr Wichtige aus dem englisch sprachigen Raum kommt deshalb hier nie in einer Diskussion an.

    Viele Grüße, Matthias

  14. 

    Hallo Matthias

    … die Bezeichnung Wikinger stammt übrigens nicht von mir, so nannte ihn eine Anhängerin verständnisvoll-entschuldigend, als ich sie mal auf sein mitunter „heftiges Temperament“ ansprach … Autorennfahrer würden sagen, doch, der bringt einen rechten grip auf die Fahrbahn … Das ist es, wir kommen einfach nicht vom Problem der Adhäsionskräfte los, wenn wir uns mit Buddhismus beschäftigen …

    In den (ökonomischen) Erfolg solcher Stiftungen von buddhistischen Zentren habe ich keinen Einblick. Entscheidend ist sicher beim Stiftungszweck der Aspekt der Gemeinnützigkeit, zugleich müssen diese Häuser nach kaufmännischen Prinzipien geführt werden, aber am Ende eines Retreats darf die Dana-Schachtel dann trotzdem rumgehen (dh meditieren ist gemeinnützig und dem Lehrer darf was zugesteckt werden …).

    Das Ganze ist unterdessen anscheinend eine „sensible“ Angelegenheit geworden, wenigstens aus steuerrechtlicher Sicht, so dass sich sogar das Bundesgericht mit einem Entscheid* vom 12. August 2012 zur Frage äussern durfte/musste, ob ein buddhistisches Meditationszentrum im Bernischen mit einer Stiftung im Rücken zu Recht von den Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern befreit sei, was eben von der bernischen Steuerverwaltung bestritten wurde. Sie hat verloren, die Steuerverwaltung, und das Zentrum bleibt von den Steuern befreit.

    Es scheint mir folgerichtig, dass jetzt auch diese buddhistischen Retreat-Häuser in den Radar der Steuerverwaltungen geraten können, und nun eben die Gemeinnützigkeit angezweifelt und der Vorwurf eines Verstosses gegen die Wettbewerbsneutralität erhoben worden ist.

    Letzteren Punkt halte ich auch zukünftig für interessant, so wenn zB die Vipassana-Meditation, wie im Falle der „MBSR“, als ein wirkungsvolles Mittel gegen gewisse Schmerzen und Krankheitsfolgen angepriesen und praktiziert wird, dann werden sich diese Häuser logischerweise dem Wettbewerb im Gesundheitswesen stellen müssen, usw. usw.

    Haben nun Religionen per definitionem eine gemeinnützige Intention? Historisch betrachtet ist das mehr als fragwürdig, vordergründig ein Kampf um das Heil der Seelen, in Wirklichkeit immer ein Kampf um Güter, Ressourcen und Einfluss, sie haben immer nur den jeweiligen Bekennern und Auserwählten genützt, der Rest wurde unterdrückt, vertrieben, versklavt oder gemordet.

    Es würde mich nicht erstaunen, wenn im Zuge der Globalisierung und der Übernahme (westlichen) internationalen Rechts und vor allem angesichts eines in diesem Ausmass noch nie dagewesenen und erlaubten Wettbewerbs der Religionen eben diese Religionen vermehrt nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beurteilt würden und weniger nach ihren Heilsversprechen.

    Fazit: Der Bundesgerichtsentscheid mag für den Moment Entwarnung geben, aber diese buddhistischen „Wohlfahrtshäuser“ sind gut beraten, die Grundsätze kaufmännischer Betriebsführung nicht zu vergessen und die Statuten der jeweiligen Stiftungen entsprechend zu formulieren.

    Bezüglich der Übersetzung des Textes von S. Batchelor und dessen Präsentation überlege ich mir auch noch, was am besten wäre. Mir schwebt eine breite Diskussion vor, mit Teilnahme des Autors, unter Deiner Moderation natürlich, Samstagabend zur besten Sendezeit, teilnahmeberechtigt sind aber nur Buddhisten, die nicht wissen, ob die Welt ist, oder ob sie nicht ist, oder ob sie beides ist, oder ob überhaupt nichts ist ….

    Gruss

    Guido

    * siehe Schweizerisches Bundesgerichts in Sachen Steuerbefreiung eines Meditationszentrums

  15. 

