Nach mehr als zwei Jahren bloggen, stellen sich ein oder zwei Fragen darüber, wie das hier weiter gehen könnte? Dass es weiter geht, steht ausser Frage. Nur das Wie bedarf der Neuerung. Die Frage ist, wie man die verschiedenen Themen hier, und die Formen in denen sie dargestellt werden, sinnvoller strukturiert? So dass es dem neugierigen Leser leichter wird, heraus zu finden um was es geht.
Heimlich still und leise werden sie unter den Teppich gekehrt – die Affären. Der X-Buddhist als solcher verträgt die Auseinandersetzung mit Widersprüchen nicht. Sein Weltanschauung heisst genau aus diesem Grunde häufig Non-Dual. Alles ist eins. Und wo alles eins ist, kann es keinen Widerspruch geben. Das ist auch der Sinn jeder Meditation mit der es wirklich was auf sich hat. Denn es funktioniert ja wirklich, das Verdimmen und Verdämmern lassen eines Gedankens bei gleichzeitigem Hell wach sein. Wem diese Meditation gelingt, ohne dass er gleichzeitig lernt den Widerspruch zu lieben, der ist der perfekte X-Buddhist. Das heisst, es gibt für ihn tatsächlich keinen Widerspruch mehr. Alles ist gut so wie es ist. Nichts ist zu tun. Nichts kann einen mehr schrecken. Selbst der Tod wird zu einem Popanz, dem man in buchstäblicher Seelenruhe entgegen geht. All das, genauso wie es in den x-buddhistischen Überlieferungen gepredigt wird, stimmt. Es gibt eine endgültigen Frieden. Es gibt den endgültigen Schwamm drüber.
Von den Falschen und den Richtigen
Man soll sich also rechtfertigen. Dafür dass man es nicht akzeptiert, wenn Buddhisten durchblicken lassen, dass die Gaskammer jüdisches Karma war. Wenn man nicht hinnimmt, dass Kunst sich gefälligst nach der Auffassung buddhistischer Obrigkeit zu richten hat. Wenn man es verabscheut das sexueller und finanzieller Missbrauch durch Buddhisten von Buddhisten totgeschwiegen wird. Wenn eine miefige Sexualmoral angeprangert wird, die eben solchen Missbrauch eher ermöglicht als verhindert. Dafür dass man in buddhistischer Philosophie das genau Gegenteil angelegt sieht als den Kittelkult und das Esoterikgetue, das heute Buddhismus sein soll. Wenn man sich über kapitalistische Eiterbeulen aufregt, die für 1000 € den Tag so genannte Meditation an gestresste Manager verkaufen. Wenn man im buddhistischen Dauergegrinse lediglich das Abwürgen jedweder Diskussion erkennt – über die Ursachen des Leiden. Dass man im großmannssüchtigen deutschen Buddhismus lediglich eine narzisstische Verliebtheit in spirituelle Karrieren erkennt. Wenn man nachweisst, dass es lediglich um Rang, Namen, Status usw. geht. Um den Schein von etwas von dem alle träumen, das keiner kennt.
Anmerkung 18.11.14: Leser dieses Artikels seien auf die ausführliche Darstellung des Wirkens von Eido Shimano in Amerika hingewiesen, die sich auch auf diesem Blog findet: Der Fall Shimano: Mann ohne Rang.
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Eido Shimano ist einer der großen Zen-Meister Amerikas die wegen vielfältiger Vergehen mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt wurden.
Die Mär vom großen Meister Shimano der den Leuten Erleuchtung versprach und sich als eitler Wicht entpuppte, ist gut dokumentiert. Das Beispiel Shimano ist sogar eines der krassesten, da es zeigt, wie ein buddhistischer Lehrer sich buchstäblich über Jahrzehnte im Amt halten konnte, obwohl die Sangha wusste was er trieb.
Um so erstaunlicher, dass es immer noch Buddhisten gibt, die in Treu und Glauben zu diesem Mann stehen. Aktuell erreicht mich die Nachricht über eine österreichische Sangha die Shimano u.a. folgendermaßen charakterisiert:
Eido Shimano Roshi ist seit 1960 einer der sechs wesentlichen Wegbereiter des Zen in den USA und in Europa.
Von den Pofallas des Buddhismus
Neulich nachts auf der Tanke. Irgendwo in Deutschland. Nach Stunden der Irrfahrt mit Ulysses, ich glaube wir waren schon beim Kapitel Nausikaa – Trotzdem, irgendwie muß mans ja loswerden – nach Stunden im Dunkel der Geisterbahn einer deutschen Autobahn, nach Stunden im Dunkel mit diesen Gasgebern, ihren Führerscheinen und ihren tonnenschweren Panzern, endlich eine Rast. Auf einer deutschen Raststätte: Erst Sprit für 100 Euro. Dann in die Warenödnis des nächtlich-grell illuminierten Verkaufsraumes. Vorbei an einem Klo aus dem heraus selbst um Mitternacht frühlingshaftes Vogelgezwitscher zu vernehmen ist. Und schließlich, nach Wochen ohne diese elenden Geschmacklosigkeiten der deutschen Esoterikindustrie, erleuchtet vor einem riesigen Bildschirm, Er! Er nun wieder: Diese Kunststofffratze einer missratenen Migration fernöstlicher Religion ins gelobte Land des Konsums. Ein Plastikbuddha vor’m Fernseh‘. Wie könnte man besser den Weg des Deutschen Buddhismus illustrieren als mit diesem Götzen der in stoischer Ruhe vor dem Instrument der Beschwichtigung sitzt? Tagein tagaus, schweigend, nicht-denkend, kritiklos, mampfend was immer die da oben ihm zu mampfen geben, bar jeder Haltung, erstarrt in einer Ekstase der Verblödung.

