Es gibt das Gerücht, dass der Diplom-Lama Ole Nydahl die AfD empfiehlt. Noch ist es nur ein Gerücht aber so abwegig ist das nicht.
Archive für 30.11.99
Zusätzlich zu dem was ich kürzlich zum Themenheft Achtsamkeit der Zeitschrift Buddhismus aktuell 1/2016 geschrieben habe, einige kurze weitere Anmerkungen.
Die Zeiten in denen hier auf diesem Blog der X-Buddhismus kritisiert und gegen ihn polemisiert wurde sind eigentlich vorbei. Mich persönlich interessierten am Buddhismus bestimmte Aspekte seiner Philosophie und Aspekte die man Techniken des Selbstes nennen könnte. In der Landschaft des X-Buddhismus ist dazu wenig zu finden. Um ganz kurz in Erinnerung zu rufen, was hier als X-Buddhismus bezeichnet wird: X-Buddhismus zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er einen wichtigen – oder den wichtigsten – Aspekt einer asiatischen buddhistischen Philosophie ausser Acht lässt: das bedingte Entstehen – paticca-samuppada. (vgl. auch den Eintrag Buddhismus in unserer Heuristik)
Der zweite und dritte Teil meines Aufsatzes/Vortrages Vom Kitsch der Erleuchteten ist nun in leicht überarbeiteter Form in Narthex #2 unter dem Titel Laruelle und Buddhismus? erschienen. Narthex. Heft für radikales Denken ist die ein bis zwei Mal im Jahr erscheinende Broschüre der HARP – das ist die HALKYONISCHE ASSOZIATION FÜR RADIKALE PHILOSOPHIE. Weitere Informationen über HARP und wie das Heft zu beziehen ist, finden sich auf den zwei verlinkten Seiten.
Als letzte Geschenkidee zum Heiligen Abend 2015 etwas Spezielles für eine Personengruppe, die normalerweise nicht genügen gewürdigt wird. Es handelt sich um den Crossover aus Esoterik und Kommunismus. Was der Laie nicht kennt, bestaunt der Fachmann: Menschen die, ohne sofort erkennbare kognitive Dissonanz, eine Melange schaffen zwischen einer wie auch immer marxistisch inspirierten Weltanschauung und einer diffusen, irgendwie fernöstlich-neobuddhistisch durchtränkten Feinstofflichkeit. Da beginnt der RAF-Nostalgiker plötzlich über Zen zu sinnieren, der von Bagwahn bekehrte schwelgt in Heimweh zur guten alten DDR, der ehemalige KB-Kader findet nun Trost beim Handauflegen oder der vermeintlich von einer kritischen Theorie geleitete vergleichende Religionswissenschaftler erklärt nach dem dritten Bier kategorisch, man müsse nur richtig meditieren, um alles zu verstehen. Für diesen Personenkreis bietet sich als Geschenkidee zur Weihnacht, der ebenfalls von Asiatides vertrieben Porzellan-Mao an. Gewährsmann für die überragende spirituelle Relevanz Maos für einen Buddhimus-Kommunismus-Merger ist der allseits beliebte Dalai – Pop – Lama. Er erlag schon als junger Mann, bei einer Reise nach Peking, Maos Charisma und bezeichnet sich seit dem immer mal wieder gerne als Marxisten.