    Guido, du sprichst da ein paar sehr interessante Aspekte an. Vor allem ein Punkt den du herausstellst könnte für den Buddhismus von besonderer Wichtigkeit sein. Du schreibst:

    Es würde mich nicht erstaunen, wenn im Zuge der Globalisierung und der Übernahme (westlichen) internationalen Rechts und vor allem angesichts eines in diesem Ausmass noch nie dagewesenen und erlaubten Wettbewerbs der Religionen eben diese Religionen vermehrt nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beurteilt würden und weniger nach ihren Heilsversprechen.

    Der Buddhismus hat da vielleicht eine großen ‚Vorteil‘. Das wird an MBSR deutlich. Hier werden Techniken aus einem ethischen Kontext in den sie eingebetet waren, ‚Meditation‘ im Kontext z.B. von Shantidevas Bodhicaryavatara, herausgelöst und nur noch allein zu Reparaturzwecken verwendet. Innerhalb unseres Wirtschaftssystems ist der Einzelne großen Anforderungen ausgesetzt. An Arbeitssituationen in den Menschen unter Stress leiden, muss nicht mehr der Arbeitgeber etwas ändern, sondern das Problem wird an den Arbeitnehmer weiter gereicht, der lernt, in der Mittagspause schnell eine Tiefenentspannung zu machen um für den Rest des Tages fit zu sein. Das ist etwas zugespitzt aber in der Tendenz kann man es so schon beobachten.

    Ein andere Punkt ist das Zufrieden sein mit dem So-wie-es-ist. Schwierigen Situationen, die einem von einer aus Rand und Band geratenen Konsumgesellschaft aufgebürdet werden, begegnet man mit einer vom Buddhismus zu lernend Gelassenheit – mit dem Effekt, daß jede politische Haltung unmöglich wird.

    Dann gibt es diesen fürchterlichen Happiness-Kult, irgendwie geht es nur noch um Glücklich sein. Ohne eine Frage allerdings, was das für ein Glück ist um das es geht. Oft ist es nur noch ein Art Selbstzufriedenheit. Es geht nur um persönliches Glück.

    Das sind so ein paar Punkte… Der Buddhismus würde also zunehmend auf seine Unterstützung für unser Leistungsdenkens beurteilt werden. Er bietet da einige Vorteile im Vergleich zu unseren christlichen Bekenntnissen. Pragmatismus, streben nach Glück, Entspannung in jeder Lebenslage, Gelassenheit – im Endeffekt aber ein Wegsehen.

    Ich bin sicher, Gelassenheit ist ein großer Wert, aber nur wenn sie mit einer fragenden, kritischen Haltung gepaart ist.

    —–

    Das mit Samstagabend Sendung sollten wir unbedingt machen. Vielleicht könne wir das irgendwie in Wetten dass unterbringen. Mit Saalwette: Wir bringen den ganzen Saal dazu, ein volle Sendung total gelassen über sich ergehen zu lassen – ohne ein einziges Mal zu klatschen.

  16. 

    Ein paar krude Gedanken von mir zum Thema:

    Gibt es Buddhas im 21. Jahrhundert? (Mir ist keiner begegnet,aber des öfteren Menschen, die ihre Macht mißbrauchen).
    Welche Bedeutung hat der Buddhismus im Westen? Ist er nicht ein unwesentliches Phänomen (0,33 % der Bevölkerung in Dtl. sind Buddhisten, davon ein Großteil in Westdeutschland, also sogar noch weniger als rumänisch-orthodoxe Christen in Deutschland (wusste gar nicht, daß es so etwas überhaupt gibt))? (Zumaldavon der Großteil der Buddhisten asiatische Wurzeln hat). Etwas was gar nicht im Blick ist unter westlichen Buddhisten meiner Meinung nach.
    Des weiteren die Überbetonung im Text auf engagierten Buddhismus. So eine Art buddhistisch gefärbten Konfuzianismus/Moziismus. Man versucht Samsara zu verschlimmbessern.
    Da könnte man noch andere Linien aufziehen – Buddhismus als Glückslehre/Mittel zur Erfüllung von Wünschen. Buddhismus als Entspannungstraining, als Geistestraining. Etc.
    Sind die missionarisch erfolgreichen Lehrer das aufgrund der buddh. Lehre oder aufgrund ihres Charismas? Werden ihre Gruppierung dieser ja vorwiegend alten Lehrer nach ihrem Ableben über noch von Relevanz sein?
    Man hat ja im 20. Jh. z.B. beim Grimmschen Buddhismus gesehn, das wenn der Inspirator nicht mehr da ist, eine Gemeinschaft schnell ins unbedeutende absinkt.

