Archive für Analyse

Karma

20_auschwitz-birkenau_rampe

Opfer des Attentats von Boston schuld an ihrem Unglück? Immer noch unschuldig in Guantanamo, trotzdem selber schuld? NSU-Morde lediglich ausgleichende Gerechtigkeit, die Opfer ihrer gerechten Strafe zugeführt? Von Pädophilen vergewaltigte Kinder Opfer ihrer eigenen Missetaten?

Man könnte endlos so weiter fragen und jede dieser Fragen mit „Ja!“ beantworten, wenn man vom Verständnis des Karma im real existierenden Buddhismus ausgeht.

Weiterlesen…

Das tazlab 2013: Was ist das, was hat das mit Buddhismus zu tun, um was geht es in diesem Text und was soll man lesen?

Was das tazlab ist, darüber informiert => hier ein kurzer Text: „Ein politisch-kulturelles Forum gegen das Anything goes.

Was das mit Buddhismus zu tun hat? In gewissem Sinne gar nichts: Buddhismus heute ist im deutschsprachigen Raum und vermutlich im ganzen ‚Westen‘ zu allermeist eine apolitische und in Bezug auf einen notwendigen gesellschaftlichen Wandel irrelevante Erscheinung. Noch schlimmer, Buddhismus heute verstärkt und fördert mit seinem Innerlichkeitskult und seinem Narzissmus eine Haltung in der eine sich anbahnende Katastrophe durch beständiges meditatives Wegsehen gefördert wird. Diese Form des Buddhismus nennen wir X-Buddhismus. Das ist eine Haltung, die glaubt durch eine politische oder philosophische Entscheidung eine endgültige Lösung, eine Art Endlösung, die uns Deutschen ja immer besonders am Herzen liegt, zu finden. Mit dieser Entscheidung wird immer schon die Antworten mit geliefert – die berühmt berüchtigte Patentlösung (Euro-Rettungsschirm, Erleuchtung, Merkel, Dalai Lama). Wie wir aber sehen werden, ist unser Problem heute, daß wir uns in einer Situation befinden in der es nur ein sehr grosses Fragezeichen gibt. Sonst nichts. Non-Buddhismus akzeptiert das Fragezeichen und wird, da hinter dem Fragezeichen etwas Neues lauert, verschwinden sobald dieses sichtbar wird. Dazu und was das tazlab bzw. die drei im folgenden angesprochenen Autoren mit Non-Buddhismus zu tun haben könnten, in einem später Beitrag mehr.

Hauptsächlich geht es jetzt um drei Veranstaltungen des tazlab 2013 :

Weiterlesen…

2012 habe ich eine Studie in englischer Sprache über Machtmissbrauch im Zen-Buddhismus veröffentlicht. In der Studie wird auf die Fälle Eido Shimano in den USA und Klaus Zernickow (auch bekannt als Sotetsu Yuzen) aus Berlin eingegangen, denen jeweils ein über viele Jahre andauernder systematischer Missbrauch von Schülern vorgeworfen wird. Nun steht die Studie auch auf Deutsch zu Verfügung. Pikanterweise ist in der Zwischenzeit auch ein völlig neuer Fall langjährigen sexuellen Missbrauchs durch einen Zen-Lehrer an die Öffentlichkeit gelangt, nämlich der des als Lehrer von Leonard Cohen weltbekannten Rinzai-Meisters Joshu Sasaki. Die Diskussion über eine latente Anfälligkeit für Missbrauch im Zen-Buddhismus dürfte also weiterhin aktuell bleiben.

„Zen hat keine Moral!“ (pdf)

„Die globalen Katastrophen spielen sich momentan in weit entfernten Regionen ab. […] Solange wir in Ruhe unserer spirituellen Praxis nachkommen können und in Ruhe unser persönliches Erwachen anstreben können, gibt es für viele Menschen keinen triftigen Grund, sich zu engagieren.“

Weiterlesen…

Das Thema iBuddhismus sollte nicht zu hoch gehängt werden, dazu bietet es nicht genug Substanz. Allerdings ergibt sich hier ein Einblick in die Funktionsweise dessen was Max Weber die „Charismatischen Persönlichkeit“ nannte – eine Form der Macht. Es ist ein wichtiger Aspekt des Spekulativen Non-Buddhismus, sich über solche Funktionsweisen klar zu werden.

Joachim Wetzky verweigert sich zwar vordergründig einer Diskussion zur Glosse #01, kann es aber nicht vermeiden doch auf Feststellungen hier zu reagieren.

Weiterlesen…