Der Fall Shimano: Rhizome

M. Steingass —  1.2.14

Der Fall Shimano ist ein Beispiel. Sein Lehrwert für den Buddhismus liegt nicht in seiner isolierten Betrachtung, sondern in der Verbindung zu anderen Themen. Von diesen ergeben sich eine ganze Reihe. Drei werden in diesem Text kurz angesprochen. Die Idee ist, Parallelen und Verbindungen zu zeigen. Vielleicht findet der Eine oder die Andere etwas, um damit in entsprechende Richtungen weiter zu denken.

Eine wichtiges Merkmal was den Fall Shimano und seine Parallelen im allgemeinen X-Buddhismus angeht ist die Geschlossenheit. Das System Shimano ist wie jeder andere X-Buddhismus dadurch charakterisiert, dass es das Wissen und die Welt dualisiert oder aufspaltet. Auf der einen Seite dieser Spaltung steht der X-Buddhismus bzw. der Dharma als letzte Instanz umfassender Bewertung, auf der anderen Seite der Rest, der sich bewerten lassen muss. Die Seite des X-Buddhismus ist in sich geschlossen und lässt keinen äusseren Einfluss zu. Dies äussert sich in der Rede vom so genannten zeitlosen Dharma, Schriftgläubigkeit, Glauben an einen historischen Buddha, dessen unveränderliche und ewige Botschaften usw. Von dieser hohen Warte aus formt und bestimmt der X-Buddhismus jeglichen Diskurs – vor allem über den Menschen und sein Bewusstsein, aber natürlich auch über die Künste, die Wissenschaften und die Philosophie. [vgl. Cruel Theorie | Sublime Practice (CT|SP), S. 96]

Ziel der folgenden jeweils nur kurz angesprochenen drei Beispiele ist es anzudeuten, dass diese Geschlossenheit sich als künstlich und unhaltbar erweist sobald man vom Menschen aus auf den X-Buddhismus zugeht. Die Frage, um die es dabei schlussendlich geht ist, was bleibt vom X-Buddhismus nach dieser Dezimierung? Bleibt überhaupt etwas für die Welt? Verpufft er rückstandslos? Oder kann man in seinen dampfenden Ruinen brauchbare Reste finden?

Der Fall Shimano und Made in Dresden

Was hat der Fall Shimano mit dem flach gelegten Buddha von München zu tun? Wir erinnern uns: Im Mai 2013 wurde in München ein Kunstwerk der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine gut drei Meter hohe Buddhafigur wurde umgekippt und öffentlich auf dem Viktualienmarkt ausgestellt. Der Clou, auf der Bodenplatte stand: Made in Dresden.

Die Deutsche Buddhistische Union trat sofort auf den Plan und entschied, das Kunstwerk sei Ausdruck „fehlende[r] Sensibilität im Umgang mit einem religiösen Symbol.“ Das ist richtig, wenn man es aus Sicht des Gläubigen sieht. Schlimmer aber für den Gläubigen an dieser Installation ist der Trick des Künstlers die Buddhafigur umzulegen und damit seine tatsächliche Herkunft zu offenbaren. Made in Dresden erinnert nicht zufällig an das berühmte Made in Germany. Deutscher Buddhismus und sein zeitloser Dharma entpuppt sich als

in deutschen Landen bedingt entstanden.

Diese Profanierung ist eine tödliche Bedrohung für spirituelles (symbolisches) Kapital. Die transzendente Sphäre aus der buddhistische Thaumaturgen ihr Charisma beziehen – und damit den Wert ihres spirituellen Kapitals – droht zu implodieren. Daher die Aggressivität mit der viele Gläubige und buddhistische Institutionen gegen das Kunstwerk ins Feld zogen. Die Aktion war eine existentielle Bedrohung.