    Ach ja, der nationalistische Wikinger ist längst von der NKT in der Missionierungstätigkeit überholt worden.

  17. 

    Mir sei eine kurze Anmerkung erlaubt, da ich darauf angesprochen wurde: Bei dem hier diskutierenden „G.K.“ alias „Guido“ handelt es sich NICHT um „Guido Keller“ vom Asso-Blog bzw. „Neozen“. Dank und Gruss.

  18. 

    Du-Nicht-Ich-Sein und ICH-Nicht-Du-Sein … na und …

  19. 

    Hallo Jinen.

    Was ist denn der Grimmsche Buddhismus? Habe ich nie von gehört. Und was ist NKT?

    Die Frage ob es Buddhas überhaupt gibt, würde ich so nicht stellen. „Der Buddha“ ist doch eine Fiktion, die aus einer Vielzahl von Texten hervor tritt. Oder wenn einem das zu stark ist, so ist der Begriff doch zu beliebig und zu sehr verallgemeinert, als das man sich noch konkret etwas darunter vorstellen kann. Auch Charakterisierungen wie „erwacht“, „erleuchtet“ etc. taugen doch nicht. Alles Begriffe die in eine esoterische Alltagssprache aufgegangen sind, die eigentlich nur noch die Funktion hat, Zugehörigkeit zu symbolisieren. Und da du von den 0,33% sprichst, kann man sagen, eine ziemlich elitäre Zugehörigkeit. Wetzky macht’s deutlich! Nur wenn man genauer hin sieht, stellt man fest, daß der Kaiser keine Kleider an hat.

    Sind die missionarisch erfolgreichen Lehrer das aufgrund der buddh. Lehre oder aufgrund ihres Charismas?

    Das ist eine gute Frage. Und ich habe versucht im jüngsten Posting ein paar Hinweise in die Richtung zu geben.

  20. 

    Ich verlink einfach mal ein paar Sachen:
    Zu Georg Grimm: http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Grimm
    Er versuchte einen urbuddhismus zu konstruieren, nahm aber an, daß Buddha, die Existenz einer Seele nicht geleugnet habe, sondern nur gelehrt habe, was nicht die Seele ist.

    Zur Neuen Kadampa Tradition(NKT):
    http://info-buddhismus.de/Neue_Kadampa_Tradition.html
    Ihr Gründer, Geshe Kelsang versucht irgend ein aufgehübschtes Vajrayana, er ist so einer der größten Gegner des Dalai Lama
    Vor jahren schrieb die Sun einmal was von am schnellsten expandierende Sekte Großbritanniens.

    Ich glaube, es geht nicht so sehr um die Elitäre Zugehörigkeit, für die meisten sind gefühlt 50% aller Deutschen Buddhisten.
    (Und die Buddhisten mit asiatischen Background nimmt man fast gar nicht wahr, weil das eine Welt für sich ist.) Andererseits sind sich die verschiedenen traditionen untereinander sehr fremd. Der kenntnisstand über die anderen tradition sind meist katastrophal (naja, meist auch über die eigene tradition).

  21. 

    NKT, kenn‘ ich doch. Mit etwas nachdenken wär’s mir wieder eingefallen. Das Shugden-Schisma.

    Den Grimm sehe ich mir gerne mal an. War mir bisher kein Begriff.

    Danke.

  22. 

    Hierzu: Eine Fundgrube der besonderen Art ist die Homepage von Alois Payer, absolut empfehlenswert: http://www.payer.de

    Im Speziellen zu Georg Grimm:

    http://www.payer.de/neobuddhismus/neobud0305.htm, 6. Georg Grimm und die Altbuddhistische Gemeinde

    Das Buch von Georg Grimm, Die Lehre des Buddho, Die Religion der Vernunft und der Meditation, habe ich vor paar Jahre mit grossem Interesse gelesen. Obwohl er nicht mehr „in“ ist, finde das Buch immer noch sehr lesenswert.

    (Ich habe noch ein zweites Exemplar, falls es jemand möchte, kann ich es schicken.)

  23. 

