Archive für Entscheidung (François Laruelle)

Dieser Text ist Teil einer dreiteiligen Publikation des Spekulativen Non-Buddhismus. Die beiden anderen Texte sind die Einführung in den Spekulativen Non-Buddhismus und die Anleitung zur Benutzung der Heuristik des Spekulativen Non-BuddhismusZentraler Link für alle Texte. Bibliografie hier. Fettdruck verweist auf Einträge in der Heuristik. CTSP ist die Sigle für Cruel Theory | Sublime Practice.

Index

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Störung. Die x-buddhistische Weltanschauung gleicht einem Energieversorgungsunternehmen, das Charisma durch die Leitungsnetze der ehrenwerten buddhistischen Charisma pumpt [vgl. Video unten]. Gleichgerichtet durch seine Rhetorik der Selbstdarstellung, breitet sich die Spannung in untergeordnete Sangha-Stationen und bis in den affektiv-kognitiven Entscheidungsapparat des Individuums aus. Die Heuristic des Spekulativen Non-Buddhismus ermöglicht einen Kurzschluss dieser Übertragung und damit eine Untersuchung der x-buddhistischen Maschinerie sowie eine Analyse seiner Energieträger. (1)

Nach den Texten auf unserem englischen Blog The Non-Buddhist und hier über die Frage Was ist Non-Buddhismus?nun ein Beispiel für den affektiven Aspekt der Entscheidung (englische Version dieses Textes auf The Non-Buddhist). Das englischsprachige Video, welches unten zu sehen ist, ist auch für Leute mit nur geringen entsprechenden Sprachkenntnissen zu verstehen. Schon die ersten fünf Minuten des Videos bieten einen frappierenden Einblick, wie der affektive Aspekt der x-buddhistischen Entscheidung funktioniert. Dieser fünfminütigen Einleitung folgt dann ein Propagandafilm, der über eine halbe Stunde lang eine Lobrede nach der anderen auf einen x-buddhistischen Heiligen aneinanderreit. Eine entsprechend disponierte aussenstehende Person wird hier durch emotionales Framing verführt und es wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die Handlungen und Aussagen des x-buddhistischen Zauberers in ganz bestimmter Weise werten wird. Der Zauberer selbst – Ole Nydahl – tritt in dem Film nicht auf. Ein geschicktes Mittel, welches X-Buddhisten Upaya nennen: die Leerstelle, um die die fantastische, das Übernatürliche beschwörenden Erzählung über Nydahl gruppiert wird, zwingt in eine um so größere Begierde, ihn wirklich kennen zu lernen.

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Dieser Text ist eine kurze Einführung in den Non-Buddhismus. Er behandelt einige grundlegende Punkte und soll weitere Lektüre anregen. Wir wollen zukünftig mehr solche kurzen Texte bringen, die verschiedene wichtige Punkte beleuchten. Zum Beispiel: Entscheidung, minimales Transzendental, Non-Buddhismus und Meditation, der historische Buddha, ideologische Anrufung, effektives Wissen und die Verbindung zwischen Non-Buddhismus und Kapitalismuskritik. Diese einführenden Texte werden in der Kategorie MARKER oben in der Menüleiste abrufbar sein. Die englische Version dieses Textes findet sich auf The Non-Buddhist.

Ursprünge

Non-Buddhismus hat seinen Ursprung in der Arbeit von Glenn Wallis, einem in Harvard promovierten Buddhismuskundler. Desillusioniert mit der Entwicklung des amerikanischen Buddhismus, der sich nicht für zeitgenössisches Denken interessiert und zum politischen Quietismus neigt, gründete er das Blog Speculative Non-Buddhism als Plattform für eine Kritik buddhistischer Diskurse und Praktiken. Das Blog war von Mai 2011 bis März 2014 aktiv. Über diesen Zeitraum wurden ca. 100 Texte publiziert und mehr als 5000 Kommentare geschrieben. Eine Auswahl an ausführlicheren Texten wurde im E-Journal non+x publiziert. Unter seinen Mitstreitern waren u.a. Tom Pepper und Matthias Steingass, die beide Texte beisteuerten und an den oftmals hitzigen Diskussionen teilnahmen die beinahe jedem Text folgten. Alle drei brachten 2013 gemeinsam das Buch Cruel Theory Sublime Practice bei EyeCorner Press heraus.

Das Blog war bekannt für seine vielen, umfangreiche Kommentare (die oftmals in sich selbst substantielle Textbeiträge sind) und seine oft polemischen Auseinandersetzungen. Obwohl nicht länger aktiv, ist das Blog immer noch online erreichbar und es ist die umfassendste Quelle für alle, die am Projekt Non-Buddhismus interessiert sind.

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„Die Welt“ ist für einen X-Buddhisten immer schon eine erdachte Welt, eine die schon lange vor ihrem Erscheinen durch die Entscheidung für den X-Buddhismus geformt ist. Die tatsächliche Welt radikaler Immanenz aber ist eine Welt die von jeglicher halluzinatorischer Repräsentation frei ist. Es gibt nirgendwo das Inventar des Dharma. Im Gegensatz zu seiner narzisstisch verzerrten Wahrnehmung seiner selbst als Hüter der „Dinge wie sie sind“ bezeichnet der X-Buddhismus nichts. Tatsächlich versperrt er die Sicht auf die Welt.  Weiterlesen…

Eine kurze Einführung in den Non-Buddhismus

Diesem Blog fehlt ein „About“, es hat keinerlei Einleitung, man ist irritiert von einem merkwürdigen Motto, der Titel ist sowieso unmöglich – um was also geht es hier?

Es geht darum, daß der Buddhismus seine generelle kulturelle Gebundenheit nicht sieht.

Es geht darum, daß er sich damit nicht nur vom Leben abwendet, sondern sich sogar in letzter  Konsequenz gegen es wendet.

Es geht darum, daß das was sich heute Buddhismus nennt, nichts mehr meidet als die radikale Einsicht in die Zufälligkeit, in die Abhängigkeit von biologischen und sozialen Mechanismen und zuletzt in die schlichte, abgründige Nichtigkeit des personalen Selbstes.

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