Was hat das nun mit dem Fall Shimano zu tun? Im Fall Shimano findet im Prinzip die selbe Entwertung spirituellen Kapitals statt. In den Worten der „Heuristik“ des Spekulativen Non-Buddhismus handelt es sich um die

Ausserkraftsetzung der Ermächtigung. Eine der nachhaltigen Konsequenzen, die aus der Anwendung der Heuristiken des Spekulativen Non-Buddhismus folgen ist die Implosion buddhistischer Glaubwürdigkeit. […] Diese Entwertung ist dabei kein willentlicher Akt sondern das plötzliche Verschwinden – affektiv wie kognitiv – einer Fata Morgana. [vgl. CT|SP, S. 129]

Derartige Ereignisse sind großartige Chancen für Buddhisten, da sie eine der zentralen Erkenntnisse des Buddhismus sichtbar machen: paticcasammuppada ➔ Absolute Kontingenz. Sichtbar wird die zufalls- und situationsbedingte Zusammensetzung als Gegensatz zu einer imaginären absoluten Instanz. Im Fall Shimano zeigt sich das in völlig durchschnittlichen menschlichen Verhaltensweisen, die seinen Heiligenstatus annullieren.

Der Fall Shimano und das Charisma

Die Frage ist, was macht eigentlich die Macht aus, die solche Leute ausüben können? Max Weber hat dazu schon früh eine Antwort gegeben. Charisma:

»Charisma« soll eine als außeralltäglich (ursprünglich, sowohl bei Propheten wie bei therapeutischen wie bei Rechts-Weisen wie bei Jagdführern wie bei Kriegshelden: als magisch bedingt) geltende Qualität einer Persönlichkeit heißen, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder übermenschlichen oder mindestens spezifisch außeralltäglichen, nicht jedem andern zugänglichen Kräften oder Eigenschaften oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als »Führer« gewertet wird. [Quelle]

Diese Definition bringt uns ein großes Stück weiter, da sie die transzendenten Anteile – Übernatürliches, Übermenschliches usw. – zwar in ihrer Wirksamkeit anerkennt, ihnen aber eine innerweltliche, d.h. immanente, Ursache zuweist:

Über die Geltung des Charisma entscheidet die durch Bewährung – ursprünglich stets: durch Wunder – gesicherte freie, aus Hingabe an Offenbarung, Heldenverehrung, Vertrauen zum Führer geborene, Anerkennung durch die Beherrschten. [Quelle s.o.]

Das ist in aller Kürze, was Max Weber eine Charismatische Gemeinde nennt. Den charismatischen Führer und seine Gefolgsleute, beide vereint in gegenseitiger Bestätigung. Es lohnt sich seine Ausführungen dazu zu lesen. Man findet die Funktionsweisen x-buddhistischer Sanghas verblüffend genau beschrieben.

Hinzu kommen heute allerdings andere Aspekte. Der Evolutionspsychologe Pascal Boyer erklärt kurz und bündig:

Was in der Religion passiert, kann durch menschliche Neigungen erklärt werden, die unabhängig von Religion existieren. [vgl. CT|SP, S. 182]

Die Interaktion mit religiösen Repräsentanten setzt auf kognitive Systeme auf (im Zitat die „Neigungen“), die innerhalb der Evolution zur Beherrschung sozialer Aktivität entstanden sind (bzw. sie haben mit entstehen lassen). Die entsprechenden Systeme sind wesentlich älter als unsere heutigen sozialen Systeme in denen sie nun ‚zur Anwendung‘ kommen. Das heisst im Fall der Religion, wir habe das Gefühl des Erhabenen und das dringende Bedürfnis ihm Ausdruck zu verleihen (durch das Gebet etwa), aber es entsteht erst in zweiter Linie durch Gott, Buddha, den Priester, Roshi, Lama, andere charismatische Führer oder durch so genannte meditative Erfahrungen. In erster Linie entsteht es auf Basis eines kognitiven Apparates der zunächst entstanden ist überlebensförderndes Verhalten im Umgang mit Artgenossen und Prädatoren aufzubauen. Erschwert wird diese Erkenntnis dadurch, dass uns diese Vorgänge nicht direkt durch Introspektion (z.B. Meditation) zugänglich sind. Wir sind an dieser Stelle mit dem Problem konfrontiert, dass uns Mechanismen lenken, die uns nicht im Erste-Person-Singular-Modus zugänglich sind. Eine sehr unangenehme Erkenntnis für das Selbst und den charismatischen Führer, da diese ja auf ausschließlich introspektive Beobachtung des Selbst hinsichtlich seines Verständnisses setzen.