    Matthias hatte gemeint, die Erinnerung an ein Schreiben an Dich, Joachim, wäre hier gut angebracht. Zwar dachte ich, es müsse vielleicht nichts sein, aber wer weiß ob du dich daran noch erinnerst. Also vertrau ich mal der Empfehlung von Matthias zumindest einen Teil des nicht frei geschalteten Beitrages in Erinnerung eines Beitrages auf deine Facebookseite vor einigen Monaten hier zu posten:

    Lieber Joachim, das Ende der Regenzeit (auch wenn gestern der Tag war), wird ja in der buddhistischen Praxis als ein Tag der Genugtuung verwendet. Das heißt aber nicht, daß man sich eine Selbstbestätigung holt, nein, ganz im Gegenteil. Man lädet andere dazu ein, Kritik zu üben und nützt ihr Mitgefühl, so sie welches haben um sich zu bessern.
    Sicher, ich bin jetzt nicht wirklich eingeladen, dennoch halte ich es für wichtig dies zu tun. Vielleicht kannst du ja etwas daraus nehmen.

    Ich freu mich einerseits sehr, daß sich sehr viele um dich herum gefunden haben und ihr euch in gewisser weise stützt. Doch muß man sich auch im klaren sein, daß die meisten hier her kommen, um sich ein bisschen Zuspruch, Anerkennung und Streicheleinkeiten abzuholen und dies auch zu recht genießen was ihnen gegeben wird. Kurz gesagt befriedigen sie sich in Sinnesvergnügen. Auch wenn das ebenfalls unheilsames Kamma ist, ist es doch nicht leicht Karma, daß das Bewusstsein in tiefere Ebenen bringt und starke Auswirkungen hat, es hält einfach in der Welt. Anders ist es vielleicht für denjenigen der mit solchen Sinnesvergnügen dealt, also wie so wie die Situation für einen Drogenabhängigen und einem Drogenverkäufer unterschiedlich ist. Solange der Drogenverkäufer es aus großer Überzeugung (sei sie auch falsch), daß er Leuten damit etwas gutes tut und sein Wohlwollen (auch wenn es durch Ignoranz geprägt ist) geprägt ist, wird es ihn nur in der Welt halten, und auch wenn es unheilsam ist nicht in die tiefen Schleudern.

    Anderes ist es aber, wenn der Drogenverkäufer sich daraus einen Lebensunterhalt macht, dann wird es schnell zu einen ausschlaggebenden Karma, daß einem ziemlich tief nach untern bringen kann. Sicher, man hält sich noch immer aufrecht, daß man es ja zur Freude anderer tut, aber es beginnt sich doch etwas zweifel zu regen und das ist genau der Punkt, an dem man sich entscheiden muß, oder sollte. Ein sehr kritischer Punkt. Nun kann man den Zweifel beiseite legen und stur sein Ding durchziehen, bis es wirklich kracht, oder man kann die Einsicht nach oben kurbeln und schon langsam vielleicht sogar ein paar aus der Freundsgruppe zu einem besseren und heilsamen mitnehmen. Sicher ist das auch eine Frage der Gier und Bescheidenheit.

    Irgend was sagt mir das da dieser Punkt gekommen ist, und ich möchte diese Gelegenheit nützen, dich in dieser Weise zu stärken und auf deine innerste Einsicht zu hören und sie nicht mit anderen „heroischen“ Gedanken wieder zu verbauen.

    Solltest du an dem Punkt an dem du zu zweifeln beginnst, noch immer starrköpfig bleiben, wird es mit Sicherheit sehr schwer werden und du mußt dich immer klarer auch eine Ebene begeben, an der du dich und andere ganz bewußt belügst.

    Jene die des Sinnesvergnügenes wegen herkommen, wird dies auch weiterhin nicht berühren, sie bekommen was sie wollen, deswegen sind sie hier. Jene die wirklich nach Antworten suchen, werden früher oder später vielleicht stink sauer sein, auch wenn sie auch das eines Tages verstehen. Aber was ganz sicher ist, ist das du dir selber nichts gutes tust, wenn du mit „Verantwortung“ zu spielen beginnst.

    Vielleicht magst du etwas darübernachdenken und es ist niemals eine Schade, wenn man sich Wahrheit und nicht populärem zu wendet. Man kann nicht jedem helfen, und jene die sich an die Welt binden wollen, werden dies so und so tun.

    Wenn da aber wirklich Interesse ist, Leiden zu überwinden, somal man es schon gesehen hat, ist es gut gerade und ehrlich den schmalen Pfad zu gehen und wie das so mit einem Pfad ist, geht da einer nach dem anderen, dieser Weg ist nun mal keine Paradeplatz auf dem man in gleicher Höhen nebeneinander aufmarschiert.

