Archive für DBU

Made in Dresden

NerzbuddhaEs wird hier nicht um die gehen, die sich redlich bemühen in ihrem Leben zurecht zu kommen und sich dabei auch mit dem Buddhismus beschäftigen. Es geht hier um diejenigen die die Deutungshoheit über Buddhismus beanspruchen. Dabei geht es auch um die Frage ob man das Erbe buddhistischer Kultur eigentlich denen überlassen will, die mit ihm ein gutes Geschäft machen. Ein gutes Geschäft nicht nur mit der direkten Umsetzung buddhistischer oder pseudobuddhistischer Gedanken in Geldwert – wie das Verlage tun die den Markt mit esoterischer Billigwahre überschwemmen, die zwecks besseren Verkaufs immer irgendwas mit „Buddha“ im Titel führt – sondern auch mit der Umsetzung dieser Gedanken in narzisstisches Vermögen. Narzisstisches Vermögen, das es ermöglicht sich Wertschätzung zu erkaufen und damit den sozialen Status quo zu erhöhen.

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Und über allem dräut der Dharma

Buddhismus aktuell 1/2013 und der Buddha im 21. Jahrhundert

Nur keine falsche Bescheidenheit! Das gilt generell für den Buddhismus im Westen. Daher geht es im aktuellen Heft der Deutschen Buddhistischen Union auch nicht um Buddha Heute, Buddhismus – eine Bestandsaufnahme oder ganz einfach um Buddhismus aktuell, so wie schließlich das Heft heisst, nein, es geht vielmehr um nichts weniger als um den Buddha im 21. Jahrhundert. Man nimmt sich also einiges vor. In ein Jahrhundert passt so einiges hinein und da kann einem schnell mal schwindlig werden, wenn man versucht diese Zeitspanne zu erfassen. Allein schon die technischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre und ihre sozialen Auswirkungen, dürften den meisten Buddhisten nur unzureichend bewusst sein. Schließlich gehört das Studium von Themen jenseits eines ominösen Dharma nicht gerade zu den Disziplinen, die einemhhdl5 Buddhisten nahe gelegt werden. Noch weniger Bewusstsein dürfte darüber bestehen, was seit den 60er und 70er Jahren an sozialen Veränderungen statt gefunden hat. Sicher, man weiss daß es da eine Frauenbewegung gibt, daß es Die Grünen nun schon mal bundesweit regiert haben, daß die Strassen früher alle leerer waren, daß das Benzin auch schon billiger war und das sowas wie einen Klimawandel droht. Aber wie sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem Zeitraum verändert haben, dürfte den meisten Buddhisten völlig verschlossen bleiben. Der Grund ist einfach: Sie leben alle ganz entspannt im Hier und Jetzt. Die damit einhergehende Referenzlosigkeit verunmöglicht jeglichen Vergleich mit anderen Epochen, und sei es auch nur mit der der vorhergehenden Generation. Das Diktat des Hier und Jetzt kann sich stets auf den Dharma als grundlegende kosmische Norm berufen, jenseits derer nichts von Belang existiert. Wer den Dharma lebt, lebt in ultimativer Wahrhaftigkeit. Es gibt kein Gesetz jenseits des umfassenden Dharma. Wer sich auf diesen kosmischen Masterplan beziehen kann, braucht nichts sonst und muss sich nicht in falscher Bescheidenheit bezüglich seiner Einsichten in das Zeitgeschehen üben, weil immer alles von höchster Warte gesehen wird.

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Zögere nicht, lass dich flachlegen!
Herumsitzen und Sutren rezitieren –
was für ein Quatsch!
Ikkyû Sôjun

Hier geht es um Sex. Es geht darum was der aktuelle Buddhismus auf der DBU-Themenkonferenz „Buddha, Sex und Leidenschaft“ über Sex tatsächlich zu sagen hat. Was steht in dem dieser Konferenz gewidmeten Heft „Buddhismus Aktuell“ 1/2012? Der DBU-Kongress greift Tabuthemen auf, heisst es. Tut er das wirklich? Spricht man über das Zölibat, seine Probleme, über eine pornografisierte Gesellschaft, über ein Marketing das den Sexus systematisch nutz um Aufmerksamkeit zu erregen? Spricht man darüber wie man mit dem Sex einer verstörten und verantwortungslosen Gesellschaft umgeht? Spricht man darüber was ein angeblich vor 2500 Jahren in einer agrarischen Gesellschaft lebender Heiliger, der hinter Myriaden von Anekdoten verschwindet, den jeder für sich interpretiert grad wie er will – spricht man darüber was der wirklich zu sagen hat zu einer Gesellschaft in der jeder Zwölfjährige sich mit ein, zwei Mausklicks Youporn aufmachen kann? Spricht man darüber, wie sich das Subjekt in dieser Gesellschaft heute herausgebildet hat – und wenn es nur die Jahre seit Kant sind? Spricht man darüber was eine kulturell geformte Sexualität ist, das biologische Geschlecht, der Gender? Hat man irgendwelche Geisteswissenschaftler an Bord, die hierzu Antwort geben könnten? Buddha, Sex und Leidenschaft: Ist das mehr als eine Alibiveranstaltung?

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