Korruption und Missbrauch – Kein Problem für Misho-an in Wien?

M. Steingass —  30.9.13

Anmerkung 18.11.14: Leser dieses Artikels seien auf die ausführliche Darstellung des Wirkens von Eido Shimano in Amerika hingewiesen, die sich auch auf diesem Blog findet: Der Fall Shimano: Mann ohne Rang.

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Eido Shimano ist einer der großen Zen-Meister Amerikas die wegen vielfältiger Vergehen mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt wurden.

Die Mär vom großen Meister Shimano der den Leuten Erleuchtung versprach und sich als eitler Wicht entpuppte, ist gut dokumentiert. Das Beispiel Shimano ist sogar eines der krassesten, da es zeigt, wie ein buddhistischer Lehrer sich buchstäblich über Jahrzehnte im Amt halten konnte, obwohl die Sangha wusste was er trieb.

Um so erstaunlicher, dass es immer noch Buddhisten gibt, die in Treu und Glauben zu diesem Mann stehen. Aktuell erreicht mich die Nachricht über eine österreichische Sangha die Shimano u.a. folgendermaßen charakterisiert:

Eido Shimano Roshi ist seit 1960 einer der sechs wesentlichen Wegbereiter des Zen in den USA und in Europa.

Diese erstaunliche Auffassung findet sich auf der Website von Dr. Fleur Wöss.

Weiter heisst es:

Fleur Sakura Wöss (Dharma-Name Nenge) und Paul Matusek (Dharma-Name Hogen) nehmen regelmässig an Sesshins mit Eido Shimano Roshi teil und stehen mit ihm in engem Kontakt.

Frau Wöss ist anscheinend im österreichischen Buddhismus recht rege. Sie ist Obfrau des Zen-Meditationszentrum Misho-an in Wien. Sie schreibt in Ursache & Wirkung und in Buddhismus in Österreich. Berührungsängste zu ihr auf Grund ihrer Verbindung zu Shimano hat man nicht. Vergleiche dazu den Vorstand des gemeinnützigen Vereins Dai Shin Zen Meditationszentrum Misho-an oder diese Seite.

Fleur Sakura Wöss, Dr.phil., ist Coach für Fachvortragende und Führungskräfte, Lektorin an verschiedenen Universitäten, leitete jahrelang eine der erfolgreichsten Seminaragenturen und vermittelte mit ihrer Agentur die besten Redner Europas und Amerikas, seit vielen Jahren praktiziert sie traditionelle Zen Meditation und leitet die Ausbildung von Leitern von Meditationszentren in Deutschland, Österreich und in der Schweiz (Quelle).

D.h. Frau Wöss ist nicht einfach eine kleine Buddhistin die nicht mitbekommen was es mit Eido Schimano auf sich hat. Sie ist das was man einen Multiplikator nennt, einen Netzwerkknotenpunkt. Ein Mensch mit Macht. Sie muss ich fragen lassen, wie es sein kann, dass sie ungebrochen zu einem buddhistischen Lehrer steht, der der Korruption und des Missbrauchs überführt ist.

Erinnert sei dabei an Christopher Hamachers text:

Zen hat keine Moral

*

Des weiteren publiziere ich hier einen Teil eines Textes, den ich 2011 schrieb und der eine kurze chronologische Zusammenfassung der Ereignisse um Eido Shimano gibt. Insbesondere geht aus dieser Chronologie hervor, wie Eido Shimano, mit Wissen anderer wichtiger Persönlichkeiten des Zen in den U.S. – z.B. Robert Aitken –, über lange Zeit unangefochten agieren konnte. Warum dem so sein kann, führt an dieser Stelle zu weit. Es sei nur angedeutet, daß es sich hierbei durchaus um einen Teil einer so genannten rape culture handeln könnte. Hinweise darauf gibt es genügend. Wer mag kann sich in den entsprechenden (qualitativ hochwertigen) englisch sprachigen Wikipediaartikel einlesen.

Kleine Chronologie der Affaire Shimano

Der jüngste Fall eines berühmten einflussreichen buddhistischen Exponenten legt nahe, daß es in einer Sangha möglich ist, buchstäblich über Jahrzehnte hinweg wichtige Fragen nicht zu stellen. In diesem Fall geht es um Eido Tai Shimano. Ihm wurde schon 1964 vorgeworfen, mit einer psychisch kranken Schülern ein sexuelles Verhältnis eingegangen zu sein. 2010 publizierte die New York Times eine Artikel über ihn bzw. über über Jahre hinweg schwelende Gerüchte bezgl. des Verhaltens von Shimano gegenüber Schülerinnen.