    Dennoch können „einsame“ Fußstapfen, wenn man sie sieht, für viele eine Hilfe sein und der Weg wächst nicht all zu schnell zu.

    Alles Liebe und sei dir dem Vertrauen von vielen gewiss, auch wenn man sie nicht sieht, stets die Sangha immer hinter einem.

    Hanzze

  24. 

    Das gute alte Karma…

  25. 

    Besser ist das Wissen und der Gedanke: Die Möglichkeit in jedem Moment.

    Einfaches dummes gewohntes reagieren ist nur neues und sich den Fluß von Karma und Reifen vorzustellen und zu interpretieren, kann verrückt machen und davor hatte Buddha auch gewahrt.

    Da ist bei ganz wem anderen etwas zum Reifen mit anschließendem Begreifen gekommen :-) und dem warst schon mal eine Hilfe.

  26. 

    Joachim, sagte ich es nicht… du bist nicht reif zu begreifen. Sieh dir deinen Beitrag von heute auf deiner Untatenseite an:

    „Was bedeutet Freiheit für dich? Und was bist du bereit zu geben, um wirkliche Freiheit zu erfahren?
    Im westlich-spirituellen Sektor denken wir bei „Freiheit“ zumeist an innere Selbstbefreiung. Erwachen. Nirvana. Das, was unsere Geistesfesseln löst.

    Die junge Frau, die du auf diesem Bild siehst, definiert „Freiheit“ ein wenig anderes. Ihr Name ist Amina. Sie ist eine junge, tunesische Bloggerin, die sich aus Protest gegen die Unterdrückung von Frauen, nackt fotografieren ließ. Dafür wurde sie von ihren Eltern in die Psychiatrie eingewiesen. Ihr Telefon wurde gekappt, ihre Facebook-Seite abgeschaltet.

    Nun drohen ihr mehrere Jahre Umerziehung in einem Lager. Im schlimmsten Falle sogar die Steinigung.

    Was also bedeutet Freiheit? Ist Freiheit wirklich nur eine innere Angelegenheit? Oder ist die äußere Freiheit nicht mindestens ebenso wichtig wie die innere?

    „Fuck your morals.“ Amina

    Und erinnere dich was du getan hast, dass du diese verwirrte Frau dazu benützt hast dich zu nähren, wenn dieses Bild und Post dazu ausreichend beigetragen hat, ein Feindbild zu erzeugen, daß für die Tugend einer bestimmten Gesellschaft gefährdend ist, und Sie hingerichtet wird. Selbst dann ist aber die Chance gering, würdest du dir nur ein neues Armes, Opfer suchen an dem du dich nähren kannst.

    Dummköpfe erzeugen sich selbst Leiden und sie leben auch noch davon. Sie haben auch keinerlei Scham Arme und Hilflose dazu zu benutzen Ihren egoistischen Kampf um Daseinberechtigung zu führen.
    Sie denken sogar, daß Sie etwas heldenhaftes tun. Dabei zerstören sie nach und nach alle schützenden Funktionen der einzelnen Gesellschaften und stecken versteckt ihr Ding dort und da hinein.

    Es ist wirklich schamvoll was du treibst und es fällt dir nicht einmal auf das du kein bisschen Freiheit hast und Sklave deiner Triebe bist. Ohne Haß und Liebe ist für dich jede Existenz unvorstellbar und nicht einmal annähern anstrebeneswert.

    Drogendealern ist oft erst geholfen, wenn ihre Liebsten an den Drogen verenden. Sie brauchen extremen Schmerz das sie wissen was Leiden ist.

    Wenn sich Leute in der Muslimischen Welt erzählen: „Die westliche Moral so tief unten, daß sich die Leute sogar auf der offen Straße gegenseitig ihr Ding hineinstecken.“, dann kann ich ihnen leider nur recht geben.

    Sie wollen natürlich leben, natürlich wie die Hunde. Getrieben von ihren tiefsten Ängsten und Trieben und keine Möglichkeit ihnen in irgend einer Weise zu helfen. Man hat ihnen irgendwann erzählt, das dieses Triebe ausleben können Freiheit sei.

