Archive für Zen

M.St.: Das Geschäft mit dem Zen scheint zu blühen. Doch nicht immer verläuft es ganz reibungslos. Geld, Sex und Macht sind auch im Buddhismus wichtige Faktoren die es manchem Menschen schwer machen, ohne Irrungen auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. Und überhaupt scheint das Floss oft wichtiger als das andere Ufer. Christopher Hamacher beleuchtet in diesem Beitrag ein wenig die ganz großen Projekte – wie auch ein ganz kleines, das so klein vielleicht gar nicht war.

Zen-Geschäftemacher (pdf)

Vom Kitsch der Erleuchteten wurde am 4.2.15 im Rahmen der HALKYONISCHEN ASSOZIATION FÜR RADIKALE PHILOSOPHIE als Vortrag im Frankfurter SIKS e.V. gehalten.

Der Vortrag verfolgt im Wesentlichen drei Spuren:

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Bei der Darstellung von Buddhismus und Spiritualität gibt es wenig Ausnahmen, die nicht, schon mit dem ersten Eindruck den man hat, noch bevor irgend eine Vorstellung entstehen konnte, vorzeichnen, was zu sehen sein wird. Käptn Peng mit seinen Tentakeln von Delphie im Land namens OHA, ist ein Beispiel. Der Dokumentarfilm Wiederkehr – My Reincarnation ist ein anderes. In beiden Fällen wird (mehr oder weniger) auf Klischees verzichtet, die ansonsten überall mit Buddhismus und Spiritualität einhergehen. Der Betrachter hat mehr Spielraum, sich ein Bild zu machen. Erfreulich daher, wenn man im Deutschlandfunk mit dem Feature Hardcore Zen – Die unorthodoxen Lehren des Brad Warner eine Form der Darstellung findet, die ebenfalls jenseits des üblichen BuddhismusKitsches angesiedelt ist.

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Der Fall Shimano ist ein Beispiel. Sein Lehrwert für den Buddhismus liegt nicht in seiner isolierten Betrachtung, sondern in der Verbindung zu anderen Themen. Von diesen ergeben sich eine ganze Reihe. Drei werden in diesem Text kurz angesprochen. Die Idee ist, Parallelen und Verbindungen zu zeigen. Vielleicht findet der Eine oder die Andere etwas, um damit in entsprechende Richtungen weiter zu denken.

Eine wichtiges Merkmal was den Fall Shimano und seine Parallelen im allgemeinen X-Buddhismus angeht ist die Geschlossenheit. Das System Shimano ist wie jeder andere X-Buddhismus dadurch charakterisiert, dass es das Wissen und die Welt dualisiert oder aufspaltet. Auf der einen Seite dieser Spaltung steht der X-Buddhismus bzw. der Dharma als letzte Instanz umfassender Bewertung, auf der anderen Seite der Rest, der sich bewerten lassen muss. Die Seite des X-Buddhismus ist in sich geschlossen und lässt keinen äusseren Einfluss zu. Dies äussert sich in der Rede vom so genannten zeitlosen Dharma, Schriftgläubigkeit, Glauben an einen historischen Buddha, dessen unveränderliche und ewige Botschaften usw. Von dieser hohen Warte aus formt und bestimmt der X-Buddhismus jeglichen Diskurs – vor allem über den Menschen und sein Bewusstsein, aber natürlich auch über die Künste, die Wissenschaften und die Philosophie. [vgl. Cruel Theorie | Sublime Practice (CT|SP), S. 96]

Ziel der folgenden jeweils nur kurz angesprochenen drei Beispiele ist es anzudeuten, dass diese Geschlossenheit sich als künstlich und unhaltbar erweist sobald man vom Menschen aus auf den X-Buddhismus zugeht. Die Frage, um die es dabei schlussendlich geht ist, was bleibt vom X-Buddhismus nach dieser Dezimierung? Bleibt überhaupt etwas für die Welt? Verpufft er rückstandslos? Oder kann man in seinen dampfenden Ruinen brauchbare Reste finden?

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Zwei Dinge waren abzusehen: Die Diskussion im Fall Shimano würde sich lediglich um das Thema Sex drehen und in der Folge um Moral (vgl. Diskussionen im Buddhaland und hier im Blog).

Dabei wurde in der Einleitung zu Der Fall Shimano: Mann ohne Rang formuliert, um was es eigentlich geht:

Es handelt sich um fehlendes ethisches Bewusstsein im Umgang mit Macht und im Grunde um das originäre Problem des X-Buddhismus. Dieser stellt ein in sich geschlossenes System dar, das per Definition nicht auf Hilfe von aussen angewiesen zu sein scheint. Dieses Problem ist im deutschsprachigen Buddhismus genauso ungelöst wie im US-amerikanischen und der Fall Shimano und sein Umgang mit ihm ist in dieser Hinsicht paradigmatisch.

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