Archive für 30.11.99

So habe ich gehört, es war einmal und der Erhabene sagte dies:

„Ihr Mönche, dies ist der direkte Weg zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Wehklage, zur Beendigung der Verwirrung, zur Erlangung der richtigen Methode, zur Verwirklichung der Freiheit: Vier Mal SATI.

Im ersten SATI ihr Mönche verweilt der Mönch hinsichtlich des Körpers den Körper betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. So betrachtet er, wie er zum Leichnam wird, auch er, unweigerlich, ein Entstehen und Vergehen.

So betrachtet er einen Leichnam hingeworfen auf ein Leichenfeld. Aufgebläht, gedunsen, verfärbt, mit drallen Titten und dickem Hintern, die Popdiva, verkauft und verhökert für ein Geträller über den Miasmen in denen sich Krähen, Falken, Geier, Hunde, Schakale und die Würmer laben. So ihr Mönche verweilt der Mönch hinsichtlich des Körpers, den Körper betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt.

Er betrachtet den lebend begrabenen kleinen Mann von nebenan mit seinen kleinen, normierten Rassismen. Am Tropf des Kredits, in seinem Reihenhaus, mit Frau und Kind und ohne Aussicht. Ein Skelett zusammengehalten von falschen Versprechen. So ihr Mönche verweilt der Mönch… usw.

Er betrachtet den dreisten Bonzen von der Bank in seinem gepanzerten SUV. Ein Skelett, durchtrainierte Muskelfetzen, zusammen gehalten von falschen Versprechen. So ihr Mönche verweilt der Mönch…

Er betrachtet den Politakrobaten mit seiner Rhetorik. Ein Skelett von Worthülsen. Blutbeschmiert, zusammen gehalten von falschen Versprechen. So ihr Mönche verweilt der Mönch…

Er betrachtet den CEO der emsig Wasser, Luft, Sonne, Alles zu Geld macht. Ein Skelett, blutleer, ausgehöhlt, zusammen gehalten von falschen Versprechen. So ihr Mönche verweilt der Mönch…

Er betrachtet den Mörder in Uniform, den Tod am Joystick, die Knochen seiner Opfer in alle Richtungen zerstreuend. Von keinem Versprechen mehr gehalten.

Er betrachtet den Harzer vor’m Fernseh mit ’ner Tüte Chips und Cola. Weiß gebleicht vom Siechtum im Halbgrau. Kein Versprechen, keine Hoffnung, Ausschuss.

Er betrachtet die, die versuchten zu flüchten. Morsche Leiber und dann Staub.

Er betrachtet den uniformierten Heiligen dem all dies eine Meditation.

So ihr Mönche verweilt der Mönch hinsichtlich des Körpers, den Körper betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. Und er vergleicht ebendiesen seinen Körper damit: Auch dieser Körper ist von der selben Art, so war er, so wird er sein, er ist von diesem Schicksal nicht ausgenommen.“

 

PflegemittelMeditation

Pflegemittelabteilung

An dieser Stelle wird die Publikation dreier Texte des Spekulativen Non-Buddhismus annonciert.

  1. Einführung in den Spekulativen Non-Buddhismus
  2. Anleitung zur Benutzung der Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus
  3. Die Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus

Weiterlesen…

Dieser Text ist Teil einer dreiteiligen Publikation des Spekulativen Non-Buddhismus. Die beiden anderen Texte sind die Einführung in den Spekulativen Non-Buddhismus und Die Heuristik des Spekulativen Non-BuddhismusZentraler Link für alle Texte. Bibliografie hier. Fettdruck verweist auf Einträge in der Heuristik. CTSP ist die Sigle für Cruel Theory | Sublime Practice.

Einleitung

Die Heuristik des Spekulativen Non-Buddhismus ist eine Stichwortliste, die Werkzeuge zur Analyse des X-Buddhismus bereitstellt. Das X in diesem Begriff steht für ein Regelsystem, welches die Struktur unseres Denkens bestimmt. Dabei geht es nicht nur um den Buddhismus, sondern grundsätzlich darum, die Fähigkeit zu entwickeln, ideologische Bestimmungen zu transzendieren. Das X genauer zu bestimmen, zu verstehen und im besten Fall hinter sich zu lassen, ist Ansatz des Projektes Spekulativer Non-Buddhismus. Die Differenz zwischen dem X und dem Non ist dem analog der entsteht, wenn man das Parallelen-Axiom aus der Euklidischen Geometrie streicht (vgl. Krümmung). Anders ausgedrückt: Es handelt sich um zwei Paradigmen, bei dem das Ältere X dem Neueren Non nur verständnislos gegenüberstehen kann.

Weiterlesen…

Laut Statistik verirrt sich immer mal wieder jemand auf eine Seite dieses Blogs mit dem Titel Christof Spitz: Der Zensurhansel des Deutschen Buddhismus. Besonders in den letzten Tagen (ab 23.8.14) sind stark gestiegene Zugriffsraten zu verzeichnen. Vermutlich hat das zwei Gründe. Erstens erscheint bei der Suchanfrage „Christof Spitz“ auf Google Spitz in Zusammenhang mit Texten auf Der Unbuddhist in den ersten Ergebnissen. Zweitens besucht der Dalai Lama gerade Hamburg und Spitz ist in die Veranstaltung involviert, so dass viele seinen Namen abfragen und schnell hier landen.

Aus der Statistik ist auch zu entnehmen, dass sich kaum jemand die Mühe macht, die Aufklärung der Frage, ob Spitz Zensur betreibt, zu lesen. Es sei daher an dieser Stelle folgendes festgestellt:

Christof Spitz gehört zu den raren Ausnahmen im institutionellen deutschsprachigen Buddhismus, die zu einem (selbst)kritischen Denken in der Lage sind. Wenn es im so genanten X-Buddhismus zuhauf Denkverbote gibt, dann gehört Spitz gerade zu denen, mit denen man eine zutiefst naive, blinde und taube Inkulturation des Buddhismus im Westen doch diskutieren könnte. Weiterlesen…