Robert Aitken war 1964 Schüler von Eido Tai Shimano. Ihre Beziehung endete mit der damaligen Affaire. Aitken hat ab diesem Zeitpunkt bis 2003 ein Archiv mit Dukomenten zum „Shimano Problem“ geführt.

Aitken wendet sich 1964 wegen Hilfe und Rat in der Sache an Eido Tai Shimanos Obere in Japan. Aus den weiteren Dokumenten (Quelle unten) ergibt sich, daß von Seite der japanischen Zenleute von denen her Eido Tai Shimano stammt, eine Strategie der Verdunklung verfolgt wird. Das sieht aus Sicht von Aitken recht eindeutig so aus. Aus Sicht der Asiaten geht es dabei wohl darum das „Gesicht zu wahren“. Jedenfalls findet nie eine Aufklärung der Anschuldigungen statt, die gegen Eido Tai Shimano ausgesprochen wurden.

Der geht stattdessen 1965 nach New York und wird Abt der Zen Studies Society. 1981 notiert Aitken in einem Brief, ohne wirklich eindeutig zu werden:

„Eido Rōshi is a bad teacher, but he is not weak, and will not disappear. Something must be done, or eventually all the scandal will appear in the media, and American Zen will be seriously damaged. For most Americans morality and religion are inseparable, so the fact that a Zen teacher could be so immoral colors all of Zen immoral.“

1982 schreibt Aitken in einem vertraulichen Morandum an Taizan Maezumi and Richard Baker:

„We take this means to announce to our members that we do not endorse Eido Tai Shimano (嶋野 栄道) as a teacher of Zen Buddhism. Over the years we have met many former students of Mr. Shimano, and we include a number of them in our own assemblies. Upon consulting with these students, it became clear to us long ago that Mr. Shimano (嶋野) is so involved with personal concerns that he cannot be clear about the Buddha Dharma or empathetic in personal relationships.“

Ebenfalls 1982 wurde ein Artikel zur Publikation im New Yorker Village Voice vorbereitet. Der Inhalt dieses Artikel war (und ist) in mehrfacher Hinsicht äußerst brisant. In ihm wird nicht nur Shimanos permanter Mißbrauch seiner Position dargestellt – um Frauen zu verführen – sondern er zeigt auch die Strategien anderer Sanghamitglieder, ihn zu decken. Der Artikel erscheint nicht, weil man juristische Komplikationen fürchtet. Aitkin äußert sich gegenüber der Autorin des Artikels wie folgt: „I want to amplify my response to your question about Zen Buddhism as a possibly unique nexus for sexual exploitation. The Zen teacher must be trusted if he or she is to be effective. This trust must go very deep as the experience sought is also deep and the student is encouraged to forget the self. If the teacher is exploitive, then of course the setting is the chance for some nasty work. However there are similar chances in many other settings; psychologist and client, academic teacher and student, priest and follower in most any religion.“

1995 schreibt Aitkin in einem Brief an den President des Zen Studies Society’s board:

“Over the past three decades, we have interviewed many former students of Shimano Roshi. Their stories are consistent: trust placed in an apparently wise and compassionate teacher, only to have that trust manipulated in the form of his sexual misconduct and abuse.” Aitkin schließt seinen Akt über das „Shimano Problem.“

2003 und übergibt sein „Shimano  Archiv“ der University of Hawai. 2008 sieht er sich gezwungen – endlich – wirklich deutlich zu werden und schreibt an Lynn Ann Davis, Head of the Preservation Department of the library:

“You will recall that my archives at Hamilton Library includes a folder marked ‘Eido Shimano—Do not open.’ I am moved by circumstances to request that that this seal be removed, and that the contents be made as available as other material in my archives.”

2010 erscheint in der New York Times ein Artikel über die Aitkin-Papiere, die Shimanos Verhalten über Jahrzehnte festhalten. Das Ereignis von 1964 hätte isoliert betrachtet möglicherweise unterschiedlich interpretiert werden können, die Aitkin-Papiere belegen aber die fortdauernde Konsistenz von Shimanos Verhalten.