    “Das Dhamma dieser Neue-Zeit-Helden, wird ein neues modernes Dhamma sein, dessen Errungenschaft es sein wird, keinerlei beschwerlicher Untersuchung nötig zu haben. Alles was dann zum Erreichen von magga und phala erforderlich ist, ist ein Chor aus Jammern und Stöhnen, eine Methode die zu einem Zeitalter passt, in dem es Leute vorziehen nach rechten Resultaten aus unrechten Ursachen Ausschau zu halten, eine verderbliche Haltung die heute unsere gesamte Welt aufkonsumiert. Nicht mehr lange und da wird nicht mehr genug Platz auf dem Planeten sein, um all diesen modernen Helden zu erhalten.

    Ajahn Mun, Die therapeutischen Qualitäten des Dhammas
    http://sangham.net/index.php?topic=22.msg47#msg47

  27. 

    Du bezeichnest eine revolutionäre Bloggerin aus Tunesien als „verwirrte Frau“. Als nächstes kommt wohl die Nummer, dass 6 Millionen ermordete Juden ebenfalls selbst schuld an ihrer Ermordung sind.

    Es ist erschütternd, wie menschenverachtend der Buddhismus sein kann.

  28. 

    Wem willst du dich noch bedienen? Du hast nicht die leiseste Idee was Achtung ist, Kind der Medienwelt.
    Und ja, manche Menschen zu verachten ist manchmal notwendig um Sie zum Nachdenken zu bringen.

    Fühl dich ruhig Verachtet, du kannst ja dann ein Nacktfoto von Dir mit einem netten Protestspruch posten, aus Verzweiflungsschritt für dein Unverständnis.
    Sicher bist du dann selbst schuld, wenn man Dich verachtet. Das passiert dir nicht, wenn du dich an die Regeln dieser oder jener Gruppe hältst auch wenn du sie noch nicht verstehst. Leute die ihr Ding reinstecken oder reinzustecken versuchen, werden immer verachtet.

    Also, zeig uns deine Fotos, protestiere mal so richtig, setze dich durch. :-) Das kannst du doch sicher in deine Loveletters integrieren. Auf I(ch)buddhismus.

  29. 

    Ich hoffe, dieser Blog dient jetzt nicht als Plattform für faschistische und menschenverachtende Spinner.

  30. 

    Joachim, zweierlei:

    Erstens kann man Johann als Beispiel für einen Buddhisten stehen lassen, der selber nicht sieht, wie er mit seiner billigen Rhetorik seine eigenen Ideale verrät. Das ist X-Buddhismus wie er leibt und lebt.

    Zweitens könntest du deine Foren (Facebook und dein Blog) für wirkliche Diskussion öffnen und dort einer solchen billigen Rhetorik entsprechend entgegen treten. Das wäre für alle hilfreich – zu sehen wie sich diese braven Buddhisten selber um Kopf und Kragen reden.

  31. 

    Na weißt du Matthias, wie der Schelm denkt so ist er und die schlimmen Gedanken macht man sich immer nur selbst. Sucht man ja noch immer die Bösen da draußen. Vielleicht kann man ja X-Buddhismus und I(ch) Buddhismus irgendwie integrieren, das macht sicher Spaß. Dann muß ich auch nicht immer so viele verschiedene Webseiten besuchen und ihr könnt dann gemeinsam Fotos des Entsetzens und Entblößens posten.

    Ob du mit der Zensur Kritik der richtige bist, Matthias. Das bannen, löschen, ändern… ist dir ja auch nicht zu untugendhaft wenn es um die Erscheinung hier gehen könnte.

    Na, jetzt kannst du wieder deinen Mann stehen. Vielleicht fallen Dir auch so Worte zur Verteidigung wie Joachim ein (kommen mir ja bekannt vor) :-)

  32. 

    Respekt _()_ freut mich sehr! Behalte dir das und ich wünsche euch noch viel Erfolg und möget ihr den Weg zum wahren Glück für euch selbst mit Leichtigkeit finden.

    _()_
    Metta & mudita

  33. 
    die kehrseiten 10.12.13 um 14:56 UTC

    das wird immer kurioser, wo sind da noch unterschiede zum ewig drohenden höllenfeuer und erbsünde, anderer glaubensgemeinschaften…???

    na ja, und wenn auch noch buddhistischer religionsunterricht eingeführt werden soll, so als zündende idee für dieses jahrhundert, dann bin ich dafür, ab der ersten klasse psychologie zu unterrichten. so bekommt der wahnsinn einen namen. und die kids werden nicht mehr verrückt gemacht, egal von welcher glaubensgemeinschaft.