Professor Dr. Werner Vogd, Universität Witten/Herdecke:

Buddhismus im Westen: eine praxistheoretisch informierte Rekonstruktion buddhistischer Schulungsinstitutionen im deutschsprachigen Raum. 

GeprisBuddha

Werner Vogd ist Autor von Welten ohne Grund, Buddhismus, Sinn und Konstruktion

Absolut Nein

M. Steingass —  3.8.15

Es gibt nichts mehr zu sagen. Es gibt keine Idee mehr.

Craig Hickman hat es vor einiger Zeit so formuliert:

Ich sehe mir die Intelligenzia an und finde nichts. Das schiere Nichts. Keine Antworten. Obwohl ich zum Beispiel Žižek sehr verehre, sehe ich in ihm einen der grossen Gescheiterten unserer Zeit. Mit all seiner überwältigenden hegel’schen bzw. lacan’schen Gelehrsamkeit, hat er ein ums andere Mal festgestellt, dass er keine Antworten hat, dass alles was er jemals hatte, Fragen waren, Fragen über Fragen. Wann werden wir endlich das Ende dieser Fragen erleben und beginnen, die neue Idee einer Bestimmung zu entwickeln – für dieses fragile Bisschen planetarer Existenz. (vgl. Dark Ecologies und The Non-Buddhist)

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Je länger ich über den Buddhismus, Religionen an sich sowie auch die Wissenschaften nachdenke fällt mir auf, dass all diese menschlichen Bestrebungen in vielen Fallen zum Ziel haben, Sicherheiten zu geben. Die Sicherheit eines ewigen Lebens, die Sicherheit des Fortschritts zum Positiven, die Sicherheit eines zufriedenen Lebens im Hier und Jetzt. Und diese Sicherheit findet man letztendlich nur, wenn man sich der Illusion hingibt, dass jene Ansichten, welche man sich als Anker im eigenen Leben gesetzt hat, WAHR sind.

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Kritik am westlichen Buddhismus hinterlässt Spuren. So waren kürzlich im Editorial von Buddhismus aktuell 2/2015 einige nachdenkliche Sätze darüber zu lesen, dass man über „Meditation“ im westlichen Kontext neu nachdenken müsse, da sie evtl. lediglich zur Selbstoptimierung im neoliberalen Wirtschaften diene (vgl. dazu auch Tybalts Meditation). Zwar bietet das ganze Heft dann fast ausnahmslos den üblichen x-buddhistischen Mumpitz zum Thema, aber immerhin kommt man anscheinend ins Grübeln. Auch das aktuelle Heft von Buddhismus aktuell (3/2015, Thema: Gender) erscheint, zumindest vor dem Hintergrund einer erzkonservativen buddhistischen Esoterik, geradezu revolutionär. Der Schein trügt allerdings. Fast überall findet man – zumeist implizit – Aussagen über die Superiorität des X-Buddhismus. Alles was Moderne und Postmoderne an Erkenntnissen liefert, hat man ausschließlich vor dem Hintergrund x-buddhistischer Exzeptionalität zu sehen. Dies wird demnächst ausführlicher zu beleuchten sein, denn wiewohl, gemessen daran, woher der deutschsprachige Buddhismus kommt, hier ein Fortschritt zu sehen ist, muss dieser daraufhin befragt werden, ob er in Hinsicht auf die Gesellschaft in der er stattfindet, tatsächlich ein solcher ist. In dieser Hinsicht muss dieser Fortschritt sehr deutlich relativiert werden.

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Mein letzter Beitrag endete mit dem Satz: Beware of truth-tellers – Vorsicht vor den WAHR-Sagern. Wie hängt das zusammen mit meine Sommerferienlektüre? Eigentlich ist das in wenigen Worten gesagt. Wir scheinen uns in unserem Leben oft Märchen aus Lügen und zirkulären Selbstbestätigungen zu stricken, die uns bei gelungener Täuschung Glauben machen, wir wüssten, was auf der Welt abgeht und wie alles tickt. Bei genauerem Hinsehen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Sicher sitzen wir bei ARD und ZDF in der ersten Reihe. Aber das kann man auch im Kino. Und das ist nicht unbedingt ein Vorteil. Erstens sieht man in der ersten Reihe nicht das gesamte Bild auf einmal. Zweitens kann man auch in der ersten Reihe, wie das Kino zeigt, die größten Märchen aufgetischt bekommen. Also dachte ich mir, dass es nichts schaden könnte, mich mal genauer über die Weltpolizei USA zu informieren, die immer genau zu wissen scheint, wer die Guten und wer die Bösen sind. Auch ist es von vorneherein ausgemacht, dass sie als Weltpolizei ausnahmslos zu den Guten gehört. Bei so einer grobschlächtigen Einteilung ist Skepsis angezeigt. Sobald ich die Bücher gelesen habe, werde ich die Erkenntnisse meiner Lektüre gerne hier präsentieren. Ich werde mich bemühen, nicht selbst den Fehler zu machen, ein Schwarz-Weiiß-Bild zu zeichnen. Aber ich möchte das gesamte Bild sehen. Und da die großen Medien hauptsächlich nur die eine Seite präsentieren, habe ich mich für folgende Bücher der ‚anderen Seite‘ entschieden:

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