Archive für 30.11.99

Kategorie deutsche Texte

Avatar von msteingass

Das Thema iBuddhismus sollte nicht zu hoch gehängt werden, dazu bietet es nicht genug Substanz. Allerdings ergibt sich hier ein Einblick in die Funktionsweise dessen was Max Weber die „Charismatischen Persönlichkeit“ nannte – eine Form der Macht. Es ist ein wichtiger Aspekt des Spekulativen Non-Buddhismus, sich über solche Funktionsweisen klar zu werden.

Joachim Wetzky verweigert sich zwar vordergründig einer Diskussion zur Glosse #01, kann es aber nicht vermeiden doch auf Feststellungen hier zu reagieren.

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Und über allem dräut der Dharma

Buddhismus aktuell 1/2013 und der Buddha im 21. Jahrhundert

Nur keine falsche Bescheidenheit! Das gilt generell für den Buddhismus im Westen. Daher geht es im aktuellen Heft der Deutschen Buddhistischen Union auch nicht um Buddha Heute, Buddhismus – eine Bestandsaufnahme oder ganz einfach um Buddhismus aktuell, so wie schließlich das Heft heisst, nein, es geht vielmehr um nichts weniger als um den Buddha im 21. Jahrhundert. Man nimmt sich also einiges vor. In ein Jahrhundert passt so einiges hinein und da kann einem schnell mal schwindlig werden, wenn man versucht diese Zeitspanne zu erfassen. Allein schon die technischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre und ihre sozialen Auswirkungen, dürften den meisten Buddhisten nur unzureichend bewusst sein. Schließlich gehört das Studium von Themen jenseits eines ominösen Dharma nicht gerade zu den Disziplinen, die einemhhdl5 Buddhisten nahe gelegt werden. Noch weniger Bewusstsein dürfte darüber bestehen, was seit den 60er und 70er Jahren an sozialen Veränderungen statt gefunden hat. Sicher, man weiss daß es da eine Frauenbewegung gibt, daß es Die Grünen nun schon mal bundesweit regiert haben, daß die Strassen früher alle leerer waren, daß das Benzin auch schon billiger war und das sowas wie einen Klimawandel droht. Aber wie sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in diesem Zeitraum verändert haben, dürfte den meisten Buddhisten völlig verschlossen bleiben. Der Grund ist einfach: Sie leben alle ganz entspannt im Hier und Jetzt. Die damit einhergehende Referenzlosigkeit verunmöglicht jeglichen Vergleich mit anderen Epochen, und sei es auch nur mit der der vorhergehenden Generation. Das Diktat des Hier und Jetzt kann sich stets auf den Dharma als grundlegende kosmische Norm berufen, jenseits derer nichts von Belang existiert. Wer den Dharma lebt, lebt in ultimativer Wahrhaftigkeit. Es gibt kein Gesetz jenseits des umfassenden Dharma. Wer sich auf diesen kosmischen Masterplan beziehen kann, braucht nichts sonst und muss sich nicht in falscher Bescheidenheit bezüglich seiner Einsichten in das Zeitgeschehen üben, weil immer alles von höchster Warte gesehen wird.

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Der Untergang des Buddhismus

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Buddha and Pandora, Frankfurt Myzeil 2011   Der Untergang des Buddhismus ist eine ausgemachte Sache. Nicht in der Art wie der Untergang des Abendlandes, der, wenn auch verspätet, sich nun doch auch abzeichnet, oder wie das Verschwinden des Menschen, womit dann endlich auch das Anthropozän ein Ende hätte, nein! Der Buddhismus wird untergehen wie jede Mode, wie jeder Gag, wie jeder letzte Schrei der gleich vom nächsten, vom immer mehr und viel zu viel der Überfressenen überschrien wird.

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non + x

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non + x ist ein englisch sprachiges e-Magazin, das sich, angeregt durch François Laruelles Philosophie der radikalen Immanenz, mit zeitgenössischen Themen auseinander setzt.

Die aktuelle Ausgabe versammelt eine Reihe Texte die sich kritisch mit Buddhismus befassen. Hier einige kurze ins deutsche übersetzte Auszüge.

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Es ist tatsächlich nicht besonders schwierig sich in eine tiefe meditative Trance zu versetzen und oder verschiedene Varianten der Beeinflussung des eigenen Bewusstseins durchzuspielen. Timothy Leary hat das schon in den 1970er Jahren in seinem genialen, aber aus heutiger Sicht esoterisch auch ziemlich verpeilten und überholten Text Exopsychologie erkannt. Dort geht es im so genanten 5. Schaltkreis um die autonome Beeinflussung des eigenen psychophysikalischen Seins. Sprich, es geht um die Fähigkeit Körper und Geist sinnvoll, selbstbestimmt und mit entsprechendem Know-How ausgestattet zu steuern. Die Idee Learys in ihrem zeitlichen Kontext ist auch deswegen interessant, weil sie neben den Forderungen nach mehr Selbstbestimmung im politischen, privaten und beruflichen Leben, den eigenen Körper zu einer Domaine des Wissens macht. Das heisst aus der Perspektive derjenigen, die diesen Körper lebt – nicht aus der Perspektive des Arztes, Lehrers, Vorarbeiters, Vorgesetzten, Befehlsführers etc. pp. Diese Selbstbestimmung, zunächst ganz neutral gesehen, ist damit Teil dessen was Gilles Deleuze als Kontrollgesellschaft bezeichnete.

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