2 Jahre nachdem die Aitkin-Papiere begonnen haben im Internet zu zirkulieren, tritt der Vorstand der Zen Studies Society zusammen um die Vorwürfe zu diskutieren. Man kommt zu der Auffassung, daß die problematischen Aktivitäten Shimanos vor langer Zeit aufgehört haben. Am 21.6.2010 erklären zwei Frauen aus der Sangha, mit Shimano sexuelle Verhältnisse zu haben. Am 19.7.2010 tritt Shimano von seinem Posten im Vorstand der Zen Studies Society zurück. Ende 2010 tritt er auch als Abt zurück. Am 3.1.2011 äußert sich die bekannte Zenlehrerin Roshi Joan Halifax zu dem Thema und fragt, warum Shimanos Verhalten, obwohl seit Jahrzehnten bekannt, solange von der buddhistischen Gemeinde toleriert wurde?

„Many Buddhist practitioners have known about this for a long time, although the late Aitken’s archive was closed until just before his death in the fall of this year [sic]. What was this silence about, I have asked? Why did we not act? Why are we, as Buddhists, so conflict averse?“

*

Die letzte Frage, warum Buddhisten so konfliktscheu sind, lässt sich aus Sicht des Non-Buddhismus leicht beantworten. Dem Konflikt wirklich zu begegnen, hiesse, dem Traum von einer überweltlichen  Erleuchtung verpuffen zu lassen. Den narzisstischen Traum von Macht, Grösse, Ruhm, Anerkennung usw. und den sekundär damit verbundenen Gewinnen geldwerter oder sexueller Art.

Verblüffend allerdings dass eine österreichische Sangha derart ungebrochen zu Eido Shimano stehen kann. Es sieht nicht aus, als hätten die ein paar Jahre vergessen ihre Website upzudaten. Eher vermutet man eine typische  x-buddhistische Dreistigkeit.

Es ist an Frau Dr. Fleur Wöss und ihren Leuten das aufzuklären und eindeutig Stellung zu beziehen.

*

Quellen & Material

Sex Scandal Has U.S. Buddhists Looking Within. New York Times Artikel vom 20.8.2010

Das Shimano-Archiv von Robert Aitken

Why Buddhism?: Violations of Trust in the Sexual Sphere” by Roshi Joan Halifax

Mark Oppenheimer, Autor des NYT-Artikels, über den Versuch Shimanos sich rauszureden

Analyse der Unterlagen aus Aitkens Shimano-Archiv bis 1982.

Der 1982 nicht publzierte Village Voice-Artikel

Homepage der Zen Studies Society

Gerade erschienen: Sex and the Spiritual Teacher This book is about spiritual teachers who have sex with their students, the suffering that such encounters often cause, and what all of us can do about it.

19 Antworten zu Korruption und Missbrauch – Kein Problem für Misho-an in Wien?

  1. 

    Die Blindheit fuer die Gier, Sexsucht und was auch immer eines „Zen-Meisters“ ist eine Sache. Dann jedoch gilt es zu fragen, ob nicht der Genannte auch mal etwas geleistet hat, wovon sich die Leserschaft ueberzeugen kann. Und er hat, etwa in „Der Weg der wolkenlosen Klarheit“. Ich konnte mich kuerzlich davon ueberzeugen, als ich den Apparat zu „Der Zen-Wald“ durchstoeberte, den Shimano angefertigt hatte und der einem seiner Schueler (Zenrin Lewis) als Grundlage fuer die Uebersetzung des Zenrin kushu diente.

    Das ist wohl so aehnlich wie bei dem bekannten Wetterfrosch aus dem Fernsehen, der irgendwann ueber eine seiner zahlreichen Affaeren stolperte. Deshalb mag er dennoch ein guter Meteorologe sein. Wenn die Menschen buddhistische Lehrer eher wie (im Allgemeinen) Schullehrer sehen wuerden, die ihnen etwas zum Thema beibringen koennen (und oft nur wenig darueber hinaus), statt sich in persoenliche Abhaengigkeiten zu begeben … Doch so ist jener Buddhismus mit seinem Meister-Schueler-Denken nicht angelegt.

  2. 

    Das ist ein wichtiger Aspekt. Um so mehr kann man von Frau Dr. Wöss eine klare und differenzierte Stellungnahme fordern. Wenn diese nicht kommt, dann ist das das Versagen. Es hiesse, Kopf in den Sand und hoffen, dass es vorüber geht – und gerade das kennen wir von X-Buddhisten doch nur zu gut.

  3. 

    …oder man könnte auch andersherum fragen: Was ist, bei allem was man über Shimano weiss, sein Werk dann letztlich anderes als die Kunst der Verstellung, der vollkommene Betrug?

    Und für was brauchen die Leute ihn jetzt noch, nach dem der Betrug entlarvt ist – wenn nicht dafür, ihn als Verkaufsargument für ihren Zen-für-Manager-Schwachsinn zu benutzen.