Charisma, oder die Macht eines Roshi wie Eido Shimano, kann also auf eine (hier extrem geraffte) Weise erklärt werden die keine Transzendenz benötigt. Keinen Gott, keinen ausserzeitlichen Dharma, keinen wundertätigen Buddha, keine Lamas mit magischen Kräften und kein wahres Dharmaauge.

Man kann sich an dieser Stelle auch mit den Begriffen der Projektion und der Übertragung im psychologischen und psychoanalytischen Sinn befassen. Dabei ist wichtig die Begriffe nicht vorschnell mit alltagspsychologischen Vorstellungen von Emotionen oder nicht näher beschriebenen Affekten aufzuladen.

Lacan meint, dass sich die Übertragung zwar oft unter dem Deckmantel eines besonders starken Affektes wie Liebe oder Hass zeigt, doch sie ist nicht diese Emotion, sondern die Struktur einer intersubjektiven Beziehung. [Evans, S. 317; meine Hervorhebung]

An dieser Stelle wird der andere Wert gestörter Beziehungen, wie der von Shimano und seiner Sangha, sichtbar. Einen solchen anderen Wert kann der X-Buddhismus allerdings nicht erkennen da ihm diese Struktur, auf Grund seiner Dualisierung der Welt, verschlossen bleiben muss. Für ihn ist das Wissen über diese Struktur eine Gefahr für die symbolische Interaktion, die Macht über den vermeintlichen magischen  Nukleus gewährt und der sich im zeitlosen Dharma manifestiert. Das Wissen um diesen magischen Kern gewährt dem Roshi Macht-Kapital von dem auch die profitieren, die mit ihm auf gutem Fuss stehen. Hier wird auch einsehbar, dass diese Strukturen äquivalent zu anderen kapitalistischen Strukturen sind: Je mehr desto besser. Nicht Wissen zählt, sondern wie lange einer gesessen hat.

Da Soziologie (Weber), Evolutionspsychologie (Boyer) oder Psychoanalyse (Freud, Lacan) für die x-buddhistische Persona sekundäre Erscheinungen sind die immer zuerst durch das Prisma des magischen und zeitlosen Dharma unter Oberaufsicht des x-buddhistischen Thaumaturgen gesehen werden, geraten die Kausalitäten die zuallererst x-buddhistische Verhältnisse erzeugen, nie ins Blickfeld. Der X-Buddhismus ist damit unfähig, sich der sprichwörtlich gewordenen dritten Kränkung des Ichs zu stellen: Der, dass das Ich nicht Herr im eigenen Haus ist. Und da er tiefer gehende Kausalitäten seines Seins nicht in Betracht ziehen kann, ist er nicht in der Lage irgend einen grundsätzlichen Einfluss auf die Zeitläufe zu nehmen in denen er lebt. Ein Beispiel hierfür ist das Netzwerk Achtsame Wirtschaft, das seinen Webauftritt mit folgendem Slogan einleitet:

Alle Dinge entstehen im Geist, sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung. Buddha

Hier haben wir die geschlossene x-buddhistische Struktur im Kern vor uns. Ein Phantom das vor 2500 Jahren gelebt haben soll wird als Autorität aufgerufen. Diese hebt dann an, das Axiom des X-Buddhismus zu predigen: Achtsamkeit und die Wendung nach innen erlöse uns von allen Übeln. Wie wir aber gesehen haben, hat diese Sichtweise blinde Flecken. Wer die nicht anerkennt und keine Schlüsse aus ihnen zieht, geht in die Irre.

Erst wenn die Ausserkraftsetzung der Ermächtigung eintritt, wird es für den Buddhisten möglich die Welt und das Wissen von der offenen Seite her zu sehen. Von dieser Seite her ist die Offenlegung der Struktur intersubjektiver Beziehung keine Gefahr mehr sondern Potential: paticcasammuppada ➔ Absolute Kontingenz.

Literatur: Der ZaubererPascal Boyer und Clark Barrett, Domain Specificity and Intuitive Ontology in The Handbook of Evolutionary Psychology, New York, 2005; Dylan Evans, Wörterbuch der Lacanschen Psychoanalyse, Wien, 2002.

