Des öfteren wurde ich inzwischen gebeten, Non-Buddhismus in einer Kurzdarstellung zu erklären. Sei es in einer kleinen Broschüre à la Batchelors Ein Säkularer Buddhismus, sei es, „das Programm der Unbuddhisten auf einer DIN A 4 Seite allgemeinverständlich zu formulieren“, sei es, „mit 2000 Zeichen“ non-buddhistische Einwände in einer Buddhismus-Zeitschrift zu formulieren, sei es, „non-buddhistische Praxis“ zu beschreiben oder sei es gar, zu erklären, wie man Non-Buddhist werden könne. Nichts von alledem ist möglich, da das Non nicht eine weitere Iteration buddhistisch-religiöser Denkmodelle ist, sondern da es an den einzelnen Menschen die Forderung stellt, selbst in einer Art Ex-Position zu etwas Anderem zu werden. In einem grundsätzlichen Shift eine andere Wirklichkeit zu gestalten. Jede Form parteipolitischer Programmatik führt zum genauen Gegenteil dieser Ex-Position.

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Um es ganz deutlich zu sagen, ich sehe keine andere vernünftige Erklärung für das ‚Ziel‘ der Lehren des Protagonisten, als es als eine ziemlich abstruse und paradoxerweise vergnügliche Methode zu sehen, wenn denn gewisse Bedingungen gegeben sind, einen langsamen Selbstmord zu begehen. Diese schlichte Erklärung ist natürlich für die Mehrheit der X-Buddhisten heutzutage inakzeptabel, obwohl ihr Tun – oder besser: ihr Lassen – ganz klar die Zeichen eines solchen über die Zeit gestreckten Suizids trägt. Es ist recht interessant zu beobachten wie sie reagieren, wenn man diese Interpretation der Methode ihres geliebten Heiligen explizit macht. Meiner Erfahrung nach scheint das Erlöschen im Gotamischen Kalkül eines der kraftvollsten Ur-Worte zu sein, das blitzartig den Schwachsinn des X-Buddhisten entlarvt.

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The Final Turn

poli✞ics

Kiev 2014 (Poli✞ics) by Perjovschi Dan

Der Fall Shimano ist ein Beispiel. Sein Lehrwert für den Buddhismus liegt nicht in seiner isolierten Betrachtung, sondern in der Verbindung zu anderen Themen. Von diesen ergeben sich eine ganze Reihe. Drei werden in diesem Text kurz angesprochen. Die Idee ist, Parallelen und Verbindungen zu zeigen. Vielleicht findet der Eine oder die Andere etwas, um damit in entsprechende Richtungen weiter zu denken.

Eine wichtiges Merkmal was den Fall Shimano und seine Parallelen im allgemeinen X-Buddhismus angeht ist die Geschlossenheit. Das System Shimano ist wie jeder andere X-Buddhismus dadurch charakterisiert, dass es das Wissen und die Welt dualisiert oder aufspaltet. Auf der einen Seite dieser Spaltung steht der X-Buddhismus bzw. der Dharma als letzte Instanz umfassender Bewertung, auf der anderen Seite der Rest, der sich bewerten lassen muss. Die Seite des X-Buddhismus ist in sich geschlossen und lässt keinen äusseren Einfluss zu. Dies äussert sich in der Rede vom so genannten zeitlosen Dharma, Schriftgläubigkeit, Glauben an einen historischen Buddha, dessen unveränderliche und ewige Botschaften usw. Von dieser hohen Warte aus formt und bestimmt der X-Buddhismus jeglichen Diskurs – vor allem über den Menschen und sein Bewusstsein, aber natürlich auch über die Künste, die Wissenschaften und die Philosophie. [vgl. Cruel Theorie | Sublime Practice (CT|SP), S. 96]

Ziel der folgenden jeweils nur kurz angesprochenen drei Beispiele ist es anzudeuten, dass diese Geschlossenheit sich als künstlich und unhaltbar erweist sobald man vom Menschen aus auf den X-Buddhismus zugeht. Die Frage, um die es dabei schlussendlich geht ist, was bleibt vom X-Buddhismus nach dieser Dezimierung? Bleibt überhaupt etwas für die Welt? Verpufft er rückstandslos? Oder kann man in seinen dampfenden Ruinen brauchbare Reste finden?

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