Archive für 30.11.99

Die erste Ausgabe unseres neuen, englischsprachigen E-Journals ist erschienen. Die Adresse ist www.nonplusx.com

For the english version of this introduction please visite this site => speculative non-buddhism!

non+x ist kritische Auseinandersetzung mit Buddhismus und anderen kulturellen Erscheinungen. Wir sind an dem Punkt interessiert in dem Worte, Bilder, Aktionen sich in unvorhersehbarer Weise zu neuen ideologischen Formen kristallisieren.

non+x mischt auf. Die Tradition wird zerschnitten und mit dem Auge der Gegenwart verschmolzen. Der un-dogmatische Freigeist erlaubt sich unverschämte neue Perspektiven auf jegliches Material. Wir ermutigen und laden dazu ein die neuen konzeptuellen Räume zu erkunden, die sich aus der kreativen Konfrontation ergeben.

non+x ist das was passiert, wenn man beginnt die Situation zu erkunden. In spiritu ludi. Tu was du willst. Liebe deine Ideen.

Das Blog Speculative Non-Buddhism wird gemeinsam mit non+x weiter bestehen. Es wird der Platz für Diskussionen und Kommentare über Texte auf non+x sein. Englischsprache Interessierte sind herzlich dazu eingeladen an den Diskussionen teilzunehmen oder Material beizusteuern.

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Eine Anmerkung im Asso-Blog erinnert mich daran, daß es nötig ist einmal  darauf hinzuweisen um was es hier nicht  geht.

Es geht nicht darum, irgend einen neuen Buddhismus zu erfinden. Es geht auch nicht darum den wahren Sinn in alten Sprüchen zu entziffern oder von irgendwelchen alten Texten den Staub zu pusten. Es geht auch nicht darum diesen oder jenen alten Buddhismus zu finden, der der echte sei.

Denken, nicht meditiern!

Diese Motto steht da nicht aus irgend einer Gedankenlosigkeit heraus oder als Witz. Es geht hier nicht um meditiern. Was ist damit wohl gemeint?

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Adam S. Miller 

Die Vertrautheit der Academy-Routine bekam etwas bedrückend Kumulatives. Sämtliche Gelegenheiten, wo ich mich die unverputzten Zementstufen im Treppenhaus hochgeschleppt und mein schwaches rotes Spiegelbild im Lack der Brandschutztür gesehen hatte und dann die 56 Schritte den Korridor entlang zu unserem Zimmer gegangen war, die Tür geöffnet und leise wieder ins Schloss gedrückt hatte, um Mario nicht zu wecken. Ich durchlebte noch einmal all die Schritte all der Jahre, sämtliche Bewegungen mit allen dazugehörigen Atemzügen und Pulsschlägen. Und dann die Gesamtzahl, wie oft ich die selben Prozesse noch würde wiederholen müssen, Tag für Tag, in unterschiedlichen Beleuchtungen, bis ich meinen Abschluss machte und wegzog, und dann begann der genauso erschöpfende Prozess der Auszüge aus bzw. Rückkünfte in Wohnheime irgendeiner Tennisstarken Universität. Der vielleicht schlimmste Teil der Epiphanie betraf die unglaublichen Lebensmittelmengen, die ich im Rest meines Lebens noch verzehren würde. Mahlzeit für Mahlzeit, plus die Snacks. Tag für Tag für tag. Die Erfahrung dieses Essens in toto. Allein der Gedanke an das ganze Fleisch. Ein Megagramm? Zwei Megagramm? Ich sah deutlich das Bild eines großen, kühlen, hell erleuchteten Raumes vor mir, der vom Boden bis zur Decke mit nichts als den leicht panierten Hühnerbrüsten vollgestapelt war, die ich in den nächsten sechzig Jahren zu mir nehmen würde. Die Unmenge an Geflügel, das für den Fleischbedarf eins Lebens viviseziert wurde. Die Unmengen an Salzsäure, Bilirubin, Glukose, Glykogen und Glokonol, die von meinem Körper produziert, absorbiert und produziert würden. Dann ein weiterer, dunklerer Raum, gefüllt mit den steigenden Exkrementmassen, die ich produzieren würde, die doppelt verriegelten Stahltüren, die sich unter dem steigenden Druck immer mehr nach außen bogen … Ich tastete nach der Wand hinter mir und blieb gekrümmt stehen, bis das Schlimmste vorbei war.

– David Foster Wallace, Unendlicher Spass, S. 1287 f.

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Avatar von msteingass

Scheisse

Hunger

Lange

Weile

Eine kurze Einführung in den Non-Buddhismus

Diesem Blog fehlt ein „About“, es hat keinerlei Einleitung, man ist irritiert von einem merkwürdigen Motto, der Titel ist sowieso unmöglich – um was also geht es hier?

Es geht darum, daß der Buddhismus seine generelle kulturelle Gebundenheit nicht sieht.

Es geht darum, daß er sich damit nicht nur vom Leben abwendet, sondern sich sogar in letzter  Konsequenz gegen es wendet.

Es geht darum, daß das was sich heute Buddhismus nennt, nichts mehr meidet als die radikale Einsicht in die Zufälligkeit, in die Abhängigkeit von biologischen und sozialen Mechanismen und zuletzt in die schlichte, abgründige Nichtigkeit des personalen Selbstes.

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