    Du bist doch selbst Kritiker dieser selbsternannten Zen-Popanze. Bei Wöss z.B. ist auch Hinnerk Polenski mit von der Partie. Kohle machen mit Zen.

    Warum so zahm? Sollte man die nicht mit dem Stock aus der Halle jagen?

  4. 

    Habe gerade einen kurzen Kommentar an die Wirtschaftswoche geschrieben, die einen gewissen Ricker alias Han Shan bewarb. Erst beschreibt sie in der Ausgabe vom 23.9. seinen Weg vom erfolgreichen Unternehmer – nach einem schweren Autounfall – zum Bettelmoench in Thailand, dann uebersieht sie seine nun saftigen Preise bei Veranstaltungen (an die 100 Euro pro Tag) – und damit die Tatsache, dass vom Bettelmoench nix uebrigblieb und diese schoengefaerbte Biografie wieder nur der Gewinnmaximierung dient. Im Unterschied zu Shimano hat dieser Typ aber nix als Platitueden von sich zu geben. Ich will es mal so sagen, es ist dennoch leicht erkennbar, wer von den beiden ein intensiveres Training hinter sich hat.

    Meines Erachtens hat der jap. Rinzaizweig, der fuer Shimano zustaendig ist, ihn schon geaechtet. Aber die machen das regelmaessig auch nur, wenn sie unter Druck kommen. Ich bin nicht fuer einen Totalboykott, denn wie erwaehnt hat(te) Shimano einiges zu sagen bzw. Sachkenntnis im Zen. Es genuegt ja, ihn nicht mehr persoenlich aufzusuchen – dass ist fuer die meisten (eitlen) Zenlehrer dieser Art die groesste Frustration. Nach meiner Beobachtung tragen die Frauen, die solche Lehrer belasten, nicht selten zu der Historie bei, weil sie den Lehrer nicht sofort in die Schranken weisen bzw. blossstellen.

    Bei der Zenlektuere koennte man sich vor Augen halten, ob es nicht wie bei vielen Belletristik-Autoren ist – da steht einerseits toller Stoff, aber wenn man die Leute dann mal im Fernsehen sieht und ihre privaten Ansichten kennt, ist man zuweilen wie vor den Kopf gestossen. Der Zenlehrer sollte ueberwiegend als „Autor“ gemessen werden. Wer ein Vorbild braucht, kann nur dann zu Shimano gehen, wenn er lernen will, wie man (wohl weitgehend) kostenlos an Frauen herankommt. Dafuer gibt es freilich auch einen Markt.

    Die Menschen, die sich bedingungslos an buddhistische Lehrer ranschmeissen, koennte man als Groupies ansehen. Die Lehrer waeren dann Popstars. Erwachsene Menschen hoeren irgendwann normalerweise auf, Groupies sein zu wollen. Sie geniessen einfach die Musik.

    Das Woess und Polenski nicht mal vom Geschaeftemachen genug verstehen, erkennt man tatsaechlich daran, dass sie sich nicht von Shimano getrennt haben. Da beisst sich die Zenloyalitaet mit nuechterner Bestandsanalyse.

    Ich mache auch Kohle mit Zen. Selbst Woess hat schon mal Buecher bei mir bestellt. Es waere mir natuerlich moeglich, so arrogant bin ich, Polenski und Konsorten zu toppen, denn das wenige Geschwafel, das die bei ihren Sitzungen zwischenstreuen, ist ja nur mit einschlaegigen Zitaten und Anekdoten zu unterfuettern, schon hat man den glaubhaften Zenmeister, zumal, wenn er noch den Lotussitz beherrscht und was vom „Fuehren eines Unternehmens“ versteht. Es geht hier ums Ausmass. Bei den Genannten ist ja schon an der Teilnahmegebuehr, die sie verlangen, erkennbar, dass sie keinen Buddhismus praktizieren – es also voellig unlogisch ist, sie deshalb aufzusuchen. Das betrifft dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ihren Lebensstil. Leider verstehen viele Menschen unter „Praktizieren“ im Wesentlichen sitzendes Meditieren, und das wird am ehesten kommerziell ausgebeutet.