Der Fall Shimano und die Konfickte des Buddhismus

In Konfickte des Buddhismus wurde darauf hingewiesen, dass der deutsche X-Buddhist Wilfried Reuter sich (in exemplarischer Form) in eine Auffassung von Sexualität versteigt die wesentlich auf Verdrängung basiert und wie er das Ganze konsequent in einer erzkatholischen Behauptung gipfeln lässt:

Sexualität – die Königin der Probleme!

Das seinerseits besprochene Heft der Zeitschrift Buddhismus aktuell spiegelt eine weit verbreitete Haltung im X-Buddhismus wieder, die ebenfalls auf dem Missverständnis der ausschließlich introspektiven Beobachtung des Selbst basiert. Bei Reuter ist es ebenfalls allein die Achtsamkeit die alles regeln soll. Wie wir aber sehen, führt dies in eine Sackgasse. Das Ergebnis ist letztlich wieder die Weigerung bzw. strukturelle Unfähigkeit, sich mit den tiefer gehenden Ursachen menschlichen Verhaltens zu befassen. In diesem Fall mit Formen von Sexualität.

In dieser Hinsicht folgende These bezüglich Sexualität in der Zen Studies Society – immer mit dem dem Gedanken, dass die Abläufe dort die Struktur intersubjektiver Beziehungen zeigen, es sich also um Übertragungen handelt:

Shimanos sexuelles Verhalten ist mitnichten Ausdruck „höherer Moral“ – wie das sein deutschsprachiger Apologet Gudio Keller propagiert, oder Ausdruck davon, er sei „für immer beheimatet im Reich des Unbedingten“, wie das Shimanos Nachfolgerin Roko Sherry Chayat behauptet – sondern es ist Ausdruck einer sexuellen Zwangsmoral. (vgl zu Keller hier, zu Shayat hier S. 24). Des weiteren ist die Verdrängung von Sexualität à la Reuter die Kehrseite der Medaille auf deren anderer Seite Heilige à la Shimano ihr Unwesen treiben.

Man muss hier zwei Aspekte betrachten. Erstens besagte Wendung nach Innen als eines der charakteristischen Merkmale des X-Buddhismus. Geschichtlich gesehen stößt diese Problemlösungsstrategie in den 1960er und 70er Jahren (nicht nur in Amerika) auf ein sich plötzlich stark veränderndes Verhältnis zur Sexualität, das sich im berühmten Schlagwort Sexuelle Revolution niederschlägt. Bei den X-Buddhisten und ihrer Wendung nach Innen kommt es mit der Sexuellen Revolution zwangsläufig zu einem Konflikt: Eine Generation die noch mehr oder weniger die Standards einer christlich-bürgerlichen Sexualmoral anerzogen bekommen hat und entsprechende Ge- und Verbote internalisierte, trifft plötzlich auf eine neue Sexualität die sich keine Vorschriften mehr machen lassen will. Dabei sollen die Konflikte zwischen alten tief verinnerlichten Regeln und neuem revolutionären Sex nicht etwa diskursiv gelöst werden sollen, sondern allein in der stillen Versenkung – nach dem Paradigma, dass alles Wissenswerte aus den Tiefen des wahren Selbst aufsteigt.

Auf diese Haltung trifft nun der vermeintliche Heilige – der charismatische Führer – der sich in puncto Sexualität tatsächlich alle Freiheiten nimmt. Das ist der zweite Aspekt. Wir erinnern uns: Shimano hatte 1963/64 zunächst eine Partnerin auf Honolulu, hat sich dann in Japan verlobt, nahm bei seiner Rückkehr die vorherige Beziehung wieder auf (ohne seiner Partnerin von seiner Verlobung zu berichten) und nahm sich dann zusätzlich noch eine dritte Frau.

Eine recht moderne Promiskuität könnte man meinen. In dem Moment aber, in dem es zwischen alten und neue Regeln zum Konflikt kommt, bricht alles zusammen. D.h im Fall Shimano: Die die in ihrer Versenkung keine Lösung für ihre Konflikte finden, werden vom Meister fallen gelassen. Der Meister zieht dann einfach weiter, während die Zurückbleibenden schauen können wie sie zurecht kommen.