    Kuerzlich kam mir noch einmal ein hochrichterlicher Freispruch fuer einen Lehrer unter die Augen, der ein Verhaeltnis mit einer 14-jaehrigen Schuelerin an deren gemeinsamer Schule hatte. Obwohl er sie auch ein paar Mal privat unterrichtet hatte, galt diese Konstellation als nicht hinreichend, um einen Missbrauch von Schutzbefohlenen zu konstatieren – denn er war nur ausnahmsweise „ihr“ Lehrer. Ich selbst finde, die Grenze verlaeuft dort – da der ideale Zenmeister nach der Maxime „Schueler und Lehrer gehen fuereinander in den Tod“ operieren sollte, werden beide hier zu „Schutzbefohlenen“, weshalb der Sex zwischen ihnen erst geschehen sollte, wenn sie NICHT mehr in einer solchen Beziehung zueinander stehen. Ein Zenmeister darf selbstverstaendlich rumhuren wie jeder andere auch, aber ausserhalb seiner eigenen Sangha.

  5. 

    Dai Shin Zen scheint eine Consulting-Firma zu sein, mit fernöstlichen Spezialitäten im Angebot … so what?!

  6. 

    Kurze Zwischenmeldung: Die Amerikaner unter HH Obama sind wenigstens konsequent und scheuen sich nicht ihr Bedürfnis nach Mehr-Kohle-durch-Meditation Ausdruck zu verleihen. Die hier abgebildete Stupa, wurde gerade in Bolder, Colorado eingeweiht. Der „Spirituelle Unternehmer“ Tutteji Dai Osho hat diese Stupa Ayn Rand gewidmet. Er selbst hat das knapp 2 Meter hohe rotierende Dollarzeichen – gefertigt aus vergoldetem Rearden-Metall – gesegnet. Während der Zeremonie erschienen Regenbogen über der Stupa, Donner erscholl, Hagel und Schneeschauer setzten ein.

    The Great Colorado Stupa

    Om Maha Muni John Galt Svaha!

  7. 

    Du meist doch nicht wirklich, daß sich irgend eine Laienorganisation, Lehrer… aber auch so gut wie alle „Klöster“ und deren Betreiber nicht um einen Lebensunterhalt kümmern?
    Du meinst doch nicht ernsthaft, das es Leute viele Leute gibt, die sich nicht um des Lebensunterhaltwegens, das Dhamma als ein Label an die Stirn heften?
    Zeig mir einen Zen-Verein, ob in Japan oder im Westen, der nicht mit Dhamma seinen Lebensunterhalt sichert. Diese Tradition (und die anderen passen sich ja an) hat eben nun mal das Merkmal der Korruption und Anpassung und dient ja dazu bis zum letzten weiter zu schöpfen, oder hab ich da was missverstanden? Dafür braucht man schon ein sicheres Einkommen, will man ja sein. :-)

  8. 

    Dasihin Zen ist nach eigenem Bekunden ein Meditationszentrum und gemeinnuetziger Verein, Woess eine Schuelerin von Shimano und Polenski, der wiederum kein Zen-Meister ist. http://www.daishinzen.at/

  9. 

    Der Mist hat sich sogar einen Wiki-Eintrag verschafft.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Daishin_Zen
    Dort heisst es u.a. treffend: „Der dritte Schwerpunkt im Daishin Zen ist das traditionelle Daishin Rinzai Zen Diese erst 2012 entstandene Richtung steht für Sunyata (Leerheit) …“
    Traditionell und erst 2012 enstanden? Nun gut, ein ordentlicher Rinzailehrer hatte mir schon vor ein paar Jahren von seinen diesbzgl. Recherchen in Japan berichtet (alles heisse Luft), aber hier entlarven sie sich dankenswerterweise selbst.

  10. 

    Wenn man sich ansieht was dieser Polenski macht, dann fällt mir dazu nur ein: Betrugsbuddhismus. Mann denkt gar nicht, das sich Leute wirklich so einen Dreck ausdenken.

    Wenn man sich allerdings die Referenzenliste ansieht, schwant einem Böses: Diese ‚Leader‘ die dieser Spinnert abzockt müssen allesamt ziemlich trübe Leuchten sein. Nach dem Motto Hör auf zu denken – sei einfach glücklich.

    Sehr viele Finanzunternehmen gehen dem auf den Leim. Ist aber kein Wunder, in der Branche glauben sie alles (ich kenn mich aus).

  11. 

    Eigentlich hasse ich Raabs dümmliche Lach-Kultur. Ausnahmsweise:
    http://www.myspass.de/myspass/shows/tvshows/tv-total/Zen-Meditation–/9233/

  12. 

    Felix, danke. Die zweite Verbesserung ist klasse, die erste hätte es nicht gebraucht. Da übertrifft die Realsatire noch immer die Satire.