Wenn wir die hier auftretenden Übertragungen als Strukturen intersubjektiver Beziehung sehen – als Aufgabe also, die entsprechenden Konflikte in neue Verhaltensformen hinein aufzulösen – dann wird klar, dass durch die einfache Auflösung der Beziehung ohne weitere Konfliktbewältigung die Aufgabe, die man auch einem anspruchsvollen Buddhismus stellen muss, nicht gelöst wird.

Shimanos Verhalten ist dann tatsächlich nur noch Ausdruck eine sexuellen Zwangsmoral da er einseitig für sich sexuelle Rechte beansprucht, die seine Partnerinnen nicht haben weil sie nicht in der Lage sind, ihm auf gleicher Ebene entgegen zu treten. Derartig einseitig beanspruchte Rechte bei denen der Partner lediglich in die Pflicht genommen wird ohne seinerseits gleiche Rechte für sich in Anspruch nehmen zu können, üben Zwang aus (und sind letztlich Ausdruck einer totalitären politischen Haltung). Eine derartige Moral in Bezug auf Sex nennen wir sexuelle Zwangsmoral. Eine Moral die Teil einer Vergewaltigungskultur ist. Einer Kultur in der die Frau Gebrauchsgegenstand für Männer wie Eido Shimano ist.

Das gleiche gilt gegenüber seiner Sangha als Partnerin. Auch hier beansprucht er für sich einseitige Freiheiten die zu Konflikten führen die nie wirklich aufgelöst werden. Hätte er tatsächlich ein höhere Moral – im Sinne einer Weiterentwicklung rigider, miefig-bürgerlicher sexueller Zwangsmoral hin zu einer freieren und selbstbewussteren Sexualität – hätte er diese lehren müssen. Stattdessen hat er sich immer nur rausgewunden, gelogen, verdreht, ist ausgewichen, hat diffamiert oder geschwiegen, ist geflüchtet, hat einen auf Weinerlich gemacht oder hat rumgeschrieen, das ginge keinen was an… usw. usf. ad nauseam. Beispiele für Ansätze zur Entwicklung einer freien und selbstbewussten Sexualität hingegen die Übertragung und intersubjektive Beziehung nicht als Zwang auffasst sondern als Lust gibt es genug: Von Wilhelm Reichs Sexpol, über Günter Amendts Sexfront bis zu einem modernen Aufklärungsbuch wie Make Love

Jugendliche die sich heute am letztgenannten Buch orientieren, sind moralisch weitaus höher entwickelt als ein Wilfried Reuter, der gerne des Fleisches Lust in einem Antiklimax der Verdrängung verschwinden lassen möchte, oder ein Shimano, der sich einfach ohne Rücksicht auf verLUSTe nimmt was ihm gerade über den Weg läuft. Sie sind es, weil sie lernen mit Sexualität verantwortungsvoll und bewusst – mit Respekt vor dem Anderen – umzugehen.

Sexprädatoren der Kategorie Shimano oder Verdrängungskünstler der Kategorie Reuter sind hingegen zwei Seiten einer ganz anderen Medaille: Aggressiver, chauvinistischer Übergriff oder gar Vergewaltigung einerseits und verdruckstes Wegschauen andererseits als Aspekte ein und derselben Vergewaltigungskultur – ohne Möglichkeit eines dritten Weges zwischen aggressiv pornografisierter oder regressiv infantilisierter Sexualität.

Und er steht schon wieder

Als benötigte man vor diesem Hintergrund noch einen Beweis über die Verständnislosigkeit des X-Buddhismus gegenüber jedem Versuch mehr über die Situation zu erfahren in der man sich befindet, hat man Made in Dresden wieder aufgerichtet. Die Botschaft dieser symbolischen Handlung ist klar. Als geschlossene Gesellschaft kann es der X-Buddhismus nicht zulassen, dass Zweifel an seiner absoluten Autonomie und seiner absolute Definitionsmacht aufkommen. Der Hinweis auf seine Zufallsgebundenheit muss verschwinden: paticcasammuppadaAbsolute Kontingenz.

Bodhicharya freut sich, der Buddha Statue in einer aufgerichteten Lage […] ein dauerhaftes Zuhause geben zu können und auf diese Weise zu einem friedlichen und harmonischen Ende der Kunst-Installation beitragen zu können.

Er steht wieder

In deutschen Landen bedingt entstanden