  13. 

    Hanzze schreibt: Diese Tradition [Zen] hat eben nun mal das Merkmal der Korruption.

    Schön zu sehen wie hier der Vertreter der einen Tradition die andere pauschal niedermacht. Da kann ich nur ganz pauschal anmerken: X-Buddhismus in Reinkultur.

  14. 

    Darf ich auch mal? Gerade wurde Akong Rinpoche ermordet, mit ihm noch ein anderer Moench und sein Neffe. Und, oh Wunder, es soll um Geld gegangen und die Moerder sollen Tibeter sein! Ich erspare mir Links, man kann die News und Thesen googeln. Der Rinpoche war massgeblich an der Inthronisierung eines der 17. Karmapa beteiligt (desjenigen, den auch der Dalai Lama gutheisst). Der wurde mal mit einem Haufen Geld im Auto erwischt, woraufhin man seine Anwesen durchsuchte und ueber eine Million Dollar fand. Folge war eine Anklage u.a. wg. Geldwaesche. Nach einiger Zeit wurde der Karmapa jedoch aus dieser Anklage (es drohten bis zu 10 Jahre Haft) herausgenommen. Uebrig blieben andere, und wie die und ihr Kapital miteinander verflochten sind, ahnt man hier
    http://www.hindustantimes.com/India-news/NewDelhi/ED-attaches-three-illegal-properties-of-Tibetan-monk/Article1-973653.aspx

  15. 

    Hallo Guido, die tibetische buddhistische Kultur war unzweifelhaft etwas, das stark mit dem zu tun hat, was wir Vetternwirtschaft nennen – und zwar in einem Ausmaß, das sich der gewöhnliche X-Buddhist unmöglich vorstellen kann. Es ist anzunehmen, dass das auch noch heute so ist.

    Es geht beim Karmapa-Konflikt auch um sehr viel Geld. Das Labrang (als das Kontor sozusagen) des Karmapa ist sehr wohlhabend. In wie weit diese Vetternwirtschaft da mit rein spielt sei dahin gestellt. Ich würde aber im Falle von Akong von Tatsachen ausgehen und nicht von Vermutungen.

    Tatsachen finden wir bei Dr. Fleur Wöss. Sie stellt sich auf ihrer Website, auf der Website der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft und in verschiedenen Veröffentlichungen eindeutig in die Linie von Eido Shimano.

    Bei der ÖBR heisst es z.B. über dass Dai Shin Zen-Zentrum Mishoan „Die Gruppe steht in der Tradition des Rinzai-Zen in der Linie von Eido Tai Shimano Roshi (Ryutaku-ji, Japan) und eröffnet einen für Europäer kompatiblen Zen-Weg.“

    Wie bei der DBU stinkt also auch hier der Fisch vom Kopf her. Die ÖBR findet offensichtlich nichts dabei einen der Korruption und des sexuellen Missbrauchs überführten Buddhisten durch derartige öffentliche Präsentation zu unterstützen.

    Sollte man bei solchen Tatsachen nicht ein wenig auf den Busch klopfen?

  16. 

    Der Wikipedia-Eintrag „Daishin Zen“ ist inzwischen gelöscht. Er entsprach nicht den erforderlichen Anforderungen an einen solchen Eintrag: Es fehlen die „reputablen Quellen (keine private HP, keine Vereins-HP, keine selbstformulierten Pressemitteilungen, keine selbstgeschriebenen Bücher)„, wie es ein Admin ausdrückt. In Wikipedia Kurzsprech: „Keine enzyklopädische Relevanz dargestellt.“ (Siehe dazu hier)

  17. 

    Das finde ich sehr gut, dass Wikipedia das gelöscht hat. Übrigens hat Viktor Lau in seinem Buch „Personalentwicklung. Spinner in Nadelstreifen“ im letzten Kapitel eine „Rezension“ zu Polenski „Die Linie im Chaos“ und dem Zen-Leadership geschrieben.

  18. 

    Danke für den Tipp. Hast du das Buch zufällig? Die beiden Seiten der Rezension die Amazon preisgibt versprechen einen ordentlichen Verriss.

  19. 

    Zen-Leadership ist ja nicht nur Polenski – da gibt es ein vielfältiges Angebot, z.B. Zen for Leadership
    http://www.zenforleadership.com/download/ZFL2013_final.pdf
    oder das Lassalle-Institut-Modell
    http://www.lassalle-institut.org/about/vision/

    Diese Fälle hat Lau leider nicht kritisiert.